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Zu diesen Fideicommiß-Aufsehern ernennt Stifter:
1) den erblichen Reichsrath Grafen Ludwig von Lerchenfeld-Köfering,
2) den Grafen Ernst von Rechberg und Rothenlöwen auf Oelkofen,
3) den Grafen Hippolyt von Bray-Steinburg, kaiserlich deutschen Legations-
Secretär.
Nach dem Abgange eines Fideicommiß-Aufsehers durch den Tod oder durch den Austritt
wählen die zwei übrigen Mitglieder des Aufsichtsrathes einen neuen Fideicommiß-Aufseher an
Stelle des ausgeschiedenen und bei längerer Verhinderung eines Fideicommiß-Aufsehers, für die
Dauer seiner Verhinderung einen Substituten, und zwar in beiden Fällen vorzugsweise aus
den der Gemahlin des Stifters, der Gräfin Gabriele von Geldern -Egmont, oder ihm
verwandten Geschlechtern. Wenn die Bildung oder Ergänzung des Aufsichts-Rathes in
vorbezeichueter Weise nicht zu Stande kömmt, so ist es dem Fideicommißgerichte überlassen,
selbst nach vorstehender Directive die nöthige Wahl oder Substitution zu treffen.
S. 10.
Alle vom Stifter selbst zugekauften, zur Vergrößerung des Fideicommisses dienlichen
und während seiner Lebenszeit noch nicht dem Fideicommisse einverleibten Besitzungen, als
Wälder, Mühlen, Höfe u. s. w, hat der Fideicommißerbe das Recht, für die nachgewiesenen
Kaufpreise, bei Waldungen nach Abzug des etwa über den Forstnutzungsplan geschlagenen
Holzes, unter der Bedingung käuflich zu übernehmen, daß er diese Besitzungen dem Fidei-
commisse einverleibt.
§. 11.
Die Fideicommiß-Aufseher sind verpflichtet, strenge darauf zu sehen, daß die Fidei-
commiß-Substanz in keiner Weise deteriorirt wird, und haben sich dieselben durch persönliche
Anschauung von dem Zustande der Gebäude und insbesondere davon zu überzeugen, daß der
Forstnutzungsplan nicht überschritten wird. Im Falle nachgewiesener Deterioration sind die
Fideicommiß-Aufseher verpflichtet, Administration auf so lange zu beantragen, bis die nach-
theiligen Folgen der Deterioration wieder beseitigt sind.
§. 12.
Würde das Roggenburger Fideikommiß durch Acte der Gesetzgebung oder aus einem
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