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Schon war aber, da endlich zu Beförderung der Geschäfte solche
innere Veränderungen entstunden, schon war der Jammer so
hoch gestiegen, das schdne Fürstenrhum so zertrümmert, der letzte
voͤllige Ruin so unvermeidlich, daß sich niemand mehr des verlasse,
nen Herzogs, annahm, und der Kaiser eben so wenig in Beziehung
auf seinc eigene Allirte, die Lüneburgischen Vettern, das Land
schonte, als er durch die kaltsinnige Fuͤrbitte des Churfürsten
vvn Sachsen besänftigt wurde. Fast achtzig Millionen Schaden
ließ Friedrich Ulrich auf dem Churfürstentage zu
Mählbausen liquidiren ?), er war so weit herabgekommen,
daß ihm zehen tausend Thaler, die von den Ständen zu
Gesandtschafeékosten verwilligt wurden, eine merkliche Hülfe
waren 20), daß Buß= und Bettage ins ganze Land ausgeschrieben,
Kleiderordnungen hervorgesucht, und alles selbst
auch bei Hofe so bußfertig wurde, als Hofleute neben der
allgemeinen Noth bloß durch das Beispiel des Fürsten zu
werden pflegen. Kein Rath war da, der dem Vaterlande
zu gut Ruhe und Vermögen gewagt hätte. Kein Mann von
Ansehen unter den Ständen, der mit eigener rastloser Thä-Bemühungen,
welche sie versprachen, ulcht allein der Landrentmeister,
sondern auch ihr bestellter gemeiner Advocat Ludolf
Gassen sorgen sollte. Sonderbar ists freilich, daß nicht bei den
práparatorischen Conventen auf den großen Gandersh. Receß
von 1601 selbst nicht einmal bei den Eimbeker Tractaten von
1614, sondern zum erstenmal bei der angeführten Erörterung
der landschaftl. Beschwerden des landschaftl. Syndikus gedacht
wird, aber die meisten Aemter dieser Art haben erst nach und
nach durch einen natürlichen Zusammensluß von Umständen ihre
volle Wichtigkeit erhalten.
*) s. Mejerns Acta Pacis Westphal. F. VI S. 415. Aus dem daselbst
befindlichen Vericht der Lüneburgischen Gesandten sind mehrere
auch der nachfolgenden historischen Nottzen gezogen.
*) f. Landtagsabsch. Hannover 26. Apr. 1028.
Spletlers saͤmmil. Werle, VI. Po. 21
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