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grüne Pflanze, nimmt den Kohlenstoff, den sie zum
Aufbau ihres eigenen Körpers braucht und den auch
der tierische und menschliche Körper nötig hat, aus der
Kohlensäure der Luft, den Stickstoff aus dem Boden.
Nun ist aber der Stickstoff in der Luft in größeren
Mengen vorhanden als die Kohlensäure. Es wäre also
von reinem Zweckmäßigkeitsstandpunkt richtiger, den
Stickstoff aus der Luft zu nehmen und den Kohlenstoff
der Erde zu entziehen. Was zweckmäßig ist, wird
schließlich immer auch auf irgendeinem Wege erreicht
werden, genau wie es beim Stickstoff der Luft schon
erreicht ist. Doch wir wollen diesen Zukunftsplänen
nicht weiter nachjagen. Nur das steht fest, daß die
Menschheit die Nahrungsknappheit, auch wenn sie je
vorübergehend eintreten sollte, immer überwinden wird.
Das wäre sogar jetzt im Kriege wohl der Fall, wenn er
sehr lange dauern sollte. Not macht immer erfinderisch.
Auswanderung und Einwanderung.
In den 70 er und 80 er Jahren konnte es so aussehen,
als sei bei uns eine zu starke Bevölkerung zu
befürchten. Wir hatten damals eine sehr starke Abwanderung.
Sie war am stärksten 1881 und betrug
damals 220 000, 1885 waren es immer noch 110 000
und 1890 noch 97 000. Von da an aber sinkt die Zahl
sehr stark auf 37 000 im Jahre 1895 und geht 1900 auf
22 000 zurück. In dieser Höhe hat sie sich ungefähr gehalten.
Die Auswanderung ist zurückgegangen, weil die
Agrarzölle in den 80 er Jahren der deutschen Landwirtschaft
einen Schutz gegenüber der Überschwemmung mit
billigem amerikanischen Getreide gewährt hatten. Es
waren gerade sehr viele Kleinbauern, die in den 70 er
und Anfang 80 er Jahren ausgewandert waren. Dann
aber setzt unter Caprivi die stärkere Industrialisierung
ein und drängt endgültig die Auswanderungslust gurück.
Ja nicht nur dies. Sondern wir sind nach und nach
Einwanderungsstaat geworden.