bestand die letzte Weisheit der „über den Parteien“
schwebenden Bethmannschen Regierungspolitik nur noch
in einer krampfhaften Majoritätsbildung von Fall zu
Fall und in einer Verstimmung wechselnder Minori—
täten.
Die Sozialdemokratie als Vertreterin großer Teile
der von Parteiorganisationen straff zusammengefaßten
Arbeiterschaft mußte, soweit ihre politischen und wirt—
schaftlichen Bestrebungen sich irgend in das auf Grund
seines geschichtlichen Bestandes weiter zu entwickelnde
Staatswesen einordnen ließen, unbedingt und ohne Ver—
kennung oder drosselnde Beschränkung des Möglichen
berücksichtigt werden — aber die Regierung brauchte und
durfte sich trotzdem von ihr nicht in allen Unternehmungen
treiben und drängen lassen. In dem ideologischen Bestre—
ben, die Sozialdemokratie von dem Boden der Negation
zur positiven Mitarbeit heranzuziehen, und in Verken—
nung des Umstandes, daß die Sozialdemokratie jener
Jahre an ein Aufgeben ihrer Oppositionspolitik im Rah—
men der damals bestehenden Verfassung aus rein takti—
schen Gründen nicht herangehen wollte, hat die Beth—
mannsche Regierung sich von der außerordentlich geschickt
geführken, innerlich gut disziplinierten Parkei über Bedarf
ausnützen und schwächen lassen. Auf die übrigen
Parkeien wurde nur wenig Rücksicht genommen. Ganz
hinweggegangen wurde dabei über die Taksache, daß in
dem damaligen Deuktschland doch ohnehin schon die soziale
Gesetzgebung und Arbeiterfürsorge in ihrem humanen
und forkschriktlichen Geist kurmhoch über allen Maß—
nahmen dieser Ark in anderen Ländern stand und daß
dieses große Werk unker eifrigster Förderung durch den
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