Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Velkssitte.  265

Müssen  uns  die  Zech  aufschreiben,
Die  wir  allhie  schuldig  bleiben.

Wechselgespräch  der  Uebrigen:

Du  sagst  mir  wohl  von  diesen  Sachen;

Hätt'  ich  nur  Mehl  zum  Krapfen  bachen!
Mit  Mehl  allein  wirst  Du  nicht  klecken,
Mußt  Eier  und  Schmalz  darüber  decken.

Ha,  ha,  ich  bin  auch  schon  da,

Höre  wohl  das  Hübnerg’schra!

Gebt  uns  ein  Paar  Eier

Zu  unfrer  Gregorifeier!
Ach  Bub'n,  ein  Stockfisch  der  ist  gut,
D'’ran  woll'n  wir  hab’'n  ein'  guten  Muth!

Nein,  nein,  die  Küchel  sind  viel  besser,

Dazu  braucht  man  fein  kein  Messer!
Die  mag  ich  nicht!  Ich  thu  nur  trinken,
Daß  ich  möcht  zu  Boden  sinken,
Eine  Maaß  Bier,  ein',  zwei  oder  drei,
Welches  steht  einem  Jeden  frei!
Das  thät  ich  wohl  am  besten  lieben,
Wenn  ich  mein  Faßl  voll  Bier  thät  kriegen!

Der  Sprecher  der  letzten  Strophe  trug  ein  Fäßlein,  auf  welchem  er  mit
Kreide  die  Anzahl  der  Maaß  verzeichucte,  welche  der  Hausherr  zu  geben  versprach.
  Die  Uebrigen  sammelten  jene  Gaben  ein,  von  denen  ihr  Spruch  die
unzweideutige  Mahnung  enthielt.  Zuletzt  trat  ein  Bursche  mit  einem  großen
ledernen  Geldbeutel  auf  und  redete  ihn  in  die  Höhe  haltend  also  an:

Mein  lieber  G'sell,  wärst  du  voll  Geld,

Ich  hoff,  du  wärest  bald  gezählt!
Ein  Zweiter  entrieß  ihn,  und  warf  ihn  auf  den  Boden:

In  dir  ist  nichts,  du  bist  ganz  leer!

Ich  wollt,  daß  der  Plunder  im  Beutel  wär!
Ein  Dritter  hob  ihn  wieder  auf  mit  den  Worten:

Du  bist  mir  lieb  und  gefällst  mir  wohl,

Wärst  du  nur  brav  von  Thalern  voll!
und  versuchte  hierauf  sein  Glück  im  Sammeln.  Endlich  trat  eines  der  Mädchen
  aus  der  Reihe,  und  ließ  folgenden  Spruch  vernehmen:

Der  Guckuck  hol  die  Köcherei!

Der  Kellner  macht  ein  groß'  Geschrei.

Sollt  ich  kochen,  was  gut  und  theuer,

Brauch  ich  Karpf  und  Hecht  aus  dem  Weiher,

Brauch  ich  Geld  von  eurem  Herrn,

Und  ich  will  kochen  Alles  gern;