Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Montereau

übersetzung  ursprünglich  dänischer  Tagebuchblätter
  Moltkes.  Vgl.  W.  Müller,
Generalfeldmarschall  Graf  M.  (1878).
Montereau  (M.-Faut-Yonne,  spr.
mongt’ro-so-jom),  Stadt  im  franz.  Departement
  Seine-et-Marne,  am  Zusammenfluß
  der  Seine  und  Yonne,  denkwürdig
  durch  das  Treffen  zwischenden  Frangosen
  unter  Napoleon  I.  und  einem  Teil
es  Hauptheers  der  Verbündeten  unter
dem  Kronprinzen  von  Württemberg  18.
Febr.  1814,  in  welchem  erstere  siegten.
Wontgelas  (spr.  mongsch'la),  Maximilian
  Joseph,  Grafvon,  bayr.  Minister,
geb.  12.  Sept.  1759  zu  München,  studierte
in  Nancy  und  Straßburg,  wurde  1777
kurbayrischer  Hofrat  und  1779  Kammerherr,
  verlor  diese  Stellen  aber  1785  wegen
seiner  Hinneigung  zu  den  Ansichten  des
lluminatemordens  und  lebte  hierauf  eine
eitlang  am  Hof  zu  Zweibrücken.  Maximilian
  Joseph  ernannte  ihn  1799  zum
Minister  derauswärtigen  Angelegenheiten,
1803  der  Finanzen,  1806  des  Innern  und
1809  wieder  der  Finameen.  In  dieser
Stellung  hat  er  sich  durch  politische  und
wirtschaftliche  Reformen  um  Bayern  verdient
  gemacht.  In  der  auswärtigen  Politik
  betrieb  er  den  Anschluß  an  Frankreich
und  veranlaßte  dadurch  die  Vergrößerung
des  bayrischen  Staats.  1810  ward  er  in
den  Grafenstand  erhoben.  Als  Maximilian
  Joseph  eine  Leersasiung  einführen
wollte,  nahm  M.  1817  seine  Entlassung
und  starb  13.  Juni  1838  in  München.
Zuseiner  Verteidigung  r-  Wredeschrieb
er  Der  Minister  Graß  .  unter  der  Regierung
  Höriß  Maximilians  I.-(1815).
Montmartre  (pr.  mongmürtr),  eine
nördlich  von  Paris  gelegene  Anhöhe,  an
deren  südlichem  Abhang  ehemals  das  Dorf
M.  lag,  das  gegenwärtig  der  Stadt  einverleibt
  ist,  war  30.  März  1814  der  Schauplag,
  einer  blutigen  Schlacht  (s.  Paris).
ontmirail  (Pr.  mong  ·  mirdj),  Stadt
im  franz.  Departement  Marne,  denkwürdig
  durch  das  siegreiche  Gefecht  Napoleons
  I.  gegen  die  Preußen  unter  Blücher
und  die  t  unter  Sacken  11.Febr.  1814.
Nont-Saint-Jean  (pr.  mong-  ängschäng),

  Weiler  in  der  belg.  Provinz  Brabant,
  Arrondissement  Nivelles,  nach  wel-—

  Moritz.  801

chem  die  Franzosen  die  Schlacht  bei  Waterloo
  (s.  d.)  benennen.

Morgarten,  Bergabhang  im  schweizer.
Kanton  Zug:  am  rechten  Ufer  des  Agerisees,
  berühmt  durch  den  Sieg  der  Kantone
  Schwyz,  Uri  und  Unterwalden  15.
Nov.  1315  über  gaerheg  Leopold  den  Glorw
  rons  gis  dann  Kurfürst

o  erzog,  dann  Kur
von  Sachsen,  der  äes  Sohn  des  Herzogs
  Heinrich  des  Frommen  von  der  albertinischen
  Linie  und  der  Prinzessin  Katharina
  von  Mecklenburg,  gh  21.  März  1521
zu  drtiberß  nahm  1539  die  Reformation
an  und  folgte  1541  seinem  Vater  im  Hergegtum
  Sachsen.  Am  Schmalkaldischen

und  beteiligte  er  sich  nicht,  weil  er  mit
dem  Kurfürsten  Johann  Friedrich  von
Sachsen  wegen  der  geistlichen  Stifter  in
Sachsen,  namentlich  wegen  Magdeburg,  in
Streit  lag  und  1542  fast  in  Krieg  geraten
wäre.  Als  Kaiser  Karl  V.  1546  den  Krieg

cen  den  Schmalkaldischen  Bund  begann,
5  oß  sich  ihm  M.  in  einem  geheimen  Vertrag
  zu  Regensburg  an  und  erhielt  für
das  Versprechen  kriegerischen  Beistands  die
Zusage  der  Erbvogtei  über  die  Stifter
Magdeburg  und  Halberstadt  und  Aussicht
auf  die  Kurwürde.  M.  übernahm  nun
die  Vollstreckung  der  Acht  gegen  Johann
Friedrich,  besetzte  die  ernestinischen  Lande,
wurde  aber  bald  von  diesem,  der  schnell
aus  Süddeutschland  zurückgekehrt  war,
vertrieben.  Karls  Sieg  bei  Mühlberg
(s.  d.),  der  mit  M.  Hilfe  errungen  wurde,
und  die  Gefangemahme  Johann  Friedrichs
  führten  19.  Mai  1547  zu  der  Wittenberger
  Kapitulation,  in  welcher
letzterer  auf  sein  Land  nebst  der  Kurwürde
verzichtete.  Am  4.  Juni  1547  übertrug
der  Kaiser  die  Kurwürde  und  einen  großen
Teil  der  ernestinischen  Erblande  auf  M.
Die  andauernde  Haft  des  Landgrafen  Philipp,
  dessen  Schwiegersohn  M.  war,  und
die  Furcht  vor  weitern  Maßregeln  des  Kaisers
  gegen  die  Protestanten  bewogen  M.
1550  zu  geheimen  Rüstungen,  welche  dem
Kaiser  zu  verbergen  die  jenem  übertragene
Lolstreckung  der  Acht  gegen  Magdeburg
einen  passenden  Vorwand  bot.  M.  verband
  sich  mit  dem  Markgrafen  Johann
von  Brandenburg-Küstrin,  dem  Herzog