Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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Eine  zweite  Adelsquelle  wurde  der  Herrendienst,
  wie  er  von  dem  Ministerialadel  in  der
Feudalver  fassung  geleistet  wurde,  nachdem  Carl  der
Große  die  Gaugrafen  mit  der  Leitung  der  bewaffneten
  Macht  und  der  Führung  der  Gerichte  betraut
hatte,  welche  Gaugrafen  bekanntlich  unter  den  Hohenstaufen
  ihr  Amt  erblich  machten.

Dieser  Ministerialavel  nannte  sich  von  seinen
Burgen  und  zu  ihm  gehörten  sehr  angesehene  süddeutsche,
  namentlich  östreichische  Fürstengeschlechter,
wie  die  heut  zu  Tage  souverainen  Liechtenstein  und
Dietrichstein  und  Auersperg,  die  ursprünglich
sammt  und  sonders  nur  kärnthnischer  Ministerialadel
gewesen  sind.  Die  Dietrichsteine  sind  wahrscheinlich
  die  älteste  unter  den  aus  dem  Ministerialadel
heraufgekommenen  Familien,  welche  mit  dem  Geschlechtsnamen,
  dem  Namen  ihrer  Burg,  schon  zu  Anfang  des
zwölften  Jahrhunderts  vorkommt:  schon  1102,  also  vor
Waldeck,  Lippe,  Solms,  erscheint  ein  „Ruprecht
  de  Dietrichstein"“  als  Zeuge  in  einer
Urkunde  für  das  Benedictinerkloster  St.  Lambrecht  in
der  Steiermark.

Nach  dem  Verfalle  der  Gauverfassung  unter  den
Hohenstaufen,  zu  Anfang  des  dreizehnten  Jahrbhunderts
war  das  Nitterthum  vollständig  ausgebildet  und
das  Vorkommen  der  Auedrücke:  „Nitter“  und  „Knappe“
als  stehender  Zusätze  bei  den  Adelsnamen  in  den
Urkunden  datirt  etwa  vom  Jahre  1235,  wo  Kaiser
Friedrich  II.  von  Hohenstaufen  den  berühmten
  großen  Reichetas  zu  Mainz  hielt.  Von  vie-