300 XULIII. Krebsforschung. — XIIV. Loë. — XLV. Zeppelin. — XLVI. Lucanus.
erwiesene Aufmerksamkeit Ansdruck und betonte sein Interesse und seine hohe Achtung
für den ärztlichen Stand, dessen Leistungen und Verdienste nicht nur auf fachwissenschaftlichem,
sondern auch auf sozialpolitischem Gebiete lägen. Er äußerte seine Freude,
daß die Vertreter vieler Kulturvölker sich vereinigt hätten, um eine Krankheit zu bekämpfen,
die eine schwere Geißel der Menschheit sei, die viele Leiden und viele Tränen verursacht
habe und noch verursache.
„Ich freue mich Ihrer Vereinigung,“ so fuhr der Kanzler fort, „weil
ich jeden Schritt begrüße, der die gebildeten Nationen zu gemeinsamer
Arbeit verbindet; weil gerade diese Ihre spezielle Arbeit von hoher Bedentung
ist; weil ich hoffe, daß durch Ihren Zusammenschluß Ihr Arbeitsfeld
vergrößert und Ihre Kraft erhöht werden wird. Ich wünsche Ihrer Vercinigung
und Ihren Bestrebungen reichen Erfolg."
XLIV. Zum Tode des Generalfeldmarschalls von Coé.
Der Reichskanzler richtete an die Witwe des am 6. Juli 1908 verstorbenen
Generalfeldmarschalls Freiherrn v. Los nachstehendes Beileidstelegramm:)
Die Nachricht von dem Heimgang Ihres hochverehrten Mannes hat
mich tief bewegt. Der Name des verewigten Feldmarschalls wird unvergänglich
fortleben in der preußischen und in der deutschen Geschichte. Er
war ein Ritter ohne Furcht und Tadel, treu Gott, König und Vaterland.
Sein Patriotismus kannte keine Schranfen. Er verkörperte die unlösbare
Zusammengehörigkeit der Rheinlande mit der Monarchic. Persönlich
werde ich dem teueren Entschlafenen, der mir seit dem großen Kriege in
allen Lebenslagen ein väterlicher Freund war, immer das dankbarste und
liebevollste Andenken bewahren. Meine Frau schließt sich meinen
Empfindungen von Herzen an.
Reichskanzler Fürst v. Bülow.
XI/V. Z3eppelin.
Auf die Nachricht von dem Unfall des Zeppelinschen Luftschiffes bei Echterdingen
telegraphierte Fürst Bülow dem Grafen unter dem 5. August 1908 aus Norderney:
Soeben erreicht mich die Nachricht von der Vernichtung Ihres Luftschiffes.
Wer sein Leben an eine große Idee setzt, den können solche Schläge
1) „Kreuz-Zeitung“ 7. Juli 1908.