und Kinder, wie überhaupt alles, was zum Leben gehört,
mit sich führten und beständig zum Kriege bereit waren.
Sie kamen in das römische Reich, um entweder Geld
(Subsidien) oder Lebensmittel zu bekommen, und da sie
zu keinem von beiden gelangten, so siedelten sie sich
unterihren Oberhäuptern, denen sie Heeresfolgeleisteten,
die aber zugleich ihre Könige waren, wie eine Krieger:
kaste in einem großen Teil des römischen Reiches an, wo
sie sich mit den Provinzialen in der Art abfanden, daß
diese ihnen einen Teil des Landes einräumten. Zu diesen
Völkerschaften gehörten die Goten, von denen ein Teil,
eben die Westgoten, Rom eroberte, sodann nach Gallien
überging — ihr Hauptsitz war Toulouse — und von da
auch in Spanien sich ausbreitete; sodann die Burgunder,
welche sich in den römischen Provinzen am Rhein und
an der Rhone niederließen; die Sueven, die mit ihnen
verbündeten, nicht ganz germanischen Alanen und die
Vandalen.
Der andere Teil der Germanen drang von den heimi»
schen Sitzen aus langsamer über die Grenze vor und
kolonisierte. Während die vorher genannten Völker:
schaften, wenn sie endlich zur Ruhe kamen, nur einen
Teil des Gebietes einnahmen, blieb da, wohin diese
kolonisierenden Völker drangen, nichts mehr vom römischen
Wesen übrig. Zu ihnen gehörten die Alemannen,
Sachsen, Franken.
Für den Augenblick aber trat noch eine andere Frage
ein. Von Anfang an hatten die Hunnen einen großen
Anteil an der allgemeinen Umwandlung gehabt; jetzt
errichteten sie an der Donau ein mächtiges Reich und
beherrschten dorteine Menge germanischer Völker (Ostgoten,
Gepiden usw.). Nun machte der Hunnenkönig
Attila den Versuch, das ganze weströmische Reich unter
die Herrschaft seiner Hunnen zu bringen. Diese waren
aber noch ganze Barbaren und der Kultur fast unzugänglich.
Wären sie Herren des römischen Reiches geworden,
so hätte die Barbarei den Sieg in Europa davongetragen.
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