Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1836. (13)

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Art.  35.
Fortse  zung.

Der  Gesell,  welcher  stückweise  bezahlt  wird  oder  von  dem  Meisler  einen  Vorschuß
an  seinem  Arbeitslohn  empfangen  hat,  kann,  der  in  der  gehbrigen  Frist  geschehenen
Aufkündigung  ungeachtet,  nicht  eher  austreten,  als  bis  er  die  übernommene  Arbeit
vollendet  oder  den  empfangenen  Vorschuß  abverdient  oder  erfebht  hat.

Art.  36.
Fortse  zung.

Zur  gleichbaldigen  Aufsagung  des  Vertrags  ist  der  Meister  berechtigt:

1)  wenn  der  Gesell  gegen  ihn  oder  seine  Hausgenossen  einer  groben  Beschimpfung

oder  einer  übeln  Nachrede  in  Hinsicht  auf  das  Gewerbe  sich  schuldig  macht;

2)  wenn  er  den  Anweisungen,  die  er  als  Geselle  von  dem  Meister  erhält,  eins

beharrliche  Unfolgsamkeit  entgegenseht,  oder  wenn  er  gegen  den  Willen  des
Meiisters  einen  ganzen  Arbeitstag  hindurch  sich  der  Arbeit  entzieht  oder  zu
wiederholten  Malen  in  den  gesehlichen  Arbeitsstunden  feiert;

3)  wenn  er  einer  wiederholten  Störung  der  Hausordnung  sich  schuldig  macht,

oder  die  Sicherheit  des  Hauses  durch  Unvorsichtigkeit  gefährdet,  oder  mit  einer

ansteckenden  Krankheit  behaftet  ist;

4)  wenn  er  einer  Veruntreuung  oder  eines  ähnlichen,  dem  guten  Mufe  nachtheiligen

  Vergehens  sich  schuldig  macht;

5)  wenn  unverschuldete  Ereignisse  den  Meister  außer  Stand  setzen,  dem  Gesellen

Arbeir  zu  geben.
Art.  37.
Fortsehrnang.

Der  Gesell  kann  den  Vertrag  vor  Ablauf  der  Aufkündigungsfrist  aufsagen:

1)  wenn  der  Meister  einer  strafbaren  Handlung  oder  einer  groben  Unfttlichkeit

gegen  ihn  sich  schuldig  macht;  «

2)  wenn  er  ihm  die  versprochene  Belohnung  schmaͤlert  oder  sie  nicht  zur  gehoͤrigen

  Zeit  entrichtet.
Art.  38.
Fortsetzums.

Der  Meister,  der  einen  Gesellen  ohne  gesehlichen  Grund.  vor  Ablauf  der  Aufkün,

digungsfrist  entläßt,  hat  ihm  den  Lohn  und  die  Verpflegung,  welche  der  Gese