Full text : Geschichte des deutsch-französischen Krieges 1870 und 1871.

152  Bastion  11.

rend  der  Grabenkoffer  hinter  Lünette  53  in  einer  Länge  von  200
Schritt  links  und  rechts  vom  Wasser  bespült  wird.  Die  Mitte  des
Koffers,  auf  welchem  gearbeitet  wurde,  liegt  tief,  es  war  für  die  deckenden
  Wälle  keine  Erde  zu  finden,  sie  mußte  von  den  Seiten  und  von
rückwärts  herbeigeschafft  werden.  Dennoch  wurde  es  in  der  Nacht  vom
23.  zum  24.  September  unternommen,  mit  Infanterie  und  Pionieren
wieder  ohne  Deckung  vorzugehen,  und  trotz  des  Gewehrfeuers  von
der  Festung  gelang  es,  bis  zum  Kamm  des  innern  Glacis  vorzudringen.
  Hier  sperrte  ein  großer  Querwall  die  Mündung  des  Grabenkoffers
  und  bot  eine  willkommene  Gelegenheit,  hier  eine  Schützenstellung
  herzurichten.

Rechts  vor  uns  liegt  nun  eine  Schanze,  welche  aus  dem  Stadtwall
  heraustritt,  Bastion  11.  Die  Batterie  der  24  Pfünder,  welche
schon  bei  Lünette  53  eine  so  vortreffliche  Bresche  geschaffen,  hatten  den
Auftrag  erhalten,  während  die  Pioniere  die  Ueberbrückung  nach  Schanze
52  herstellten  und  die  Arbeiten  auf  dem  Grabenkoffer  vollendeten,  in
die  rechte  Seite  der  Bastion  11  eine  Bresche  zu  schießen.  In  dem
massiven  Mauerwerk  der  Bastion  waren  die  Granaten  von  gewaltiger
Wirkung,  es  gelang  den  sechs  Geschützen  der  Breschebatterie  bald,
einen  großen  Mauerklotz  herauszuschießen,  der,  ein  herzerfreuender
Anblick,  auf  einmal  herabstürzte.  Die  Bresche  wird  bald  beendet  sein.

Rückwärts  wurde  vornehmlich  an  der  Herstellung  einer  gesicherten
und  haltbareren  Kommunikazion  nach  der  Lünette  52  gearbeitet.  Die
Tonnenbrücke,  welche  den  Kolonnen  zum  Uebergang  gedient  hatte,
wurde,  wie  vorausgesehen  worden  war,  durch  einige  gut  treffende
Schüsse  unpassirbar  gemacht.  Man  half  sich  vorläufig  mit  einer  aus
zwei  Kähnen  schnell  hergestellten  Fähre,  begann  aber  sofort,  noch
mehr  Tonnen  unter  der  Brücke  zu  versenken,  und  schließlich  diese  selbst
ganz  zu  versenken.  Die  großen  Tonnen  bilden  in  Folge  dessen  anstatt
  schwimmender,  stehende  Unterstützungen,  und  es  bedarf  an  den
tiefsten  Stellen  nur  des  Aufbringens  von  Faschineu  und  Erde,  um
einen  festen  Damm  herzustellen.  Eine  Seitendeckung  aus  Sappenkörben
  und  Sandsäcken  sichert  gegen  das  Flankenfeuer  aus  Schanze
54  und  55.  Dies  ist  übrigens  nur  noch  Nachts  zu  fürchten,  wo  der
Vertheidiger  einige  Truppen  hineinwirft  und  feuern  läßt,  am  Tage