444 Achtes Kapitel.
zum Wohle des Vaterlandes entgegensetzten, um die Macht der Krone
zu schmälern und die Herzen der Preußen derselben zu entfremden.
„Vergessen mögen meine Nachkommen es aber nicht, daß Zeiten
möglich waren, wie die von 1861—661
„In dem Jahre, welches heute schließt, hat sich Gottes Gnade in
einer Art über Hreußen ergossen, die für soviel Erduldetes reichlich entschädigt.
In Demut erkenne ich diese göttliche Gnade, die mich ausersehen
hat, in meinem vorgerückten Alter eine Wendung der Derhältnisse
herbeizuführen, die zum Heil des engeren und weiteren Daterlandes bestimmt
zu sein scheint. Das Werkzeug, so großes zu erreichen, die Armee,
steht umübertroffen in diesem Augenblick vor der Welt. Der Geist, der
sie beseelt, ist der Ausdruck der Gesittung, die eine sorgliche Rand meiner
erhabenen Dorfahren der Nation anerzogen hat. Die Armee finde in
allen ihren Teilen in dieser ernsten Scheidestunde des Jahres meinen
Herzensdank für die Hingebung und Aufopferung, mit der sie meinem
Rufe folgte und vor meinen Augen siegte — ein Erlebnis, für das ich
Gott meinen demütigen Dank stammlel
„Aber ganz Hreußen finde hier meinen Königlichen Dank für die
Gesinnung, die es in diesem denkwürdigen Jahre an den Tag legtel
„Wo solche Daterlandsliebe sich zeigt, da ist der gesunde Sinn vorhanden,
der Mationen groß macht, und darum segnet sie Gott sichtlich!
Meinen heißesten Dank finden alle hier, die mir halfen, durch schwere
Seiten zu dem Lichtpunkte dieses Jahres zu gelangen!
„Möge Gottes Segen immer auf Hreußen ruhen und Hreußen sich
dieses Segens würdig zeigen!
„Möge mein Sohn und seine Machkommen solches Volk und solche
Armee um sich sehen, und durch besonnenes, zeitgemäßes Fortschreiten
das Wohl und Gedeihen beider sorglich fördern und Hreußen die Stellung
sichern, die ihm von der Dorsehung sichtlich angewiesen ist.
„Das walte Gott in Seiner Gnadell!
„Mitternacht 1866—07. Wilhelm.“