152 Bastion 11.
rend der Grabenkoffer hinter Lünette 53 in einer Länge von 200
Schritt links und rechts vom Wasser bespült wird. Die Mitte des
Koffers, auf welchem gearbeitet wurde, liegt tief, es war für die deckenden
Wälle keine Erde zu finden, sie mußte von den Seiten und von
rückwärts herbeigeschafft werden. Dennoch wurde es in der Nacht vom
23. zum 24. September unternommen, mit Infanterie und Pionieren
wieder ohne Deckung vorzugehen, und trotz des Gewehrfeuers von
der Festung gelang es, bis zum Kamm des innern Glacis vorzudringen.
Hier sperrte ein großer Querwall die Mündung des Grabenkoffers
und bot eine willkommene Gelegenheit, hier eine Schützenstellung
herzurichten.
Rechts vor uns liegt nun eine Schanze, welche aus dem Stadtwall
heraustritt, Bastion 11. Die Batterie der 24 Pfünder, welche
schon bei Lünette 53 eine so vortreffliche Bresche geschaffen, hatten den
Auftrag erhalten, während die Pioniere die Ueberbrückung nach Schanze
52 herstellten und die Arbeiten auf dem Grabenkoffer vollendeten, in
die rechte Seite der Bastion 11 eine Bresche zu schießen. In dem
massiven Mauerwerk der Bastion waren die Granaten von gewaltiger
Wirkung, es gelang den sechs Geschützen der Breschebatterie bald,
einen großen Mauerklotz herauszuschießen, der, ein herzerfreuender
Anblick, auf einmal herabstürzte. Die Bresche wird bald beendet sein.
Rückwärts wurde vornehmlich an der Herstellung einer gesicherten
und haltbareren Kommunikazion nach der Lünette 52 gearbeitet. Die
Tonnenbrücke, welche den Kolonnen zum Uebergang gedient hatte,
wurde, wie vorausgesehen worden war, durch einige gut treffende
Schüsse unpassirbar gemacht. Man half sich vorläufig mit einer aus
zwei Kähnen schnell hergestellten Fähre, begann aber sofort, noch
mehr Tonnen unter der Brücke zu versenken, und schließlich diese selbst
ganz zu versenken. Die großen Tonnen bilden in Folge dessen anstatt
schwimmender, stehende Unterstützungen, und es bedarf an den
tiefsten Stellen nur des Aufbringens von Faschineu und Erde, um
einen festen Damm herzustellen. Eine Seitendeckung aus Sappenkörben
und Sandsäcken sichert gegen das Flankenfeuer aus Schanze
54 und 55. Dies ist übrigens nur noch Nachts zu fürchten, wo der
Vertheidiger einige Truppen hineinwirft und feuern läßt, am Tage