Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

787  Stein.

wo  meine  leiche  rubt  Cronegk  1,  307;  behauener
stein  zum  sitzen,  steine  eines  plattenwegs,  zum  straszenbelag,
  pflaster;  auf  einem  stein  sitzend  Schiller  Räub.
5,  2;  der  hahn  flog  anf  einen  stein  unter  dem  fenster
der  gaststube  Freytag  Handschr.  1,  126;  in  Straßen
gossenstein,  in  Küchen  schutt-,  wasscrstein  u.  d.;  die
vier  tische  zum  brandopfer  gewmacht,  waren  aus  gehawen
  steinen  Hes.  10,  42;  bei  Müllern,  mubl-,  mahlstein;
  mul,  da  der  stein  sô  riuschent  umbe  gät
Waltber  65,  14;  sprichwörtlich  2wei  barte  steine
mahlen  selten  reine;  zwei  harte  steine  mahlen  schlecht,
das  ist  ein  hekanntes  sprich  wort,  uber  acht  burtec  steine
noch  viel  schwerer  Bismarck  Red.  4,  222;  stein  zum
Schleisen,  Neiben,  Wetzen,  schleif-,  reib-,  wetzein.
zum  Feuerschlagen,  feuerstein;  in  gewisser  Zurichtung
für  Wurs  und  Schuß:  den  stein  sol  er  werfen  und
springen  dar  näch  Nib.  104;  Galmy  mit  andern  berren
um  kurzweil  willen  den  stein  stiesz  Galmy  71;  Darvid
..  nam  einen  stein  daraus  (aus  der  Tasche)  und  schleudert
  1.  Sam.  17,  49;  als  Redensart:  ich  habe  ihm  den
stcin  gestoszen,  dasz  er  den  bals  häütte  brechen  mögen
Simpl.  1,  89;  bei  alten  Feuerbüchsen,  buchsenstein,
bald  durch  eiserne  Kugeln  ersetzt:  du  man  fur  Biberbach
  zoch,  die  fürten  huchs,  schilt  und  stain  und
schutzen  D.  Städtechr.  4,  86;  —  Figur  des  Brettfpiels,
einst  von  Stein  oder  Krystall,  später  von  anderem
Material,  der  Name  dafür  blieb:  was  icklich  stein
(im  Schach)  betäten  kan  Kv  Ammenhausen  Schachzakelbuch
  185;  sebach.,  brett-,  damenstein;  sprichwörtlich:
  hett  ich  den  stein  nit  gezogen,  so  hette  ichs  spil
verloren  Egenolsf  Spr.  199°;  ein  güter  stein  im  bret
199b;  hat  auch  einen  groszen  stcin  im  brett  bei  des
kaisers  und  königs  majestät  Schiller  Wallenst.  Lager
11;  hat  der  herzog  einen  gewaltigen  stein  im  breit
Hauff  10,  191;  er  wird  bei  den  gerichten  sich  einen
stein  im  brett  gewinnen  3,  133;  im  Bilde:  die  menschen
  wuszt  er,  gleich  des  brettspicls  steinen,  nach
seinem  zweck  zu  setzen  und  zu  schicben  Schiller
Wallenst.  Tod  4,  8;  —  als  Gewicht,  gewichtstein;  von
bestimmter  Schwere,  daher  allgemein  als  Gewichtbezeichnung
  gebraucht:  siben  stein  unken  Weist.  1,  159;
ein  stein  kramergewicht,  fleischergewicht  Adelung;
—  in  besonderer  Art  als  Kostbarkeit,  edelstein:  coronam
zer  tiuremo  steine  geworhta  Notker  Pf.  20,  1;
ViI  der  cdeln  steino  die  frouwen  leiten  in  daz  goli
Nib.  31;  kunstliche  (2.  Mos.  31,  5),  eingelaszte  (35,  8),
kostbare  (Schiller  Kab.  2,  2),  echte,  falsche  stcine;
der  stein  jaspis  und  sardis  Offenb.  1,  3;  ein  mit  blitzenden
  steinen  besetztes  halsband  Keller  Werke  6,  173;
bildlich:  sic  (die  Stadt  Orleans)  ist  ein  edler  stein  in
deiner  krone  Schiller  Jungfr.  1,  5;  —  stein  der
weisen,  in  der  Alchemie  ein  Stein  mit  der  Kraft  unedle
Metalle  in  Gold  zu  verwandeln  und  den  Körper  zu
verjüngen;  daher  frei:  wic  viel  ich  in  der  welt  erstrebt,
den  stein  der  weisen  fand  ich  aic  Leuthold  157;
einen  solchen  stein  der  weisen,  wenn  er  zu  sinden  ist,
zu  catdecken,  mussen  wir  der  zukunft  überlassen
Bismarck  Red.  3,  108.  1)  stein,  von  Steinähnlichem
oder  einem  Steine  Verglichenem;  als  Bild  von  hartem,
schwerem,  festem,  außerordentlichem  in  Zusammenfetzungen
  (vgl.  steinalt,  frumd,  eich,  -übel  u.  a.),
steinartige  Ablagerungen  im  Körper,  vieren-,  dlaren-,
harn-,  gallenstein;  ##ofron,  birszeinplut  gemacht  zu
prechen  den  stein  in  der  plasen  Dief.;  der  stein,  ein
krankheit,  ealeuli  Maaler;  steinartige  Ablagerungen
an  Geräten,  kessel-,  pfannenstein;  Schlosse,  hagelstein;
Art  von  Obstkernen:  steine  in  kirschen,  pflaumen;  die
frucht  (des  Mispelbaumes)  hat  ungekfehrlich  drei  oder
vier,  doch  das  mehrertheil  funf  stein  in  sich  Lonicerus
Kräuterb.  26;  Bezeichnung  der  Hode;  in  Zinn=  und
Erzhütten  befondere  Arten  metallischer  Schmelzungen;
bei  Papijermülle  bölzernes  Faß,  den  Papierbrel  zu

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der  Pappe  darin  zu  quirlen.  —  Zusammensetzungen:
Steinadler,  m.  Name  einer  besonders  auf  Felsen  lebenden
Adlerart,  ekriusaetos.  —  steinalt,  alt  wie  Stein
und  Fels,  fehr  alt,  von  Menschen:  ir  werdet  ..  wol
tawera  nnd  steinalt  werden  Mathesius  Sar.  22;
steinalt  und  lebenssatt  Hölty  13;  eine  steinalte  frau
Heyse  4,  395.  —  Steinarbeit,  f.  Arbeit,  wie  sie  ein
Steinmetz  ausführt:  kirchen  und  paläste  mit  sorgfültiger
  steinarbeit  Freytag  Bild.  1,  279.  —  Steinart,
  f.  Art  innerhaib  des  Steinreichs;  jeder  steinart
(unter  den  Edelsteinen)  wurde  eine  besondere  beilwirkung
  zugeschrieben  ebd.  1,  231.  —  steinartig,  nach
der  Art  eines  Steines:  steinartige  masse.  —  Steinbau,
  m.  Bau  mit  Steinen;  ausgeführtes  Gebäude  von
Stein.  —  Steinbeißer,  m.  Bezeichnung  einer  Vogelart,
lo.  ria  cocco⅝  traustes,  und  zweier  Arten  von  Fischen
cobitis  taenia  und  latargus.  —  Steinbeschwerde,  (.
Beschwerde  die  vom  Blasen=  oder  Nierenstein  verursacht
wird.  —  Steinbild,  n.  Bild  aus  Stein,  mhd.  eteindilde;
  ists  ein  steinbild?  ists  cein  mensch  ron  lleisch
und  blut?  Scheffel  Tromp.  162.  —  Steinblock,  m.
Block  aus  einem  Stein  bestehend:  in  dieser  nische  hat
man  einen  skeinblock  ausgespart  Moltke  8,  213.  —
Steinbock,  m.,  mhd.  steiaboc,  bockähnliches  auf  Felsen
lebendes  Tier,  sbe.r;  Zeichen  des  Tierkreises.  —  Steinbrech,
  m.  Name  mehrerer  Pflanzenarten,  auf  Felfsen
wachsend-  saris/raga,  mhd.  Fem.  sicinbreche,  als  Mittel
gegen  Blafenstein  angefehen.  —  Steinbrecher,  m.  Arbeiter
  der  Steine  aus  ihren  Lagern  losbricht.  —  Steinbruch,
  m.  Ort  wo  Steine  gebrochen  werden,  mhd.  steinbruch;
  umphitheater,  welches  bereits  als  steinbruch
benutzt  wurde  Freytag  Bild.  1,  272;  Neinbruche  und
kiesgruben  bei  st.  Unbert  Moltke  3,  55.  —  Steindruck,
  m.  Kunst  mit  Steinplatten  zu  drucken,  Lithographie;
  Kunstblatt  das  mit  solchen  Platten  gedruckt
ist:  das  bild  ist  ein  guter  steindruek;  dazu  Steitdrucker,
  m.  Künstler  der  folche  Blätter  herstellt,-druckerci,  f.
solche  Kunst  und  Ort  wo  sie  ausgcübt  wird.  —  Steinciche,
  f.  Name  der  gemeinen  Eiche  mit  fehr  hartem
Holze.  —  steinsremd,  bildticher  Ausdruck  für  gänzlich
sremd  Campe:  ein  steinfremder  mensch.  —  steingran
Krau  wie  Stein:  die  alte  steingrauc  tunche  (der  Wände)
Heyfe  Par.  2,  290.  —  Steingut,  n.  härteres  irdencs,
auf  der  Oberfläche  verglastes  Geschirr.  —  sieinhart,
bart  wie  Stein,  sehr  hart,  mhd.  sleinberto:  steinhert
gfroren  sein,  starr  kalt  sein,  rigere  gelu,  20  stein
oder  steinhert  werden,  lap'ckescere  Maaler;  brot,
welches  sie  so  sparsam  usz,  dasz  es  zuletzt  steinhart
wurde  Keller  Werle  3,  31;  steinharter  kalk  Moltke
8,  174;  übertragen  auf  das  Innere:  bart  will  ich  sein,
steinhurt  Immermann  Münchh.  3,  131.  —  Steinhauer,
  m.  Handwerker  der  Steine  behaut,  mhd.  steinlouwer.
  —  Steinhaus,  n.  aus  Steinen  gebautes  Haus,
mhd.  steinhos.  —  Steinhuhn,  n.  eine  Art  wilder  Hühner,
in  selsigen  Gegenden  lebend,  err#r  rubra.  Steinkalk,
  m.  aus  Steinen  gebrannter  Kalk,  im  Gegensatz
zum  Gips.  —  Srteinklec,  m.  Name  der  Pflanze  edicago.
  —  Steinklippe,  I.  Felöllippe:  der  fride  ernert
den  baursmann  auch  zwischen  den  stninklippen  Frölich
Stob.  322;  wegen  der  im  strome  bef#indlieber  strudel
und  steinklippca  Lohenstein  Arm.  1,  611b.  —  Steinkohle,
  f.  Art  harter,  steinähnlicher  Erdlohle.  —  Stelnkugel,
  k.  Kugel  aus  Stein;  früher  Geschoß:  schossen
sie  eine  grosze  steinkugel  gegen  den  pfeiler  ab  Moltke
6,  368.  —  Steinmarder,  m.  in  Felsen  lebende  Marderart.
  —  Steiumetz,  m.,  mhd.  steinmeize,  Bearbeiter  von
Bausteinen,  Steinhauer  (vgl.  dazu  unter  metzelug:
bogen  und  gewünde  waren  nufs  zierlichste  vom  steinmetz
  und  bildbauer  ausgemeiszelt  Goethe  DuW.  2;
die  steinmetzen  .  velche  den  grund  und  #ckstein
vollkommen  bearbeiten  Wanderf.  3,  12.  —  Steinnest,  v
Felsennest  (l.  d.):  er  sasz  mit  dem  rest  seiner  getreuen

Steinadler  —  Steinnest.