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3) welche wegen eines Verbrechens oder eines Vergehens, das die Ab-
erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte nach sich ziehen kann, in Unter-
suchung sich befinden;
4) welche wegen Verletzung besonderer kirchlicher Pflichten nach Vorschrift
eines Kirchengesetzes des Wahlrechts verlustig erklärt worden sind;
5) über deren Vermögen ein noch unbeendeter Konkurs schwebt)
6) welche mit der Bezahlung kirchlicher Umlagen über ein Jahr im
Rückstande sind.
C. 22.
Wählbar sind die wahlberechtigten, von keinem der im vorigen Paragraphen
bezeichneten Ausschließungsgründe betroffenen Mitglieder der Gemeinde, welche
über 30 Jahre alt und sittlich unbescholten sind, auch nicht durch Fernhaltung
von dem öffentlichen Gottesdienste und dem heiligen Abendmahle die Bethätigung
ihres kirchlichen Sinnes in beharrlicher Weise unterlassen haben.
Vater und Sohn, sowie Brüder, dürfen nicht zugleich Gemeindeverordnete
sein. Ebenso kann der Vater, Sohn oder Bruder eines Aeltesten nicht zum
Gemeindeverordneten gewählt werden. Sind Verwandte der bezeichneten Art
gleichzeitig gewählt, so muß derjenige zurücktreten, der die wenigsten Stimmen
erhalten hat; bei Stimmengleichheit entscheidet das Loos.
Mindestens zwei Drittel der Gemeindeverordneten müssen zu den Gemeinde-
mitgliedern gehören, welche zu den Kirchenumlagen, sofern solche erforderlich sind,
beizutragen haben.
6. 23.
Der Kirchenvorstand ordnet die Wahl der Gemeindeverordneten an und
legt die von ihm aufgestellte Liste der Wahlberechtigten an einem jedem Ge-
meindegliede zugänglichen Ort zwei Wochen lang öffentlich aus.
Ort und Zeit der Auslegung sind im Hauptgottesdienste bekannt zu machen
mit dem Bemerken, daß nach Verlauf der Auslegungsfrist Einsprüche gegen die
Liste nicht mehr angebracht werden können. Nach dem Ermessen des Kirchen-
vorstandes kann die Bekanntmachung auch noch auf anderem, den örtlichen Ver-
hältnissen entsprechenden Wege erfolgen.
Die eingehenden Einsprüche hat der Kirchenvorstand zu prüfen und nach
Befinden die Liste zu berichtigen. Gegen einen ablehnenden Bescheid steht dem
dadurch von der Wahl Ausgeschlossenen binnen zwei Wochen die Berufung an
das Konsistorium zu. Durch Einlegung der Berufung wird die anstehende Wahl
nicht aufgehalten. Zwischen dem Ende der Einspruchsfrist und dem Tage der
Wahl müssen mindestens zwei Wochen in der Mitte liegen.
5. 24.
Die Einladung der Gemeindeglieder zur Wahl hat unter Angabe der Zeit
und des Ortes der letzteren, sowie der Zahl der zu wählenden Personen in zwei
aufeinanderfolgenden Hauptgottesdiensten zu geschehen. Anderweite, den örtlichen