Moskau. Petersburg. 77
großen Manöver. Sie verpflanzen uns nach Nopsha, einem
Lustschloß des Kaisers.“ Die Manöbver dauerten zehn Tage
und waren sehr anstrengend, da sie von früh an bis nach-
mittags um 5 bei großer Hitze dauerten. Am 12. wurde eine
Pause eingelegt. Man kehrte zur Waffenruhe nach Peter-
bof zurück, wie ein Brief von Albert an seinen Vater von
diesem Tage meldet. Das ist aber der letzte aus Rußland.
Die Zeit reichte wahrscheinlich nicht zum Briefschreiben. Am
20. endeten die Manöver mit einer großen Parade in Kras-
noje-Selo.
Erst dann fand Albert Zeit, sich Petersburg etwas anzu-
sehen. Aamentlich soll er eingehend die Eremitage be-
sucht haben. Leider versagen auch da seine Briefe. Wan
hätte so gern einige Bemerkungen über die herrlichen Ge-
mälde, die er dort zu sehen bekam. Man würde so gern
wissen, ob sein Kunstgeschmack sicherer und bestimmter wurde.
Im Institut des Generalstabs führte ihn der Schöpfer des-
selben, General Berg, selbst. Kaiser Aikolaus war ganz
begeistert von Albert. Er richtete an den sächsischen Geschäfts-
träger Graf Vitzthum ein Wort, das schon oft zitiert worden
ist, ich aber doch wiederholen möchte: „Die Entschlüsse der
Vorsehung sind unerforschlich. Sehen Sie Ihren jungen
Prinzen! Ich verstehe mich auf Menschen. Aun, es ist wahr-
haftig schade; er hätte die Befähigung, das größte Reich der
Welt zu beherrschen, während ich Erben großer Staaten kenne,
denen ich keine Kompagnie anvertrauen möchte.“ Man hat in
letzten Zeiten den Kaiser Nikolaus I., den man einst geradezu
vergötterte, als geringwertig eingeschätzt, besonders geistig.
Aber wenn man solche Worte von ihm hört, so kann doch
vielleicht das Urteil über ihn noch etwas anders werden.
Am 26. August ernannte Aikolaus seinen Gast zum Chef des
2. JZägerregiments Kapor. Und zwar hatte sich Albert, dem
die Wahl freigelassen war, gerade dieses gewählt, weil es ihm
einen so günstigen Eindruck gemacht hatte. Auch diese mili-
tärische Wahl freute den Kaiser sehr. Am 27. August verließ