Full text : 180 deutsche Musteraufsätze.

umgekehrt.  Das  Briefbuch  enthält  zu  diesem  Zweck  linksseitig  Raum
für  die  eingegangenen,  rechtsseitig  für  die  abzulassenden  Briefe.
Das  Briefbuch  ist  ein  Belagsbuch  üar  den  gesamten  Schriftverkehr;
es  soll  Auskunft  über  den  Inhalt  aller  eingegangenen  oder  abgelassenen
Schreiben  geben,  auch  wenn  diese  gerade  nicht  zur  Hand  nd

2.  Der  Terminkalender.

Ein  gutes  Gedächtnis  ist  in  einem  Geschäftszimmer  zwar  viel
wert,  aber  auch  das  beste  kann  trügen.  Daher  unterstützt  der
Hataillonsschreiber  sein  Gedächtnis  durch  die  Anlage  eines  Terminkalenders.
  Es  werden  Eingaben  täglich,  allwöchentlich,  allmonatlich,
viertel-,  halbjährlich  und  nur  einmal  im  Jahre  erstattet.  Zur  Vereinfachung
  in  der  Anlage  des  Terminkalenders  trennt  man  die
allwöchentlich  bezw.  allmonatlich  wiederkehrenden  Eingaben  einerseits,
von  den  übrigen  andererseits.  Ein  mamgelgast  gethrter  Terminkalender
  ist  e.r  limmer  als  gar  keiner;  daher  ist  die  stete  Berichtigung
und  Vervollständigung  desselben  von  größter  Wichtigkeit.  Jede
Terminaleingabe  muß  bei  der  vorgesetzten  Empfangsbehörde  pünktlich
einlaufen.  Pünktlich  heißt:  „nicht  zu  spät",  aber  auch  „nicht  zu
früh".  Der  Bataillonsschreiber  ist  für  strengste  Innehaltung  der
Termine  verantwortlich.

3.  Das  Parolebuch.

Dasselbe  ist  dazu  bestimmt,  die  beim  täglichen  Besehlsem  fang
mündlich  erlassenen  Befehle  in  schriftlicher  Form  aufzunehmen.
Dieses  Buch  hat  der  Schreiber  seinem  Kommandeur  täglich  zu  einer
bestimmten  Zeit  zur  Einsicht  vorzulegen.

4.  Das  Rapportbuch.

Das  Rapportbuch  dient  dazu,  jeden  Ab=  und  Zugang  von  Offiieren,
  Unteroffizieren  und  Mannschaften  in  demselben  ersichtlich  zu
machen,  so  daß  der  Schreiber  zu  jeder  seie  über  den  Stand  des
Bataillons  informiert  ist  und  seinen  Vorgesetzten  in  dieser  Beziehung
Auskunft  geben  kann.

5.  Ein  Verzeichnis  der  zu  berichtigenden  Dienstvorschriften  und
Armee--Verordnungsblätter.

Besonders  von  Wert  zum  Geschäftsbetrieb  sind  die  Dienstvorschriften
  und  Armee-Verordnungsblätter,  wenn  sie  fortgesetzt
bezüglich  der  Anderungen  ihres  Inhalts  berichtigt  werden.  Zu
diesem  Zweck  führt  der  Bataillonsschreiber  ein  erheichnis,  worin
jede  Dienstvorschrift  und  jedes  Armee-Verordnungsblatt,  welche
oder  welches  eine  Berichtigung  bezw.  Vervollständigung  erfahren
hat,  eingetragen  wird.

Eine  weitere  Aufgabe  des  Bataillonsschreibers  ist  die  ordnungsmäßige
  Instandhaltung  der  Akten.

Jedes  Schriftstück  von  dauernder  Bedeutung  muß  aufgehoben
werden  und  zwar  so,  daß  man  es  nach  kurzer  Überlegung  darüber,
wo  es  hingekommen,  herausfinden  kann.  Dazu  werden  Aktenhefte
angelegt,  die  nach  dem  Inhalt  ihre  Bezeichnung  erhalten.

Nicht  alle  Schriftstücke  sind  allgemein  gültigen  Inhalts  (generalia),
sondern  die  Mehrzahl  geht  nur  auf  einen  ganz  bestimmten  Fall  ein
Epreialial.  Daher  werden  die  Akten  noch  für  jeden  Dienstzweig  in

gemein  gültige  (generalia)  und  in  besondere  (specialia)  getrennt.