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krustiger, zum Theil weicher gelblicher Beschaffenheit, deren Oberfläche nach Entfernung der
Krusten nicht völlig unverletzt erscheint, traf nicht zu.
Als bemerkenswerth wird ferner bezeichnet, daß eine Lymphe, welche gelbe Staphylokokken
enthielt, sich als ein hervorragend guter Impfstoff erwies, auch ganz frisch bei
Probeimpfungen abnorm entzündliche Reaktion nicht veranlaßte und nach 8 Wochen verimpft
vom Lehrer der Impftechnik an der Universität Kiel als eine „vorzügliche Lymphe“
bezeichnet wurde. Der Bericht folgert daraus, daß die bakteriologischen Untersuchungen des
Impfstoffes für die Praxis kaum einen Zweck haben und namentlich dann unnöthig
sind, wenn die Lymphe erst nach Ablagerung von 2 und mehr Monaten zur Verwendung
gelangt.
Mit einigen Sorten Lymphe von guter Wirksamkeit und Haltbarkeit wurden während
der letzten drei Jahre Versuche über den Einfluß des Lichts auf den Vaccine-Erreger angestellt.
Farblose und braune, mit Lymphe gefüllte Kapillarröhrchen wurden 2 bis 8 Wochen lang
im mäßig warmen Zimmer offen vor's Fenster an der Westseite gelegt, wo sie auch reichlich
direktes Sonnenlicht erhielten. Zur Kontrole lagen einige in Holzbüchsen eingeschlossene,
mithin vor jeder Belichtung geschützte Röhrchen daneben. Bei den wöchentlich mit jeder
Lymphesorte vorgenommenen 5 bis 10 Probeimpfungen an Kindern zeigte sich keinerlei Unterschied
in der Wirksamkeit der Lymphe. Die Versuche fielen in die Monate März und April
1895, März bis Mai 1896 und Oktober 1897. Die Lymphe war zu Beginn derselben
5 bis 6, bei der späteren Verimpfung 6 bis 7 Monate alt.
Ueber den Bakterienge halt des Impfstoffes der außerpreußischen Anstalten
haben im Kaiserlichen Gesundheitsamte wissenschaftliche Untersuchungen stattgefunden, deren
Ergebnisse von Stabsarzt Dr. Deeleman im 1. Hefte des XIV. Bandes der Arbeiten aus
dem Kaiserlichen Gesundheitsamte auf den Seiten 88 ff. unter dem Titel: Ueber den
Bakteriengehalt der Schutzpockenlymphe veröffentlicht sind.
In München ist die bakterienfeindliche Eigenschaft des Glycerins durch neue Versuche
bestätigt worden. Aus einer Lymphe entwickelten sich am 18. Dezember 1896 auf
Agar (bei 37°) 12600, auf Gelatine 7 500 Kolonien pro cem. Nach 2 Monaten wurden
auf Agar in 1 cem nur noch 1.000, auf Gelatine bei 220 sogar nur noch 150 Kolonien
gezählt. Aus einer anderen Lymphe entwickelten sich an dem oben bezeichneten Tage
auf Agar 17250, auf Gelatine 10 100 Kolonien, 2 Monate später nur noch 800
bezw. 500.
In Dresden wurde am 23. März eine ½ Jahr alte Ziege mit 3 Sorten wirksamer
Lymphe geimpft. Am 29. März wurden die entstandenen theilweise halblinsengroßen,
weißgrauen, flachen, weichen, mit hellrothem, 2 bis 3 mm breitem Hof umgebenen Bläschen
abgeschabt. Die Menge des Stoffes war gering. Der Grund der Bläschen war nicht infiltrirt.
Am 30. März waren die unverletzten Pustelchen eingetrocknet. Der abgenommene
Pustelstoff wurde auf ein Kalb, bei dem gleichzeitig verimpfte Kälberlymphe gut haftete,
ohne Erfolg übertragen.
Ueber die im Auftrage des Königlich sächsischen Landes-Medizinal-Kollegiums für das
Impfinstitut zu Dresden vorgenommenen Lympheuntersuchungen berichtet die Königliche
Zentralstelle für öffentliche Gesundheitspflege in dem genannten Orte Folgendes:
„Bei den Lymphenntersuchungen des Jahres 1896 war lediglich die Zahl sämmtlicher Bakterien, die
sich in 1 Tropfen Lymphe vorfanden, durch Aussäen auf Agar-Agarplatten festgestellt worden. Infolge
der verschiedenen Weite der Lympheröhrchen sowohl, wie auch infolge der verschieden dicken Konsistenz der
Lymphe war es aber nicht zu vermeiden, daß man bei der einen Untersuchung mehr Lymphematerial auf