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Die Division Holleben wirkte zur Unterdrückung der revolutionären
Umtriebe im Königreich Sachsen mit. Der in Dresden ausgebrochene
Aufstand wurde durch den Oberstlieutenant Grafen Waldersee mit
3 preußischen Bataillonen, die von Berlin mit der Eisenbahn dorthin
befördert wurden, im Verein mit den sächsischen Truppen blutig
niedergeschlagen 290). Dann mußten sich die Divisionen Holleben und
Schack in westlicher Richtung in Marsch setzen, um an der Bekämpfung
des Aufruhrs in der bayerischen Pfalz und in Baden teilzunehmen.
Außer den erwähnten größeren Verbänden war eine
Anzahl weiterer Landwehrbataillone teils zur Besetzung der Festungen
teils zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit einberufen
worden, und wieder hatte es die schimpflichsten Auftritte gegeben,
so in Düsseldorf, Elberfeld, Krefeld, in Mühlhausen, Erfurt, Langensalza,
in Breslau und anderwärts. In Iserlohn und Prüm wurden
die Landwehrzeughäuser geplündert. Die beiden Berliner Bataillone
(I. und 3.) des 20. Landwehrregiments erwiesen sich schon auf der
Bahnfahrt nach Hamm als eine so zuchtlose Rotte, daß das Generalkommando
in Magdeburg und die Hannoversche Generaladjutantur
warnende Berichte nach Berlin sandten. Einige Kompagnien
mußten schließlich durch Linientruppen umstellt und entwaffnet
werden. Drei Wehrmänner vom Bataillon Prüm wurden kriegsrechtlich
erschossen, mehreren Bataillonen das Recht zur Führung
von Fahnen entzogen, ihre Benennungen verändert.
Nachdem sich Preußen entschlossen hatte, den Aufruhr in der
Pfalz und in Baden durch seine Waffen zu dämpfen, da die dortigen
Regierungen hilflos waren, wurde Ende Mai ein mobiles Armcekorps
an der Nahe zusammengezogen, das hauptsächlich aus den im
Rheinlande stehenden und dorthin beförderten Truppen bestand, soweit
sie nicht zur Besetzung der Festungen und der großen Städte
zurückbleiben mußten. Den Befehl führte Generallieutenant v.
Hirschfeld I, Chef des Generalstabes war Major v. Roon. Die
Truppen der Genorale v. Holleben und v. Schack vereinigten sich,
nachdem sic die Gegend von Wetzlar erreicht hatten, zu einem zweiten
Armeekorps unter dem Generallieutenant Grafen v. d. Gröben.
Beide Korps bildeten die „Operationsarmee am Rheine“, deren Oberbefehl
auf A. K. O. vom 9. Juni der Prinz von Preußen übernahm.
Das I. mobile Armeekorps (Hirschfeld) hatte in 4 Divisionen und ciner
Reservekavalleriebrigade eine Ausrückestärke von 19400 Mann, das
II. (Gröben) zählte in 3 Divisionen und einer Reservekavalleriebrigade
15000 Mann. Dazu kam das aus Bundestruppen, namentlich Hessen
und Mecklenburgern, bestehende sog. Neckarkorps unter dem Generallieutenant
v. Peucker mit 18900 Mann. Die preußischen Truppen
waren hauptsächlich dem III., IV., VII. und VIII. Armeekorps
*“)) 1. und Füs. Bat. Kaiser Alcxander Gren. Regts., Füs. Bat. 24. Juf.
Regts., ein Detachement der Gardepionierabteilung.