1160 Schwaben u Neuburg.
delang,) Markt im Landkapitel Kempten, mit einem ehemaligen fürstbischöflichen,
seit 1660 erbauten Schlosse, das jetzt in den Händen eines Privaten
in ein Gast= und Bräuhaus umgewandelt wurde. Hier finden wir
um 1200 ein nach dem Ort benanntes Adelsgeschlecht. Der Ort war bis
gegen die Mitte des fünfzehnten Jahrhanderts zu Sonthofen filialisirt und
erscheint erst 1471 als selbstständige Pfarrgemeinde.
Immenstadt, Städchen im Landkapitel Stiefenhofen, am Fuße der
Allgäuer-Alpen, an der hier aus dem Gebirge austretenden Iller und der
von Augsburg nach Lindau führenden Eisenbahn, gehörte den Welfen und
kam von diesen an die Hohenstaufen und von letztern im zwölften Jahrhundert
lehnweise an die Ritter von Schellenberg, die als Unterschirmvögte auf
der ehemaligen Welfenburg Rothenfels Sitz genommen hatten, bis sie dieselbe
mit Zugehörden kaufweise den Grafen von Montfort überließen, die im
Jahre 1471 die Erhebung ihrer Herrschaft zur Reichsgrafschaft erlangten.
Im Jahre 1567 verkaufte Ulrich Graf von Montfort diese Grafsschaft an die
Grafen von Königseck-Rothenfels, unter welchen die Stadt Immenstadt dadurch
mehr Bedeutung erhielt, daß, nachdem das Schloß Rothenfels 1463
abgebrannt war, sie in der Folge auch nach seiner Wiedererbauung in der
Stadt ihren Sitz nahmen. Stadtrechte erhielt unser Ort durch Kaiser Friederich
III. im Jahre 1473. Diese Grafen von Königseck-Rothenfels blieben
im Besitze ihrer Grafschaft, der Stadt Immenstadt und der Herrschaft Stausen
bis zum Jahre 1804, wo sie diesen ganzen Besitzstand mit allen Rechten
und Zugehörden um 1,404,125 fl. an den Kaiser Franz II. von Oesterreich
veräußerten, von dem derselbe dann durch den Preßburger Frieden den
26. Dez. 1805 an Bahern gelangte. Kirche und Kirchensatz von Immenstadt
waren ein Hochstift-Augsburg'sches Lehn, welches 1373 Fritz von Giengen
mit Zustimmung des Bisthumspflegers und Domprobstes Otto von Suntheim
an Walther von Laubenberg!) verkaufte, in dessen Besitz sie bis zum
15. Nov. 1641 verblieben, wo der Bischof Heinrich V. dieses Kirchenlehn
dem Grafen Hugo von Königseck-Rothenfels, dem Stifter des Kapuziner-Klosters
daselbst, und dessen Erben käuflich überließ. Gegenwärtig steht das
Patronatsrecht Seiner Majestät dem Könige zu. Die Stadt hat heute noch
ein schönes Schloß, ein Kapuzinerkloster und ein von Konrad Wenger, Domherrn
von Brixen, gestiftetes Spital mit barmherzigen Schwestern. Auch
finden wir hier eine Leinwandniederlage, bedeutenden Leinwandhandel, Waffenund
Nagelschmieden, ein k. Landgericht, Rentamt, Notariat, Pfarramt und
eine Postexpedition. Das Stadtwappen enthält unter dem Kopfe seines Ge-1)
Sieh Sulzbacher kath. Kalender 1852, S. 103—110.
*) Sieh Urkunden-Auszüge zur Geschichte dieses Adelsgeschlechtes von Dr. B. Zör
im zwanzigsten Jahresbericht des hist. Vereins für Schwaben und Neuburg
S. 67—94.