Full text: Das kleine Buch vom Deutschen Heere.

V. 
Die Ausbildung der verschiedenen Truppenteile. 
1. Im Allgemeinen. 
Die Ausbildung des Heeres erfolgt nach den für die verschiedenen 
Truppengattungen erlassenen 
Exerzier-Reglements, 
Schiessvorschriften, 
Turnvorschriften, 
der Reitinstruktion und sonstigen anderen Vorschriften. 
Für das gefechtsmässige Zusammenwirken der verschiedenen 
Truppengattungen ist vornehmlich die Felddiensterdnung mass- 
gebend. 
Die allgemeinen Gesichtspunkte für die Ausbildung des einzelnen 
Soldaten, sowie der kleineren und grösseren Verbände sind in 
treffender Weise in der Einleitung zur Felddienstordnung zum 
Ausdruck gebracht. 
Auszug aus der Einleitung zur Felddienstordnung. 
l. Die Ansprüche. die der Krieg an die Truppen 
stellt, sind massgebend für ihre Ausbildung im Frieden. 
2. Die Aufgaben des Soldaten im Kriege sind einfach. Er 
soll stets befähigt bleiben, zu marschieren und seine Wafle zu 
gebrauchen. Beides kann er nur, soweit seine moralischen und 
geistigen Eigenschaften reichen und seine körperliche und militärische 
Ausbildung gediehen ist. Auch werden seine Leistungen nur dann 
völlig nutzbar, wenn sie nach dem Willen der Führer geleitet und 
durch die Mannszucht geregelt werden. 
3. Wohl kann der Soldat das Marschieren und die Handhabung 
der Waffen durch Ubung erlernen, auch seine geistigen und 
körperlichen Kräfte lassen sich entwickeln und ’stählen. Aber 
nur im Laufe der Zeit kann die Mannszucht erreicht 
werden, die den Grundpfeiler der Armee, die Vor- 
bedingung für jeden Erfolg bildet und die für alle Ver- 
hältnisse mit Energie begründet und erhalten werden 
muss. Eine äussere, wesentlich nur durch Ubung im Ganzen