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nischen Tarifpolitik — vorlägen. Ohne ökonomisches Gedeihen sei
aber eine politische Machtentfaltung auf die Dauer unmöglich:
kurz auf der Verstärkung der Flotte beruhe die Zukunft der deutschen
Nation. (Vgl. u. a. L. E. zur Flottenfrage Preuß. Jahrb.
Bd. 90 und Paul Voigt, Deutschland und der Weltmarkt Bd. 91).
Diese Gedanken wurden von Gelehrten, Militärschriftstellern,
Politikern, Kaufleuten und Industriellen von den verschiedensten Gesichtspunkten
aus systematisch in zahllosen Arbeiten ausgeführt: ihr
Resultat war immer dasselbe. Die Gegner schwiegen nicht, aber
man darf es wohl als einen Beweis von der inneren Schwäche
ihrer Position auffassen, daß kaum ein Versuch gemacht wurde,
die Schriften der Flottenfreunde, die zum Teil von hohem wissenschaftlichen
Werte waren, ausführlich und grundsätzlich zu widerlegen,
sie begnügten sich fast ausschließlich mit Gelegenheitsartikeln
und Protesten in Versammlungen. Eines ihrer Argumente war die
Behauptung, es sei unmöglich, die vermehrte Schiffszahl mit genügend
ausgebildeten Mannschaften zu besetzen, ohne die auch das
bestkonstruierte Schiff wenig wert sei. Demgegenüber verwies die
Gegenpartei auf die täglich wachsende Handelsmarine, von der im
Bedarfsfalle — so gut wie von einigen Industrien, z. B. der
Montanindustrie — die nötigen Mannschaften leicht zu bekommen
sein würden, und auf den langsamen Bau der neu zu bewilligenden
Schiffe, währenddessen genügend Mannschaften ausgebildet werden
könnten. Der weitere Einwand, daß, sobald Deutschland seine
Marine verstärke, auch die Übrigen Mächte nicht zurückbleiben
würden und so ein eifriger Wettlauf, „die Schraube ohne Ende“
entstehen würde, wurde damit beseitigt, daß Deutschland zu seiner
wirtschaftlichen und politischen Selbsterhaltung unbedingt eine
leistungsfähige Flotte haben müsse, und überdies sei diese befürchtete
Folge der deutschen Flottenvermehrung wenig wahrscheinlich, da
Deutschland bekanntlich keine aggressive, sondern eine friedliche
Politik verfolge. Auch die Unmöglichkeit, die Kosten einer erheblichen
Flottenvermehrung zu tragen, die ins Feld geführt wurde,
ließen die Marinefreunde nicht gelten: erstens sei die deutsche
Steuerkraft weit weniger angespannt als in den Nachbarstaaten,
und dann sei die Ausgabe für die Flotte kein totes, sondern ein