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beuten. Außerdem standen 12 Infanteriedivisionen
und die Reste der belgischen Armee als Reserven bereit.
Diese Streitmacht wurde unterstützt durch 2000
schwere und 3000 Feldgeschütze, für die ungeheure
Munitionsmengen herbeigeschafft worden waren.
Der Angriff sollte auf der ganzen Front erfolgen,
aber in der Champagne durch die Franzosen,
zwischen Dpern und Arras durch die Engänder bis
zur Entscheidung durchgeführt werden. Am 24. begann
er. So umfassende Vorbereitungen hatten nicht
unbemerkt von den Deutschen getroffen werden können.
Die feindliche Artillerie wurde zunächst am 23.
schon gegen vermutete deutsche Batteriestellungen gerichtet,
darauf als= Sperrfeuer= gegen Bahnanlagen
und Straßen, um das Heranziehen von Reserven zu
verhindern; zeitweise wurde die Wirkung auf der ganzen
Linie zum Feuerüberfall gesteigert und artete zu
einem schließlich ohne Pause durchgeführten Trom.
melfeuer aus. Die Infanterieangriffe unterschieden
sich nicht unwesentlich von früheren. An Stelle der
einen starken Schützenlinie traten drei scharf unterschiedene
Staffeln. Mochte sich die Stoßkraft auch
dadurch erhöhen, so boten die sich dicht hintereinander
folgenden Reihen doch den immer zahlreicher verwendeten
Maschinengewehren so vorzühgliche Ziele,
daß die Verluste unverhältnismäßig schwer wurden.
Der am 25. Sept. unternommene englische
Hauptstoß suchte wischen den Bahnlinien von Deern
nach Roulers und nach Comines, gleichzeitig auch
nordöstlich und füdöstlich von Armentières und am
La Bassce-Kanal vorzudringen. Obgleich die Feinde
alle Hilfsmittel, auch giftige Gase und Stinkbomben
anwandten, wurden sie noch am selben Tag zurückeschlagen.
Nachhaltiger waren die Gefechte bei dem
fedwesslic von Lille gelegenen Loos, wo am 25.
September im Gefechtsabschnitt einer Division die
vorderste deutsche Linie aufgegeben werden mußte.
Am 26. kam aber der Kampf zum Stehen, am 28.
September war ein Teil des verlorenen Geländes
zurückerobert; bis zum 13. Oktober wurden hier die
Stellungen dauernd verbessert und von da an alle
Angriffe zurückgewiesen.
Der anhaltendste, stärkste Vorstoß wurde auf dem
blutgetränkten Boden der Champagne geführt. Zwischen
Prosnes und den Argonnen griffen die Franzosens
am 24. September auf der ganzen Linie an
und erzielten am Tag darauf bei Perthes ein Eindrücken
der deutschen Front. Der 26. brachte besonders
heftige Kämpfe an der Straße Somme-Py-Suippes
und auf der Linie Beau-Sejour-Massiges.
Der Angriffsstoß wurde hier aufgefangen. Bis zum
6. Oktober konnten die fortgesetzten Vorstöße alle
urückgewiesen werden; an diesem Tag gelang den
Franzesen noch, bei Tahure ein Einbruch von 800m
in der Breite, der ihnen am 8. zum Teil wieder abenommen
werden konnte. Doch spannen sich an
iesem Punkt die Kämpfe durch den ganzen Monat
fort, bis am 30. Oktober ein deutscher Angriff zur
innahme der Butte de Tahure führte, ein Erfolg,
den auch das gegnerische Artilleriefeuer der nächsten
Tage nicht zu schmälern vermochte. Der große Angriff
war blutig gescheitert.
Während in den Vogesen Mitte Oktober um die
Stellungen am Hartmannsweilerkopf wieder schwer
und ohne Entscheidung gerungen wurde, gelang es
1 Vgl. die Karte Bd. 1. S 217. — : Ggl. die Karte Bd. 1,
S. 207.
I. Kriegsgeschichte
deutscherseits am 8. Oktober, in Französisch-Lothringen
die vielumstrittene Höhe südlich von Leintry zu
erobern und gegen alle weiteren Angriffe zu halten.
9. Der Krieg an der Ostfront vom Spätherbst
1915 bis Sommer 1916.
Im Osten war im Oktober die kriegerische Handlung
zu einem Stillstand gekommen. Dieser dauerte
auch zunächst an; die Verbündeten begnügten sich damit,
immer wieder einsetzende größere und kleinere
Angriffe abzuwehren. Größere Kämpfe entwickelten
sich erst Mitte November, da die Russen die Serben
. entlasten suchten. Es wurde gefochten in Kurland,
ei Baranowitschi und besonders hartnäckig in Wolhynien.
Der Verlauf war im allgemeinen der, daß
der erste Angriff in einzelnen Abschnitten in die Siellungen
der Verbündeten eindringen konnte, daß diesen
aber alle Vorteile im Gegenangriff wieder entrissen
wurden, so bei Kemmern und Schlock am 10., bei
Czartoryst am 14., bei Bersemünde südöstlich von
Riga am 23. Nov. Gegen Ende des Monats flaute
auch hier die Gefechtstäligkeit wieder ab; 16000 unverwundete
Gefangene waren in die Hände der Verbündeten
gefallen. Im Dezember erfolgte in der Lage
keine Anderung; es bedurfte nur der Abwehr örtlicher
russischer Vorstöße und Erwiderung des Artilleriefeuers.
An der Eisenbahn Kowel-Sarny und nördlich
von Czartorysk war es besonders lebendig. Am
11.Dez. brach in Wolhynien, am 16. zwischen Naroczund
Miadziolsee ein stärkerer russ. Angriff zusammen.
Gegen Ende des Monats lebte die Gefechtstätigkeit
wieder auf, besonders 9ae en den rechten deutschen
Flügel der Ostfront in eH orabien. Der Antrieb zu
den Flankenangriffen war politischer Natur: die Beeinflussung
Rumäniens.
Die Meujahrsschlacht 1915/16 in Gstgalizien“.
Am 17. Nov. 1915 war der große Angriff der Russen
in Wolhynien und im Poljesse zu Ende. Der am 10.
Nov. einsetzende Gegensloß der Armee Linsingen haite
die Russen auf das östliche Ufer des Styr zurückgeworfen.
Damit war die Angriffskraft der wie in allen
bisherigen Kämpfen keine Verluste scheuenden Russen
gebrochen. — Allein schon Mitte Dezember waien
Anzeichen davon zu erkennen, daß ein neuer Durchbruchsversuch
des Gegners in Vorbereitung war, und
zwar im südöstlichen Teil von Galizien und an der
tgrenze der Bukowina, der beßarabischen Front.
Bis kurz vor Weihnachten war es hier nur zu kleineren
Gefechten gekommen. Die Gründe zu dem am
27. Dez. nun tatsächlich mit starker Artillerievorbereitung
einsetzenden wuchtigen Angriffe waren auch hier
wiederum politischer Natur. Es sollte nach dem unglücklichen
Ausgang des Unternehmens an den Dardanellen,
auf das man so großes Bertrauen gesetzt
hatte, und nach der Vernichtung Serbiens versucht
werden, durch einen Erfolg an der Ostfront Rumänien
nun doch noch ins feindliche Lager herüberzuziehen.
Der Oberbefehl wurde General Iw#noft Aeriraen,
der sich im Frühjahr in den Karpathen und im
erbst an der Zlota Lipa als rücksichtsloser Drauf-Gnger-
erwiesen hatte. Die zum Angriff ausgesuchte
telle war rund 130 km lang und reichte vom Bogen
am Pruth 15 km östlich von Czernowit über Rarancze
und dem Wald von Toporutz bis an den
Dnjestr bei Okna. Besondere Anstrengungen richtete
1 Kgl. die Karte Bb. II. S. 206/7.