8 76.] Begründung des Erbbaurechts. 369
6) Durch Landesgesetz (§ 98 R.G.B.O.) kann bestimmt werden, ß) Vorlegung
daß das Grundbuchamt die Erklärung der Auflassung nur des obligatoentgegennehmen
soll, wenn die nach § 313 B. G.B. erforder- nischen Verliche
Urkunde, nämlich der gerichtlich oder notariell beurkundete ages.
Veräußerungsvertrag, vorgelegt wird. Diese Vorschrift wird
auch auf das Erbbaurecht nach § 1017 B. G.B. entsprechende
Anwendung und ein etwaiger Formmangel Heilung durch die
Auflassung finden.)
b) Die Bestellung des Erbbaurechts durch Vermächtniß kann b) Begrünmr
obligatorische Bedeutung haben. Dasselbe giebt dem Be= dung durch
günstigten einen persönlichen Anspruch gegen die Erben, eine ent- leetwilige
sprechende Willenserklärung im Sinne des § 873 B. G. B. abzu- erfügung.
geben, in der Regel also die in beglaubigter Form ausgestellte Einwilligungserklärung
zur Eintragung des vermachten Erbbaurechts auf
dem ererbten Grundstück. Erforderlich ist für diesen Fall, daß die
Erben als Eigenthümer im Grundbuch eingetragen sind, da die
Ausnahme des § 41 R. G. B. O. sich nicht auf die Begründung von
dinglichen Rechten an fremden Grundstücken bezieht. Event. würde der
Begünstigte in Gemäßheit des § 14 R. G. B. O. zum Antrage auf vorgängige
Eintragung der Erben berechtigt sein.
Jc) Das Erbbaurecht ist ein besitzfähiges Recht, und es findet daher c) Begründie
Bestimmung des § 900 Abs. 1 B. G.B. entsprechende Anwendung. dung durch
Das Nähere ist oben S. 243, 334 ausgeführt worden. Kabularer=3.
Soll ein vorhandenes Erbbaurecht weiter veräußert werden Hiung. "
.. -. . . , . Veräußeoder
tritt ein sonstiger Eigenthumswechsel ein, z. B. durch den Erb= rungundegang,
Eingehung ehelicher Gütergemeinschaft u. A., so sind auch hier lastung des
die für den Eigenthumserwerb an Grundstücken maßgebenden Grund- Erbbau—
sätze entsprechend anzuwenden, wobei, wie bereits hervorgehoben ist, rechts.
das Erbbaurecht ein besonderes Grundbuchblatt erhalten haben muß
(vgl. oben S. 40). Wird das Erbbaurecht dann anderweit belastet,
so treten alle diejenigen Bestimmungen ein, welche für die Belastung
der Grundstücke selbst gegeben sind.
4. Zweifelhaft ist, ob die Analogie des § 927 B. G. B. 4. Erwerb auf
auf das Erbbaurecht Anwendung findet. Die Frage ist im be-Grund eines
jahenden Sinne zu entscheiden, weil jene Bestimmung sich, wie schon Ausschlußihre
Stellung zeigt, nicht auf den Verlust, sondern auf den Erwerb urtheils.
des Eigenthums bezieht. Der § 925 B. G.B. bestimmt die Form
) Vgl. das Nähere oben S. 291f.
Oberneck, Grundbuchrecht. 2. Aufl. 24