Full text : Bismarck´s Glaube.

was  ich  reichlich  verschuldet.  Empfehlen  wir  uns  seiner
Barmherzigkeit!“  Bald  darauf  kann  er  der  gar  besorgten
Gattin  schreiben:  „Sei  also  getrost  und  vertraue  Gott  dem
herrn:  er  zeigt  uns  dielZuchtrute  wohl,  die  er  für  uns  in
Bereitschaft  hat;  aber  ich  habe  das  feste  Dertrauen:  er
steckt  sie  wieder  hinter  den  Spiegel.“

Wenn  wir  also  im  vorigen  den  charaktervollen  Widerspruch
  der  gesunden,  männlichen,  weltoffenen  und  tatkräftigen
  Religiosität  Bismarcks  zu  dem  guietistisch-gefühligen,
  sauertöpfigen  und  engen  Dietismus  des  Duttkamer--schen
  Dauses  hervorgehoben  haben,  so  muß  doch  ebenso
betont  werden,  daß  irgendwelche  Hinneigung  zu  liberalem
protestantischem  Denken  ihm  völlig  fernlag.  In  hinsicht
auf  die  großen  hHauptpunkte  der  Lehre  stand  er  durchweg
auf  altgläubiger  Seite.  Nicht  bloß,  daß  er  in  dem  Konflikt
des  bekannten  TLichtfreundes  Uhlich  mit  dem  Magdeburger
Wonsistorium  durchaus  auf  des  letzteren  Seite  stand,  ja  ihm
Glück  wünschte  dazu,  wenn  es  sich  zu  entschiedenem  Zuftreten
  entschließen  könne;  nur  müsse  man  dann  auch  mit
energischer  Ronsequenz  durchführen,  was  man  beginnen
wolle;  Halbheit  habe  noch  keiner  Sache  genützt.  UNein,  er
bielt  sich  in  Berlin  durchaus  zu  den  Dorkämpfern  des  schärfsten
  Kltluthertums,  zu  Goßner,  Knak,  Büchsel.  Büchsel
hört  er  aber  lieber  als  Knak,  der  ihm  doch  zu  aufgeregt
ist,  die  Saiten  überspannt,  nicht  nur  alles  Aanzen,  auch
jegliches  Theatergehen  und  alle  Musik,  die  nicht  zur  „Ehre
Gottes“,  sondern  nur  zum  Dergnügen  gemacht  wird,
sündlich  und  „Derleugnung  Gottes“  findet,  wie  Detrus
sagt:  „ich  kenne  des  Menschen  nicht.“  Dieser  elotismus