Full text : Maximilian II., König von Bayern.

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auftritt,  ist  nicht  sowohl  der  erste  (wahrscheinlich  christliche)
Herzog  (d.  i.  Heerführer)  und  König  der  Bayern,  sondern  nur
ihr  in  der  Geschichte  bekannter  erster  Regent.  Seine  schöne
Tochter  Theodeliude  ward  mit  dem  Longobarden-König  Autharis
  vermählt  und  wird  von  der  katholischen  Kirche  unter  die
Heiligen  gezählt.  Groß  sind  ihre  Verdienste  um  das  Longobarden-Reich
  in  Italien.  )

In  jener  Zeit  erscheint  Bayern  als  ein  weites  mächtiges
Gebiet.  Von  Botzen,  dem  Eingang  nach  Italien,  erstreckte  es
sich  bis  zum  Fichtelgebirge,  und  vom  Finstermünzpaß,  dem
Grenzthor  nach  der  Schweiz,  bis  zur  Leitha  in  Oesterreich.
Schon  in  frühester  Zeit  sind  die  Bayern  die  Grenzhüter  gegen
die  tartarischen  und  slavischen  Völker  im  Osten  von  Europa
und  die  Vorkämpfer  germanisch  -christlicher  Gesittung  gewesen.
Bis  tief  in's  heutige  Ungarn  hinein  legten  die  bayrischen
Thassilonen  zuerst  an  Handelsplätzen  der  Slaven  und  an  Seen
Kloster-Ansiedlungen  an,  aus  denen  in  der  Folge  Städte  erwuchsen.
  Bayrische  Bischöfe  durchwanderten  als  Glaubensboten
die  Steppen  Ungarns.  Bayrische  Ansiedler  machten  dieses  Land
zugleich  deutsch  und  christlich.  Viermal  werden  die  Kolonisten
von  den  Avaren  und  Magyaren  hingeschlachtet;  viermal  wieder
wird  der  von  bayrischem  Blute  gedüngte  Boden  Oesterreichs  durch
Bayern  angebaut.  Ungefähr  um  dieselbe  Zeit,  als  die  heidnischen
  Preußen  den  heiligen  Adalbert  erschlugen,  empfingen  die

!)  Die  heilige  Theodelinde  starb  um  621;  ihr  Gedächtnißtag  ist  der
22.  Jannar;  ihre  Gebeine  ruhen  in  einem  präüchtigen  Sarkophage  in  der
schönen  Domkirche,  welche  Theodelinde  595  zu  Monza  (sieben  Meilen  von
Mailand)  gegründet  hat.  Vom  Papste  Gregorius  I.  soll  Theodelinde  einen
von  den  Nägeln,  mit  welchen  Christus  an's  Kreuz  geschlagen  worden  war,
zum  Geschenke  erhalten  haden.  Den  Nagel  ließ  sie  zu  einem  Reif  ausdehnen
  und  in  die  Königskrone  befestigen.  Seit  dieser  Zeit  nennt  man  die
lombardische  Königskrone,  obwohl  ans  Gold  verfertigt,  die  eiserne  Krone,
weil  sie  mit  dem  kostbaren  Eisen  geziert  ist.  Man  kann  sie  gleichfalls  im
Dome  zu  Monza  sehen.

–lPV