362 Trankreich.
antwortung übernehmen. Thiers wünscht, daß die Abtheilungen noch heute
Abends zusammentreten, und daß die nächste Sitzung morgen Mittag stattfinde.
Die Versammlung beschließt in Gemäßheit des Thiers'schen Wunsches.
1. März. National-Versammlung: Debatte über die Friedenspräliminarien.
Victor Lefranc erstattet den Bericht im Namen der Friedenscommission,
die einstimmig die Annahme beantragt. Edgar Quinet trägt auf Verwerfung
an. Bamberger (Dep. der Mosel) unterstützt ihn und ruft
einen Zwischenfall hervor, der zur Absetzung der Dynastie Napoleon
mit allen gegen 5 oder 6 Stimmen führt:
Absetzung der Dynastie Napoleon nach dem offiziellen
Sitzungsberichte: Bamberger: Dieser Vertrag constituirt meines Erachtens
eine der größten Ungere htigkeiten, welche die Geschichte der Völker und
die diplomatischen Annalen einzuregistriren haben werden. Ein einziger Mann,
ich erkläre es laut, ein einziger sollte ihn unterzeichnen. Dieser Mann ist
Napoleon III. Auf einer großen Anzahl von Bänken: Ja, Sie haben
Recht. Bamberger: Ein einziger Mann, dessen Name ewig an dem
Schandpfahl der Geschichte angenagelt bleiben wird. Ein Mitglied auf
der Rechten: Napoleon III. würde niemals einen schmachvollen Frieden unterzeichnet
haben. Verschiedene Stimmen: Wer sagt dieses? Der Name,
der Name dessen, der dieses gesagt! Das nämliche Mitglied: Galiani
d'Istria. (Steigender Lärm.) Haentjens (Schwiegersohn des verstorbenen
Marschalls Magnan, welcher beim Staatsstreiche eine Hauptrolle spielte; Haentjens
gehörte zum Tiersparti, nachdem er offizieller Candidat gewesen): Es ist
besser, einen preußischen Souverain zu tadeln, als einen Souverain, der Gefangener
unserer grausamsten Feinde ist. Es ist nicht Herr von Bismarck,
den man in diesem Augenblicke tadelt. (Lebhafte Unterbrechung. Lange anhaltender
Lärm.) Bamberger: Meine Absicht ist nicht, die Frage vom
historischen Standpuncte aus zu beleuchten. Andere werden sich dieser Aufgabe
ohne Zweifel besser erledigen als ich. (Neue Interpellationen, Conti und
Gavbini sprechen Worte, die wir nicht verstehen.) Mehrere Mitglieder
(zu Conti): Auf die Tribune, auf die Tribune! Sagen Sie das auf der
Tribune. Conti besteigt die Tribune. Große Agitation. Jules Simon,
Unterrichts-Minister (zu Conti): Sprechen Sie doch. Sprechen Sie doch!
Wagen Sie doch, den Urheber aller unserer Katastrophen zu vertheidigen!
Langlois eilt nach der Tribune. Präsident: Herr Langlois! Bleiben
Sie auf Ihrem Platze. General Ducrot spricht mit Lebhaftigkeit einige
Worte, die man nicht versteht. Conti: Ich bin herausgefordert worden.
(Unterbrechung.) Gavini (Corse): Sie haben Herrn Conti auf die Tribune
getrieben. Lassen Sie ihn also sprechen! Jules Simon: Jal Jal- Sage
er doch irgend etwas, was ehrliche Leute hören können. (Allgemeiner Lärm.)
Präsident: Ich bitte die Versammlung, ruhig zuhören zu wollen. Ein
Mitglied auf der Linken: Ich verlange das Wort. Präsident: Sie
haben nicht das Wort. Ich beschwöre die Versammlung, die Nuhe bewahren
zu wollen, welche eine so schmerzliche und ernstliche Discussion erheischt. (Sehr
gut! Sehr gut!) Tritt Herr Bamberger das Wort an Herrn Conti ab?
Bamberger: Ich trete es provisorisch ab, indem ich mir mein Recht vorvehalte.
(Jal Sehr gutl) Conti: Ich bin herausgefordert worden, auf
die Tribune die Protestation zu bringen, welche ich von meinem Platze aus
gegen die von dem ehrenwerthen Vorredner ausgesprochenen Worte erlassen
wollte. (Murren.) Diese Protestation, ich zaudere nicht, sie zu erneuern; ich
thue es mit Ueberzeugung und mit Muth. (Lärmende Unterbrechungen.
Sprechen Siel Sprechen Siel) Präsident: Meine Herren! Da Sie verlangen,
daß der Redner spricht, so müssen Sie auch die Geduld haben, ihn
anzuhören. Conti: Diese Protestation, ich zaudere nicht, sie zu erneuern,