Die 4. Armee (Auffenberg) fand bei ihrem Vormarsch auf Cholm stärkeren
Wlderstand nördlich von Tomaszow in der Gegend von Tarnowatka. Hler
entbrannte eine selbständige Schlacht. Zn verbissenem Ringen rannten die
Osterreicher immer wieder gegen die festen Stellungen der Russen an, dle von
Osten her stets neue Reserven beranzogen. Aber auch der Angrelfer erdielt
Verstärkungen, welche der vor Lemberg des Feindes barrenden 3. Armee entnommen
werden mußten. Unter dem Befehl des Erzberzogs Josef Ferdinand
griffen dlese am rechten Flügel der hart ringenden Armee Auffenberg in den
Kampf ein. Am 29. und 30. August gelang es, die Hauptstellung der Russen
belderseitig zu umfassen und zu Falle zu bringen. Vergebens ballten die Russen
sich auf der Linle Komarow-Tyzowice noch einmal zu verzweifeltem
Widerstand zusammen — vergebene warfen sie ihre letzten Derstärkungen
beran. Beide Eckpfeiler der neuen Verteidigungelinie sielen am 1. September,
und nun wich der Russe nach schweren Verlusten in hastigem Rückzug auf Wladimir-Wolpnsk
zurück. So hatten zwel selbständige Schlachtbandlungen der
beiden österreichischen Angriffsarmeen, die allerdings am Berübrungepunkte
beider Armeen gelegentlich ineinandergegriffen hatten, den ssterrelchischen
Waffen eine pharterkämpfte Reihe glänzender Siege erzwungen.
Aber zur selben Zeit hatte sich gegen den Verteidigungsflügel der Österreicher
das Verderben herangewälzt.
Auch die Armee Brudermann, die östlich von Lemberg des russischen Angriffe
harrte, hatte schließlich noch den Befehl bekommen, dem sich ankündlgenden
Vormarsch der Russen aus der Gegend zolschen Tarnopol und Brody angriffeweise
entgegenzutreten. Sle rückte Infolgedessen dle auf eine Linle vorwärte
Przemypslany vor. Hier wurde sie alebald von zwel russischen Armeen angegriffen:
die J. russilsche Armee (Rußky) war von Norden und Nordosten her,
dle 8. (Jwanow) vom Osten her im Anmarsch. Am 26. August begann die
erste Schlacht bel Lemberg.
Schon bei Beginn der Schlacht machte es sich bemerkbar, daß die Russen,
welche die J. Armee in weitem Bogen von Norden und Osten her umstellt hatten,
stark genug sein würden, auherdem auch noch einen Flankenstoß auf die von
der Heeresgruppe Köveß nur schwach verteidigte rechte Flanke vom Tale des
Onjestr her zu übernehmen. Die Lage der Armee Brudermann erschien also
schon in den ersten Augenblicken des Kampfes so gut wie hoffnungelos. Aber
die ssterrelchisch-ungarlschen Truppen wehrten sich mit der Kraft der Verzwelflung
und traten erst am 28. August nach furchtbarem Kampfe den Rückzug an.
Sie hatten die ungeheure Ubermacht der Russen so übel zugerlchtet, daß diese
nicht ohne weiteres zu folgen vermochte. Das gab der Armee Brudermann
die Muße, sich am 28. Jugust auf einer weiter rückwärts gelegenen Linie zur
Verteidlgung einzurichten. Diese umzog Leinberg wlederum im Norden und
Osten, nun allerdings in einem viel engeren Viertelkreis.
Eine Erlelchterung der Lage der 3. Armee trat inzwischen insofern ein,
als Telle der 2. Armee von Serbien her In der Reichweilte dee Schlachtfelde
eingetroffen waren. Zwei lhrer Korpe hatten schon an der ersten Schlacht
teilnehmen können. Jetzt setzte General von Boehm-Ermolll noch fünf weltere
Dlolsionen auf dem rechten Flügel der neuen Stellung der 3. Armee ein.
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