Bandenbegriff und Marktdiebstähle. 443
derartig vorherbestimmter darstellen, daß er sich
von einem auf einfachem Komplotte beruhenden nicht
mehr unterscheiden lasse, denn die (unbestimmt gebliebene)
Menge der zu stehlenden Sachen sei in
der Regel bei keinem Diebstahl vorher bestimmbar.
Allein mit der nämlichen Folgerichtigkeit werde man
einen verabredeten Jahrmarktsdiebstahl dann dem
Begriffe eines bandenmäßigen Diebstahls unterstellen
müssen, wenn eine Verabredung wie vorliegenden
Falles in der Art getroffen wurde, daß innerhalb
der Begrenzung des Unternehmens nach Zeit und
Ort noch hinreichender Raum geblieben ist für die
Entwicklung jener allgemeinen und unbestimmten verbrecherischen
Thätigkeit der Verbündeten, welche ihrer
Vereinigung das gefährliche Kennzeichen der Bande
aufdrückt. « .
Die Verabredung bestehe vorliegenden Falles
nach der thatsächlichen Feststellung darin, daß an
einem bestimmten Markttage in einer bestimmten
Stadt an den Waaren der Marktfieranten — unbestimmt
an welchen Waaren und an welchen Fleranten
— soviel als möglich Diebstähle verübt werden
sollen. Die Individnalisirung dieser Verabredung
erstrecke sich also bezüglich des Schauplatzes des
Unternehmens über den Bezirk einer Stadt, bezüglich
der Zeit des Unternehmens auf die Dauer eine5
Tages. Da die Verkaufslokalitäten der Fieranten
auf dergleichen Märkten sich nicht nur in zerstreut gelegenen
Buden, sondern auch in verschiedenen Straßen
und Häusern befinden können, und die Diebsgenossen
die Entwendungen nicht zu gleicher Zeit an
einer und derselben Stelle, sondern abgethellt an
verschiedenen Verkaufsplätzen behufs Erreichung des
„möglichst Vielen“ auszuführen haben, hiezu auch
die Benützung verschiedener Zeitabschnitte nothwendig
erscheinen, um einen Theil der gestohlenen Effekten
inzwischen immer wieder in Sicherheit zu bringen,
— so lasse sich bei einer derartigen Verabred=