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der aufwachenden Parthien zu steuren, die Fehler in der Erziehung
des jungen Herzogs abzustellen. **-So
lang Christoph lebte, hatten es die Prälaten nicht
gewagt, sich allmählig in alle die Rechte und Vortheile wieder
hineinzuschwingen, welche ihre Vorfahren Rdmischkatholischen
Angedenkens besessen hatten. Der herzogliche Klosterverwalter
war ihnen zwar beschwerlich, die Ausgaben wurden ihnen ihrem
Bedünken nach gar zu karg zugemessen, wenn immer der
Ueberrest der Einkünfte nach Hofe geschickt werden sollte, aber
der weltkundige Christoph wußte, wie leicht auch in jeder
neuen Kirche ein Keim des Pabsfthums aufschießt, und seiner
Entschlossenheit war nicht leicht durch Klagen und frommes
Drohen eine Veränderung abzulocken. Die gute Mutter Vormünderin
hingegen überließ sich gleich nach dem Tode ihres
Herrn dem Rath des Hofpredigers und anderer Theologen mit
einer sorglosen Gleichgültigkeit, deren Folgen kaum durch das
Ansehen der übrigen Vormünder gehemmt wurden.
Es war wohl löblich, daß gleich nach des Vaters Tode
ein allgemeines Ausschreiben in das Land erlassen wurde, man
mochte beten, daß das junge Blut der Herzog Ludwig
vor falscher Lehr und bösen Erxempeln verwahrt
bleibe, auch mochte immerhin D. Lukas Osiander alle Morgen
dem Prinzen sein Kapitel aus der Bibel, ein Stück der Augspurgischen
Confession und ein Stück der Wirtembergischen
Confession erklären 2), aber war es denn auch Erziehung,
wie es sich ziemte, daß der vierzehnjährige Prinz noch unter
den Händen der Kindsmagde blieb, auf der Jagd wie ein
Jägerpursch die Hirsche herbeitrieb, wenn es der trauten Freundin
seiner Mutter, der Kammermeisterin von Osiheim, einfiel,
*) S. D. Heerbrands Leichenrede, Herz. Lndwig gehalten.