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Rückenmarksleiden sind verhältnißmäßig häufig in Elsaß-Lothringen, Hessen,
Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen beobachtet worden. In den genannten Ländern
litten daran 7 bis 8, im ganzen Reiche nur 3,6 von je 1000 Kranken. Die Zahl der mit
Rückenmarkskrankheiten zugegangenen Personen, belief sich auf 7209, (darunter 5016
männlichen Geschlechts); als Todesursache sind diese Leiden bei 1248 (761) angegeben.
Mehr als ein Drittel aller Krankheitsfälle der dritten Gruppe (38,2%) entfiel
auf „andere Krankheiten des Nervensystems“, namentlich war das weibliche Geschlecht
hierbei stark vertreten. Von 1000 männlichen Kranken litten etwa 16, von
1000 weiblichen fast 27 an solchen nicht näher bezeichneten Nervenkrankheiten, zu denen
u. a. die Hysterie gerechnet sein dürfte.
IV. Krankheiten des Ohrs.
Mit Ohrenleiden sind in den 3 Jahren nacheinander 2251—2555 — 2787 Kranke
den Heilanstalten zugegangen und zwar verhältnißmäßig viele (im Ganzen 1903) den
Privatanstalten. Etwa ¾ der Fälle (73,7 %) waren Krankheiten des inneren Ohrs,
nur 1995 Zugangsfälle betrafen das äußere Ohr. Am häufigsten waren diese Krankheitsformen
namentlich in Ostpreußen (ca. 7% aller dortigen Krankheitsfälle), sowie
zeitweise in Sachsen-Weimar und in der Provinz Sachsen, demnächst in Württemberg,
Oldenburg, Berlin, Lübeck. Von Todesfällen sind im Ganzen 74 den Krankheiten des
Ohrs zugeschrieben, darunter 3 den Krankheiten des äußeren Ohrs.
V. Krankheiten der Augen.
(Hierzu Tab. m.)
Die Zahl der Augenkranken in den allgemeinen Krankenhäusern ist wesentlich
davon abhängig, ob die der Anstaltspflege bedürftigen Augenkranken lediglich auf jene
angewiesen sind, oder ob besondere Augenheilanstalten im Lande noch existiren. So
war z. B. in den allgemeinen Krankenhäusern Berlins und Hamburgs, wo es an eigenen
Augenheilanstalten nicht mangelt, die Zahl der Augenkranken verhältnißmäßig gering,
während in einigen kleineren Bundesstaaten, namentlich Waldeck und Schaumburg-Lippe,
ein auffallend großer Theil der Kranken (22 bezw. 15% der Gesammtzahl) an Augenleiden
behandelt worden ist. Auch in Bremen, Oldenburg, Braunschweig und Hessen
kamen Augenleiden häufig vor (vgl. Tab. m).
Kontagiöse Augenkrankheiten sind von Jahr zu Jahr in zunehmender Häufigkeit
zugegangen, im Ganzen ist jedoch nur bei 3,5% der Augenkranken die kontagiöse
Form festgestellt (ogl. Tab. m). In Anhalt litt ausnahmsweise mehr als der dritte
Theil aller Augenkranken daran, in Hessen mehr als 10%, in Ostpreußen 5,8, in Braunschweig
6,7, in Bremen 6.8%. Da zu den kontagiösen Augenkrankheiten nicht nur die
granulöse Bindehautentzündung bezw. das Trachom, sondern auch die Tripperblennorrhöe
und die diphtherische Entzündung gezählt werden, läßt sich über die sanitätspolizeilich
bedeutsame Verbreitung des ersteren Leidens aus den Zahlen nichts Sicheres entnehmen.
Bemerkenswerth ist die Zunahme der kontagiösen Augenleiden namentlich in Württemberg,
Hessen-Nassau, Schlesien, Berlin, während sie u. a. in Bayern, Baden, Bremen
abgenommen haben. Todesfälle in Folge von Augenkrankheiten sind in den 3 Jahren
35 Mal verzeichnet, darunter 10 Mal in Folge kontagiöser Augenkrankheit.