138 17. Abgeordneter von Vollmar.
Wenn aber der Herr Abgeordnete von Vollmar mir weiter Vor—
haltungen gemacht hat über die Tonart, in der ich zu sprechen pflege,
so habe ich wohl hier und da selbst in der mir wohlwollenden Presse
gelesen, ich sei zu höflich, zu liebenswürdig, ich befleißige mich zu urbaner
Formen, ich möchte einmal recht grob werden, denn das gefalle dem
Deutschen so gut.
(Große Heiterkeit rechts und in der Mitte.)
Meine Herren, ob ich diesen Rat befolge, das weiß ich nicht. Ich
fürchte, daß ich es auf diesem Gebiet doch nicht mit gewissen Leuten
aufnehmen könnte.
(Sehr gut! in der Mitte und rechts. Heiterkeit.)
Es entbehrt aber doch nicht einer gewissen Pikanterie, daß der Herr
Abgeordnete von Vollmar mir meine Tonart vorwarf in demselben
Augenblick, wo mir ein Artikel unterbreitet wurde, der von einer dem
Herrn Abgeordneten von Vollmar, ich will nicht sagen, besonders nahestehenden
Seite, aber doch in einem Blatte der Partei veröffentlicht
ist, zu der sich der Herr Abgeordnete von Vollmar rechnet, und in dem
wörtlich steht — ich bitte um die Erlanbnis, diesen kurzen Artikel verlesen
zu dürfen —:
Die konservativen Wegelagerer
(große Heiterkeit),
die Zentrumsgauner
(erneute große Heiterkeit),
die nationalliberalen Jesuiten
(große Heiterkeit),
und als der oberste der Philister Eugen Richter
(erneute Heiterkeit)
— meine Herren, der Herr Abgeordnete Richter, von dem neulich Herr
von Kardorff mit Recht gesagt hat, daß wir ihn zu unser aller Bedauern
nicht an seinem Platze sehen, von dem wir alle hoffen, daß er
seinen gewohnten Platz bald wieder einnehmen möge
(allseitiger Beifall) —,
der parlamentarische Strolch
(stürmische Heiterkeit)
— ich bitte um Verzeihung —
der parlamentarische Strolch von Kardorff
(schallende Heiterkeit)