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g. 20.
Gegen die Verfügungen des Vorstandes und des Vorstehers findet innerhalb
zwei Wochen nach erlangter Kenntniß die Beschwerde an den Schöffenrath statt.
C. 21.
Die Beisitzer haben neben ihren Obliegenheiten als Mitglieder des
Vorstandes:
1) den Vorsteher zu unterstützen und in den von ihm bezeichneten Ge-
schäften, sowie in Verhinderungsfällen zu vertreten; die Vertretung liegt
zunächst dem ersten, und wenn dieser verhindert ist, dem zweiten Bei-
sitzer ob;
2) Unregelmäßigkeiten bei der Haubergverwaltung zur Kenntniß der Auf-
sichtsbehörde zu bringen.
K. 22.
Die Verwaltung des Kassen= und Rechnungswesens ist einem Rechner zu
übertragen.
as Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr.
Die Rechnung ist vor dem 1. Mai des dem Rechnungsjahre folgenden
Jahres zu legen und an einem ortsüblich bekannt zu machenden Orte acht Tage
lang zur Einsicht der Genossen bereit zu halten.
Die Prüfung und Feststellung der von dem Haubergrechner gelegten
Rechnung erfolgt nach Beschluß der Genossenversammlung entweder durch den
Vorstand oder durch eine von der Versammlung gewählte Kommission.
Die festgestellte Rechnung ist bis zum 1. August dem Landrath zur
Kenntnißnahme mitzutheilen.
G. 23.
Zum Schutze der Hauberge und zur Ausführung der Anordnungen des
Oberförsters sind Haubergschützen anzustellen.
Können mehrere Hauberge von einem Schützen begangen und beaufsichtigt
werden, so bilden sie einen gemeinsamen Schutbzirk
Die Bildung der gemeinsamen Schutzbezirke erfolgt durch die betheiligten
Vorstände, bei mangelnder Verständigung unter denselben durch den Schöffenrath.
Der Haubergschütze wird von dem Vorstande, in gemeinsamen Schutz-
bezirken von den betheiligten Vorstehern nach absoluter Stimmenmehrheit gewählt,
bei Stimmengleichheit giebt die Flächengröße der von den Vorstehern vertretenen
Hauberge den Ausschlag.
Die Wahl bedarf der Bestätigung des Regierungspräsidenten. Derselbe
ernennt mit Zustimmung des Schöffenraths den Haubergschützen, wenn der Wahl
die Bestätigung zweimal endgültig versagt worden ist.