und sie glaubte durch weiche Nachgiebigkeit die anti—
nationalen Treibereien beschwichtigen und beschwören zu
können. Widerstandslos ließ sie die Dinge laufen und
schien sich über das schicksalsschwere Ende, in das sie so
über kurz oder lang ausmünden mußten, die letzte Klar—
heit garnicht geben zu wollen.
Wo irgend Schwierigkeiten aufwuchsen und Hinder—
nisse sich ergaben, da sollten wieder die kleinen Mittel—
chen, die halben Maßregeln, die mit beiden Händen
hingestreckten übergroßen Konzessionen oder das zaghaft
und zu spät gewährte Entgegenkommen helfen. Sie ga—
ben Flickwerk, mit dem man sich notdürftig behalf, bis
dann am Ende alles aus den Fugen ging. — Zivildik—
tatoren mit starkem, weg= und zielbewußtem Siegeswillen,
wie Clemenceau und Lloyd George solche für ihre
Länder gewesen sind, haben bei uns vollständig gefehlt.
Je länger der Krieg dauerte, umso autokratischer und
straffer wurde in den Ländern unserer Gegner regiert,
umso unsicherer und nachgiebiger gegen jeden Druck von
links bei uns. — Den heimischen Munitionsarbeitern
wurden, um sie bei guter Stimmung zu erhalten, phan—
tastische Löhne bewilligt. Ihre Begehrlichkeit wurde
dadurch nur gesteigert, die Drückebergerei nur noch
lohnender prämiiert, der Frontsoldat noch mehr ver—
ärgert und kriegsunlustig gemacht. Warum wurde nicht
jede kriegswichkige Arbeit in der Heimat als Wehrpflicht
geregelt? Warum wurden die zu der Heimakarbeit
Eingezogenen nichk in Entlohnung und Verpflegung
den Heeresangehörigen gleichgestellt!? Man redeke
ja bis zum Uberdruß von den pflichttreuen Heimatkämpfern!
Die Organisakion in diesem GSinne hätte
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