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morgen gekochte und buntgefürbte Eier irgendwo im Hause
oder im Garten. Ruft dann der Vater oder die Mutter: „Der
Osterhase! Eben habe ich ihn vorbeilaufen sehen!“ so macht
sich alles ans Suchen. Groß und klein, alt und jung durchstöbert
jeden Winkel des Wohnhauses und des Gartens, bis
die einzeln versteckten Eier zusammengefunden sind. Man
schenkt den Kindern auch wohl Kuchen in Hasenform, und in
den Städten sieht man zu Ostern zahlreiche Hasenfiguren in
den Schaufenstern der Kuchen- und Zuckerbäcker.
Die Osterfeuer sind Freudenfeuer; sie werden namentlich
in gebirgigen Gegenden angezündet. In Westfalen besonders
wird diese Sitte treu bewahrt; im Sauerlande sieht man alljährlich
Hunderte von Osterfeuern auf den Höhen auflodern. Manche
Berge und Hügel heißen davon Osterberge. Am Osterabend
bringt jeder Bauer seine Abgabe an Stroh und Holz zum nahen
Hügel. An der Sammlung des Brennstoffes nimmt die Schuljugend
regen Anteil. Sobald die Dämmerung eingetreten
ist, flackert der Holzstoß in hellen Flammen auf. Rundum
stehen die Kinder und die Erwachsenen und jubeln vor Freude
über die lichterlohe Glut. Bei dieser hochlodernden Flamme
ertönt der frohe Ostergesang. „Christus ist auferstanden!e
schallt es über Hügel und Tal, durch Wald und Feld. Es
gewährt einen lieblichen und erhebenden Anblick, wenn man
im abendlichen Dunkel auf allen Hügeln und Bergen den rötlichen
Glanz der Osterfeuer beobachtet. Ein Dorf entbietet
dem andern auf diese Weise seinen Freudengruß.
Schon in der vorchristlichen Zeit wurde zu Ostern ein
Lichtfest gefeiert, indem man zu Ehren der Lichtgöttin Ostara
große Holzstöße aufstapelte und anzündete. Die Kirche hat
manche vorchristliche Bräuche des Volkes gestattet und sie in
ein christliches Gewand gekleidet. Das OÖsterfest wurde als
ein großes Lichtfest angesehen; es weist nicht bloß auf die
sonnige Frühlingszeit hin, sondern versinnbildet auch die Erleuchtung
der Welt durch das Christentum. Die Csterfeuer
loderten jetzt auf zu Ehren des Herrn, der wie ein strahlendes
Licht vor aller Welt aus dem Grabe hervorging. Manche
Bräuche erinnerten noch an den Naturdienst der heidnischen
Zeit, und die Kirche hatte oft Anlaß, durch Unterweisung und
Mahnung den Aberglauben fernzuhalten. An manchen Orten
hob man Bründe und Asche vom Osterfeuer auf, die vor allerlei
Schaden schũtzen sollten. Man sprang über das Feuer, man
trieb das Vich rasch hindurch oder rannte mit den brennenden
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