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130 Anlage 3. Die Landstände.
Artikel 15.
Mitglieder der Ministerien sowie der Oberrechnungskammer
können nicht zu Abgeordneten für die Zweite Kammer gewählt werden.
Amtsrichter und Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten, Kreisräte,
Kreisamtmänner, Kreisärzte, Kreisassistenzärzte, Kreisschulinspektoren,
Kreisveterinärärzte, Kreisgeometer, Polizeikommissäre,
Bauinspektoren und Bauassessoren, Vorstände der Finanzämter,
Finanzamtmänner, Bezirkskassiere und Kontrollbeamte der Lokal-=kassestellen,
Obersteuerinspektoren und Oberförster, sowie die diesen
Beamten untergebenen Beamten, die ihren Gehalt aus der Staatskasse
empfangen, können für Wahlkreise, die ganz oder zum (nach
der Bevölkerungszahl zu berechnenden) größten Teile zu ihren Dienstbezirken
gehören, nicht zu Abgeordneten gewählt werden. Dasselbe
gilt von denjenigen Beamten, auf die in der Folge die Amtsverrichtungen
der vorstehend bezeichneten Beamten übertragen werden
sollten.
Abschnitt III.
Von der Wahl der Vertreter der adeligen Grundbesitzer und
von dem Vorschlage der Vertreter der Berufsstände für die
Erste Kammer.
Artikel 16.
Die durch die abeligen Grundbesitzer zu wählenden Mitglieder
der Ersten Kammer (Art. 2 Ziffer 8) werden auf sechs Jahre gewählt.
Wenn im Laufe einer solchen Wahlperiode aus einem der
im Artikel 61 Abs. 4 Ziffer 1 bis 4 bezeichneten Gründe ein gewähltes
Mitglied ausscheidet, so ist für die vorzunehmende Ersatzwahl
das Verzeichnis der Stimmberechtigten und Wählbaren (Art. 17)
neu aufzustellen.
Artikel 17.
Zur Leitung der nach Artikel 2 Ziffer 8 vorzunehmenden
Wahlen wird ein Regierungskommissär ernannt, auf dessen Veranlassung
die Stimmberechtigten und Wählbaren ermittelt werden.
Das Verzeichniß der Stimmberechtigten und Wählbaren ist
vor der Wahl öffentlich bekannt zu machen. Einwendungen gegen
die Richtigkeit oder Vollständigkeit des Verzeichnisses sind binnen
vierzehn Tagen vom Tage des Erscheinens der Bekanntmachung
an bei dem Regierungskommissär schriftlich vorzubringen, der, vorbehältlich
der Prüfung der Ersten Kammer, hierüber entscheidet.
Die Stimmen werden, nachdem vierzehn Tage zuvor die Aufforderung
dazu an jeden Stimmberechtigten unter Bezeichnung des