Full text : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

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ihren  Namen  in  Christliche  Volkspartei  (Zentrum).
  Bei  den  Wahlen  zur  konstituierenden  Nationalversammlung
  gewann  diese  in  größerer  Zahl  evangelisch-orthodoxe
  Stimmen  für  1  und  errang  81  Sitze.
In  Bayern,  wo  das  Z.  den  Namen  Bayrische  Volkspartei
  annahm,  gewann  das  Z.  58  (bisher  52)  Si

(36.7  Proz.  Stimmen),  in  Baden  41  Sitze  (42  Proz.).

Zeppelin,  Ferdinand,  Graf  von,  preuß.  General
  und  Luftschifferfinder,  geb.  8.  Juli  1838  in
Konstanz.  gest.  8.  März  1917  in  Charlottenburg.  1858
württemberg.  Offizier,  1863  im  amerikan.  Sezessions-.
krieg  (erster  Aufstieg  im  Fesselballon),  nahm  an  den
Feldzügen  von  1866  und  1870/71  (berühmter  Rekognoszierungsritt)
  teil,  1873  durch  Stephans  Schrift
»Weltpost  und  Luftschiffahrte  zur  Konstruktion  eines
Lenkballons  anger-gt,  1884  Oberst,  1885  württemberg.
  Militärattaché,  dann  Gesandter  in  Berlin,  1890
Komm.  der  30.  Kavalleriebrigade.  1891  als  Generalleutnant
  verabschiedet  (1905  General  der  Kav.),  widmete
  sich  Z.  mit  unermüdlichem  Eifer  u.  zäher  Widerstandskraft
  der  Konstruktion,  Werbetätigkeit  und  dem
Bau  eines  lenkbaren  Luftschiffs  starren  Systems.
1900  unternahm  er  die  ersten  drei  Aufstiege;  17.  Jan.
1906  wurde  das  2.  Modell  nach  der  ersten  Probefahrt
durch  einen  Sturn  zerstört;  die  Probefahrt  des  3.  Modells
  im  Okt.  1906  brachte  ½  Mill.  Mk.  Reichsunterfüüung.
  als  das  4.  am  5.  Aug.  1908  bei  Echterdingen

urch  Sturm  u.  Gasexplosion  vernichtet  wurde,  sammelte
  das  deutsche  Volk  eine  Nationalspende;  den
Gesamtbetrag  (6  Mill.  Mk.)  verwendete  Z.  zu  einer
Zebpelin-Stiftung:  unter  deren  überwiegender
cteiligung  eine  Gesellschaft  zum  Bau  und  Betrieb
von  Luftschiffen  unter  dem  Namen  Lufischiffbau  Zeplin
  in  Friedrichshafen=  gegründet  wurde.  —  Bild
bei  S.  215.

Zeppelinluftschif,,  s.  Luftschiff  sowie  den  Aufsatz-Luftkrieg“,
  S.  156  ff.

Zerkaulen,  Heinrich,  Feuilletonredakteur,  geb.
1892  in  Bonn,  veröffentlichte  „Leier  und  Schwert-(M.-Gladb.
  1914),  In  Reih'  und  Glied=  und  =  Daheim
  und  im  Feld  (beide  das.  1915),  die  er  mit  den
Kriegsfkizzen  =  Granatsplitter-  zu  dem  Kriegstagebuch
»Wandlung«  (das.  1916)  vereinigte.

Zigennerinsel,  Save-Insel  füdwestlich  von  Belgrad.
  Während  die  österreich.-ungar.  Truppen  der

rmee  Koevess  6.  Okt.  1915  den  Übergang  über  die
Donau  bei  Belgrad  erzwangen,  setzten  die  deutschen
Abteilungen  auf  das  Nordufer  der  stark  befestigten
Z.  über  und  nahmen  sie  am  7.  Oktober.

Zimmermann,  1)  Artur,  deutscher  Staatsmann,

eb.  8.  Mai  1859  in  Frankenstein,  Vizekonsul  in
Echunthai  dann  Konsul  in  Kanton,  1900  Vertreter
des  Konsuls  in  Tientsin,  1902  Hilfsarbeiter  im  Aus-Zeppelin

  —  Zwinin

wärtigen  Amt,  1910  Dirigent  der  politischen  Abteilung,
  1911  Unterstaatssekretär,  Nov.  1916  Staatssekretär.,
  richtete  als  solcher  die  Noten  an  Amerika  über
den  U.Bootkrieg  (31.  Jan.  1917)  und  nach  Mexiko
über  ein  deutsch-mexikan.  Bündnis  (Z.-Note)  und  trat
5.  Aug.  1917  zurück.  —  Bild  s.  Bd.  II  bei  S.  251.
2)  Oberstleutnant,  Führer  der  deutschen  Truppen
amerun.

3)  Adolf,  Kriegsberichterstatter,  geb.  22.  Febr.  1867
in  Breslau.  Schriftsteller  in  Berlin.

Zimmerwalder,  sozialistische  Minderheitsanhänger,
  s.  Hosialdemaotratie,

mivildienstpflicht,  s.  Bd.  II.  S.  401ff.
lota  Lipa,  linker  Nebenfluß  des  Dnuzjestr  in  Ostgalizien,
  mündet  südwestlich  von  Mariampol.  Am
4.  Juli  1915  erreichten  die  deutsch--österr.-ungar.
Truppen  die  Z.,  deren  westl.  Ufer  sie  von  den  Russen
säuberten.  Am  27.  Aug.  durchbrachen  die  Verbündeten
  unter  Graf  Bothmer  die  russ.  Front  an  der  8Z.
an  mehreren  Stellen,  so  daß  die  Russen  am  28.  den
-„Abschnitt  räumten,  was  den  Nüchug  auf  einer
ront  von  250  km  Breite  zur  Folge  hatte.  Vgl.  S.  66.

Zonnebeke,  Gem.  im  belg.  Arrondissement  Dpern,
wurde  nach  monatelangem  Kampfe  von  den  Deutschen
  3.  Mai  1915  gestürmt  und  war  Juli-Aug.  1917
hartnäckig  umstritten;  vgl.  S.  89.

Zuaven  (franz.  Zouaves),  die  Bewohner  des
Distrikts  Zuaua  in  Algerten,  die  wegen  ihrer  kriegerischen
  Tüchtigkeit  in  der  Berberei  als  Mietsoldaten
zu  dienen  pflegten.  Offiziere  und  Unteroffiziere  waren
meist  Franzosen;  das  einheimische  Element  verschwand
aus  der  Truppe,  die  später  zu  einem  franz.  Freiwilligenkorps
  wurde  (et  vier  Regimenter;  s.  Taf.  Unisormen
  I.  Fig.  5  in  Bd.  II  bei  S.  292).

Zuckermann,  Hugo,  Zionist,  gefallen  in  den  Karthen,

  wurde  zu  —  des  Krieges  bekannt  durch

ein  einer  deutschen  Volksweise  nachgeahmtes  -Osterreichisches
  Reiterliede  (in  -Gedichte-,  Wien  1915).

Zugna  Torta,  Bergkuppe  (1257  m)  in  Südtirol,
südl.  von  Rovreit,  wurde  16.  Mai  1916  von  östecr.=ungar.
  Truppen  erstürmt  und  gegen  wiederholte  ital.
Gegenangriffe  behauptet.

wehl,  Hans  von,  deutscher  General,  geb.  27.
Juli  1851  in  Osterode  am  Harz,  eroberte  Maubeuge
(vgl.  Bd.  L.  S.  187)  mit  dem  7.  Reservekorps,  das  er
1914—16  als  General  der  Inf.  führte.

Zweibund,  Bündnis  zwischen  Frankreich  u.  Rußland
  1892—1904,  vor  re  Dreiverbands.

in

Zwinin,  etwa  10  km  langer  Höhenrücken  in  den
Karpathen,  östlich  vom  Uzsoker  Paß  und  nördlich
Tucholla.  Am  9.  April  1915  wurde  der  Z.,  der  von
den  Russen  terrassenartig  ausgebaut  und  seit  5.  Febr.
heiß  umstritten  war,  von  den  Deutschen  erstürmt.

Druck  vom  Vibliographischen  Institur  in  Leipzig.