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eines Krieges bei der gleichen Bevölkerungszahl wie das Königreich
Sachsen eine Armee von über 200,000 Mann aufstellen
kann, giebt dafür jährlich nur 8 Millionen Mark aus, und dabei
werden die Volkswehrmänner bei ihren militärischen Uebungen
unendlich besser gepflegt wie unsere Soldaten.'). Um im Falle
eines Krieges die ca. 6— 7fache Truppenzahl auf die Beine
bringen zu können, bedarf das deutsche Reich einer jährlichen
Ausgabe allein im Ordinarium von 316 Millionen Mark. Das
stehende Heer ist also wenigstens sechsmal theurer wie die
Volkswehr.
2. Die allgemeine Wehrpflicht ist bei der Volkswehr eine
Wirklichkeit, nicht, wie bei dem stehenden Heersystem eine
hrase. Der größte Theil der waffenfähigen Männer kann bei
uns nicht eingestellt und ausgebildet werden, weil dann die
Lasten und Kosten noch größer würden.
3. Die Opfer, die jeder Einzelne für das Volkswehrsystem
bringt, sind nicht nur in Bezug auf die jährlich zu leistenden
Steuern ungleich geringer, Niemand wird auch auf Jahre hinaus
seinem Beruf entzogen; er wird in seiner bürgerlichen Entwickelung
und Ausbildung nicht gehindert und kann die schweren
materiellen Opfer ersparen, die ihm nach dem jetzigen System
eine zwei= oder dreijährige Dienstzeit auferlegt.
4. Da die Zahl der militärisch Ausgebildeten eine ungleich
größere ist wie bei dem stehenden Herrsystem, so ist auch die
Sahl der Feldtüchtigen eine viel größere; was dem Einzelnen
also ja an Geschicklichkeit abgehen sollte, wird durch die Masse
der Küänpfenden reichlich ersetzt, und die Massen entscheiden bei
der heutigen Kriegführung.
5. Das Volk, das in Friedenszeit durch unerschwingliche
Lasten nicht ausgesogen wurde, kann um so größere Opfer im
Kriege bringen. .
6. Angriffs= und Eroberungskriege sind bei der Volkswehr
unmöglich, der Militärdespotismus ebenfalls. Ein bewaffnetes
Volk ist ein freies Volk; es läßt sich von Niemand
unterdrücken.
Die Forderung der Volkswehr an Stelle der stehenden
Heere ist also durchaus vernünftig und ihre Verwirklichung um
so nothwendiger, je drückender die Lasten und je ruinirender die
sonstigen oben geschilderten Folgen sind, welche das stehende
Heersystem mit sich bringt.
*) Es muß hervorgehoben werden, daß auch in der Schweiz selbst
noch viel Zopfthum im Militärwesen vorhanden ist und keinetzwegs die
volle Volkskraft ausgenützt wird. Die schweizerische Bourgeoisie betrachtet
das Volkswehrsystem mit großem Mißbehagen, namentlich seitdem die
Social-Demokratie an Bedeutung gewinnt.