Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1841. (18)

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Feuer-Versicherungs-Gesellschaft  zu  übertragen,  so  hat  sie  unter  Anerkennung  ihrer
fortdauernden  Haftungspflicht  aus  ihren  bisherigen  Versicherungs-Verträgen  und
Prolongationen  durch  Vollmacht  vom  27.  Januar  d.  J.  den  Hauptagenten  der  Aachen-Münchener
  Feuer-Versicherungs-Gesellschaft,  die  Kaufleute  Fink  und  Eisenlohr
in  Reutlingen,  auch  zu  ihrem  Hauptagenten  in  Gemäßheit  des  Art.  9  des  Gesehes
vom  25.  Mai  1850  (Reg.  Blatt  S.  209)  bestellt;  was  hiemit  zur  allgemeinen  Kenntniß
  gebracht  wird.
Stuttgart  den  15.  März  1841.  Schlayper.

b)  Verfügung,  betreffend  die  Aufnahme  von  35glingen  in  die  mit  dem  Waisenhause  Weingarten
verbundene  Rettungsanstalt  für  verwahrloste  Kinder.

Nachdem  die  unter  dem  15.  August  1326  im  schriftlichen  Wege  erlassene  Instruktion
  in  Betreff  der  Auswahl  der  in  das  Waisenhaus  Weingarten  neben  der
normalmäßigen  Waisenzahl  aufzunehmenden  Kinder  von  Landstreichern  2c.  einer
Revision  unterworfen  worden  ist;  so  werden  nunmehr  in  Gemäßheit  höchster  Entschließung
  Seiner  Königlichen  Masjestär  vom  heutigen  Tage  folgende  Bestimmungen,
  die  an  die  Stelle  jener  Instruktion  treten,  zur  öffentlichen  Kenntniß
gebracht.

KF.  1.

Die  in  das  Waisenhaus  Weingarten  als  Rettungsanstalt  für  verwahrloste  Kinder
  neben  der  normalmäßigen  Zahl  von  Waisen  aufzunehmenden  Zöglinge  werden
aus  Kindern  ausgewählt,  deren  Erziehung  in  Ermanglung  öffentlicher  Fürsorge
Personen  überlassen  seyn  würde,  welche  als  Jauner,  Landstreicher  oder  auch  durch
sonstige  habituell  verübte  Verbrechen,  Vergehen  und  Uebertretungen  gerichtliche
oder  polizeiliche  Strafen  oder  Sicherungsmaaßregeln  verwirkt  haben.

K.  2.

Die  Aufnahme  setzt  nicht  nothwendig  voraus,  daß  Strafen  und  beziehungsweise
polizeiliche  Beschränkung  gegen  die  Erzieher  der  Aufzunehmenden  bereits  rechtsbräftig
  erkannt  worden  seyen.  Es  genägt  vielmehr  an  dem  Vorhandenseyn  amtlicher
Notizen,  welche  keinen  Zweifel  an  der  Begründung  solcher  Maaßregeln  gegen  dieselben
  übrig  lafsen,  wenn  gleich  die  Erkennung  oder  Vollziehung  dieser  Maaßregeln