Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Num̃mer  22

Frelfäg,  28.  Jaiilär  1516

 

Russische  Vorwürfe  gegen  Italien.
Stockholm,  26.  Jan.  „Nowoje  Wremja“
schiebt  die  Schuld  an  Montenegros  Kopitulation
auf  Italien.  Der  Lovcen  hätte  noch  sehr  lange
gehalten  werden  kömen,  wenn  Italien  mit
schwerem  Geschütz  und  Munition  rechtzeiti
vorgesorgt  hätte.  Außer  dem  moralischen  Feh
schlag  für  NRußland  bedeute  die  montenegrinische
Niederlage  eine  sehr  ernste  Bedrohung  der  Serlen
  in  Albanien.  „Wir  dachten  niemals“,  so
schließt  das  Blatt,  „daß  Skutari  ohne  Kampf
in  Feindeshand  geraten  würde.
Venizelos  unter  Anklage.
Sofia,  26.  Jan.  Aus  Athen  wird  dem
Blatte  „Utro“  gemeldet:  Die  Staatsanwalt--schaft
  erhob  auf  Anordnung  der  Regierung
Anllage  gegen  Venizelos.  Wenn  Venzzelos  der
Vorladung  nicht  folgt,  wird  seine  Verhaftung
angeordnet  werden.  (3.)
*  U  n  «  ·
Viktltlellstsslllrles
Der  türkische  Bericht.
Konstantinopel,  26.  Jan.  An  der
Iralfront  unternahm  der  Feind  nach  seinen
ungeheuren  Verlusten  bei  Felahie  keinen  neuen
Angrifsorersuch.  Bei  Kute.el.  Amara  zeitweise
auasehzender  Artilleriekampf.  In  der  Nacht  zum
18.  Januar  überfielen  wir  überraschend  mit  Ersolg
  ein  seindliches  Lager  westlich  von  Korna
und  töteten  zahlreiche  Soldaten  und  eine  Menge
Vieh.  An  dieser  Front  herrschte  ausnahnisweise
Schneefall,  dent  jtarle  Kälte  folgte.  An  der
Kaulasusfront  nichts  von  Bedeutung,  außer
unwesentlichen  Scharmützeln  am  rechten  Flügel
nördlich  des  Murad-Flusses.  An  den  übrigen
Fronten  keine  Veränderung.

Ein  russischer  Bericht  von  der
Kaulasusfront.

Haag,  26.  Jan.  Der  Korrespondent  des
„l  (ebronieis“  meldet  aus  Petersburg:
Di#-  Russen  befinden  sich  augenblicklich,  wie  bei
Kriegsbeginn,  vor  Erzerum.  Die  türkische  Armee
hat  eine  schmere  Niederlage  erlilten,  gerade  als
sie  bei  Melasgert  das  russische  Zentrum  angreisen
  wollte.  Stait  dessen  wurden  die  Türken
  selbst  in  die  Flucht  geschlagen,  so  dahb  sie
eiligst  über  das  Gebirge  flüchten  mußten,  wobei
  sie  eine  Anzahl  Waffen  und  Ausrüstungsstücke
  zurückließen.  Die  Russen,  die  heftig  versolgten,
  besetzten  Hassan  Kaleh,  20  Kilometer
östlich  von  Erzerum.  Sie  nähern  sich  jetzt  Deveboyum,
  das  lsehr  befestigt  ist  und  die  Annäherung
  an  Erzerum  von  der  Nordostseite  zulasse.
Noch  weiter  nordöstlich,  beim  Tortumsee,  sind
die  Türken  ebenfalls  in  die  Flucht  geschlagen

orden  und  haben  sich  nach  Erzerum  zurückzogen.
  (Z.)..  Die  russische  Berichterstattung
hat  noch  immer  das  größte  Mißtrauen  herausgefordert.
  .  14

Adens  gefährdete  Lage.

Köln,  26.  Jan.  Der  „Köln.  Voll#ig..
aus  Kairo  zugehende  Meldungen  vom  30.
zember  besagen,  daß  letzttägig  dort  wiederum
sehr  beunruhigende  Nachrichten  aus  Aden  eingetrossen
  seien,  nach  denen  sich  die  Engländer
dort  in  hartbedrängter,  arg  gefährdeter  Lage
befinden,  was  durch  englische  Offiziere  bestätigt
ward.  In  Suez  wurde  eiligst  eine  Brigade
aus  australischen  und  indischen  Truppen  zusammengestellt
  und  nach  Aden  verladen.  Aus
sehr  zuverlässigen  Aussagen  verwundeter  englischer
  Offiziere  geht  hervor,  daß  Aden  von
der  Landseite  her  von  zahlreichen  starken  und
gut  ausgerüsteten  Araberstämmen  sowie  geringen
  türlischen  regulären  Streitkräften  belagert
  würde.  Die  20  000  Mann  zählende  Besalzung
  verteidigt  sich  verzweifelt,  nur  die  wirk-1½
  venan  #uhlitt,  vurd  1u  dcl  Süurct
mans  Oueiles  genügend  Wasser  und  Futier
sinden  wurden.  Was  aber  würde  geschehen.
wenn  wir  den  östlichen  Weg  einschlügen  und
sänden  alle.  Quellen  so  trocken  wie  den  Sand

der  Wüste?“

„Aber  Sie  selbst  haben,  „  boch  den  Weg
schon'  gemacht  —  nicht  wahr?

.Ein  einziges  Mal.  —  ich  noch  sehr  jung
war.  Aber  wir  waren  nur  wenige  Araber  und
dazu  kam  eine  lange  Reihbe  Kamele  die  fast
nichts  zu  tragen.  hatten  als  Waslerschläuche.“

„Und.S  Sie  haben  kein  Wasser  in  den  Quellen
hesunden?"“

„Beim  Grab!  meines  Vaters,  das  weiß  ich
nicht'  mehr.  Es  ist  schon  so  lange  her.“

Holmsktelten  stand  auf  und  recke  und  dehnte
sich.  Lächelnd  dachte  er  daran,  was  Alfieri  an
der  Ouelle  des  Suleiman  wohl  ausgrub,  wenn
die  Legion  des  Aelius  Gallus  die  Route  eingeschlagen
  haitte,  die  ihm  von  dem  Scheik  .
schrieben  worden  wor.  Aielleicht  auch  war
nur  ein  toller  Traum,  eine  Asgebent  blne:
erregten  Phantasie.

cheil  lah  mit  dem  Ausdruck  unver-=bohlener
  Prwunderung  zu  ihm  auf.
llah  k0s,  für  ein  Mosn  sind  Sie!“
lagte  er.  5.  Wahr  —  ich  mochte  es  keinem
Wn  chen,  mit  Zynen  in  den  Kampf  zu  gderate

Peinz  lächelte.  -

„Die  Zeiten,  da  Körperkralt  und  Oeschidlichkeit
  im  Gesrecht  den  Ausschlag  gaben,  sind
leider  vorüber.“  sagte  er.  „Man  tritt  sich  nicht
mehr  mit  Lanze  und  Schwert  gegenüber.  Und
seder  Schwächling  ist  mir  auf  dem  Schlachtseld
überlegen,  wenn  er  nur  besler  zu  zlelen  weist

Unser  Bild  veranschaulicht  oben  abbnische
Truppen,  unten  links:  zwmei  albanische  aenden
führer,  Anhänger  Essad  Paschas;  rechte:

Inm  Einmarsch  in  Albanien.

bekannte  Albanerführer  Jsa  Boletinac,  welcher
hit  siene  Sohn  bei  den  jüngsten  Unrub#en
efallen  ist

 

 

same  Unterstützung  der  vielen  englischen  Kriegsschifse
  kewirkte,  daß  Aden  sich  heute  noch  in
den  Händen  der  Engländer  befinde.  di  Engländer
  werden  auch  in  der  Stadt  seltst  bedrängt.
  Zahlreich  erfolgten  Anschlage  auf  hahe#
englische  Militärpersonen,  ein  Muniliunslager
explodierte,  was  großen  militärischen  Schaden
sowie  den  Tod  vieler  englischer  Soldalen  zur
Folge  hatte.  Die  Araber  und  Türlen  säuberten
  unter  erfolgreichen  Kämpfen  die  game  südarabische
  Küste  und  die  Kuste  des  Yemen  vollständig
  von  den  Engländern.  Ein  vermundeter
englischer  Major  erklärte,  daß  zu  Kriegsbeginn
die  Engländer  über  251011/0  Quadrailiometer
in  Südarabien  und  im  wemen  besetzt  bielten
und  daß  dieses  riesige  Schutzgebiet  unmehr
bis  auf  Aden  verloren  gegangen  ist.  A#c  arabischen
  Scheiks  mit  ihren  Anhängern  sind  ohne
Auesnahme  zu  den  Türlken  übergegange.  Mit
den  englischerseits  gelieferten  Wassen  #mpfen
die  früheren  englandfreundlichen  Släme  gegen
  die  Engländer  sehr  erfolgreich.  Meit  über
15000  Engländer  und  Inder  sind  tot.  20  000
Vermundete  wurden  nach  Aegypten  oder  ihrer
Heimat  geschafft.  Der  Major  schloß,  der  eng.
lische  Traum  eines  großen  Araber-Schutzzebietes
habe  ein  bitteres  Ende  genommen.

Folitische  Ruvdschau,
Aus  China.

Der  „Köln.  Ztg.gufolge  meldet  die  „Nowoje
  Wremja“  aus  Peking:  Die  Leier  der
Verschwörung  gegen  Buanschilai  waren  der  seit
20  Jahren  bei  ihm  bedienstete  Sekrelär  und  der
Oberkammerdiener,  sou#ie  ein  Verwandie  )uanschikais.
  Eine  große  Anzahl  Hinrichtungen  sieht
Levor.  In  Kanton  warfen  Rer  olutions##e  Bomben
  gegen  die  elektrische  Kraftstation,  un  in  der
allgemeinen  Verwirrung  die  Macht  an  sich  zu
reißen.  Der  Anschlag  mißlang.  Die  ausländischen
  Missionäre  verließen  Sutschau.  Nehrere
Zusammenstöße  erfolgten  zwischen  den  Regierungstruppen
  und  den  Revolutidnären,  die  mit
einem  Erfolg  für  die  letzteren  endeten.  die  Telegraphenverbindung
  zwischen  Peking  und  der

 

—.  ein  Lot  Blei  wirde
Krast  den  d  ebeint
„Wir  Kerben,  wie  Gðou  es  will,“  war  die
fromme  51  it  des  Arabers.  „Aber  ich  habe
an  mehr  als  einem  Kampse  keilgenom  men,  wo
ein  Franke  von  Ihrer  Großze  sich  einen  amen
hätte  machen  konnen.  Doch  ich  werde  al  —
und  die  Giaurs  setzten  G#renzgsteinc  in  der  Wüste.
Die  freien  Stämme  slterben  aus,  wir  weden  getrennt
  und  zerstreut.  Bald  wird  es  nitl  einen
echten  Araber  mehr  geben  —  der  Eluch  Allahs
tresse  die  Ungläubigen  iund  br  lündhaftesGold:“

Holmstetten  lachte,  und  der  Zornge  Ausdruck
  schwand  wieder  aus  den  dunklen  Zügen
Abdur  Kadere,

„  ch  geschehen  mag,.“  rief  Heinz.
„wir  beide  dürfen  nicht  darüber  streiten.  Wir
haben  noch  so  viel  vor  uns,  daß  nir  gut
daran  tun,  uns  die  Köpfe  kühl  zu  halten.  Wer
kann  sagen,  was  schon  dieser  Tag  uns  bringt?

s  kann  noch  manches  geschehen,  ehe  wir
wieder  zu  unserer  Karawane  stoßen,  Stzeik.“

Abdur  Kader  senkte  beschaämt  den  Kopf.
Es  müster  wohl  die  Hitze  daran  schuld  sein,
brummte  er,  daß  seine  Junge  so  törichte  Worte
hätte  laut  werden  lasset

Und  wirkli  mon  konnte  diese  Entschuldigung
  gelten  lassen.  Es  war  uneilräglich
beiße  ermüdend  schleppten  sich  die  glibenden
Stunden  bin.  mmer  mehr  näherte  sich  die
Sonne  den  westlichen  Hügeln,  und  nochimmer
sah  und  hörte  man  nichts  von  Hussain.

Holmstetten  dachte  wohl  an  des  Versprechen,
  das  er  Enka  gegeben  —  die  Gesahr
u  vermelden,  solange  er  es  vermochte.  Aber
ein  Verlangen,  7  gewisse  Nachrithten  zu
erhalten,  wuchs  beständig:  und  es  var  sast

mir  tlroß  all  mieiner

 

estän
unerträglich,  hier  in  der  GOfammtens  der  Wüste.

 

Provinz  Setschuan  murde  von  den  Revolutionären
  umerkrochen,  welchen  es  anscheinend  gelang,
  sich  mit  den  Revolutionären  von  Buennan
  zu  vereinigen.  Die  Prorinzbehörden  verlangen
  andauernd  von  der  Pekinger  Regierung
Verstärkung.

Berschledene  Nachrichten.

Budapest,  26.  Jan.  In  verschiedenen
Stadien  Siebenbürgens  murden  Erdstöße  ver- 



spürl,  so  in  Schachburg,  Kronstadt.  Szilagy=Siomloyo,
  Nagyenyed,  Sächsisch  Negen  und
Fogaras.  In  Schaeßburg,  wo  das  Erdbeben

um  8  Uhr  verspürt  wurde,  stürzten  Schornsteine
  um.  Die  Mauern  sind  an  vielen  Stellen
  gesprungen.  Die  Bevölkerung  flüchtete  ins
Freie.  Verunglückt  ist  niemand.

Amüerdam,  26.  Jan.  Im  Ueberschwemmungogeriet
  sieht  man  überall  Bauernhöfe
mitien  im  Wasser  slehen,  eine  ganze  Menge
sogar  bis  ans  Dach.  Dieses  traurige  Bild
wurde  noch  schlimmer,  je  weiter  die  Fahrt  ging.
Der  heflige  Wind  hat  die  Wasserfläche  zu
einem  ungestümen  Meer  aufgepeitscht.  In  Brock
im  Wateriand  find  große  Mengen  Holz  ges##
den  Damm  getrieben,  das  von  eingestürzten
Känjern  herruhrie,  die  dem  schueren  Wellenschlag
  keinen  Widerstand  bieten  konnten.

Bayerische  Nachrichken.

Candshut,  26.  Jan.  Die  46  jährige  Frau
eines  Stabsvererinärs,  die  mit  einem  Wacht- 



meister  ein  sträfliches  Verhältnis  unterhielt,
hat  ch  vergistet.  Der  Ehemann  sieht  im
Felde

 

P#ransch  Gers#

Vad  Aibling,  26.  Jan.  Frau  Privatiere
Fink  wurde  heule  srüh  tot  im  Bette  aufgefunden.
  Sie  stand  im  77.  Lebensjahre.

Prien,  26.  Jan.  Der  17  jährige  Baderlehrling
  Ferdinand  Berger  von  Prien  wurde

getrennt  von  den  Menschen,  in  stumpler  Ruhe
darauf  warten  zu  milssen,  bis  ein  anderer
handelte.  Nach  dosnenunte  baten  a
den  Rückmarsch  antreten  wollen;  jenzt  m

junf  Uhr,  und  er  wußte  noch  nicht  mehe  abgesiern
  um  die  gleiche  Zeit.

Endlich  konnte  er  die  Untänigkeit  nicht
langer  ertragen.  Er  war  Abw#ur  Kader
hililich,  die  Kamele  zu  satteln,  und  sie  geebe,
auf  s  war  ihre  Absicht,  den  nördlichen
i  rücken  zu  erklettern.  Wenn  es  Hussain
ge!ungen  war,  der  italienischen  Wachsamkeit
zu  entkommen,  so  mußten  sie  seine  Annäherung
auf  der  Staße  von  dort  aus  bemerken.

34.  Kapitel.

Behutsam,  um  sich  rechtzeitig  gegen  unliebsame
  Uleberraschungen  sichern  zu  können,
ruckten  die  beiden  Reiter  vor.  Als  6h  die  Höhe
erreicht  hatten,  saben  sie,  daß  eine  ausgedehnte
Hochflüche,  nach  der  Seeseite  von  einem  steilen
Hügel  begrenzt,  jeden  weiteren  Ausblick  unmöglich
  machte.  Aber  Abdur  Kader  meinte.
wenn  sie  den  Hügel  bestiegen,  müßten  sie  die
ganze  Gegend  aus  Meilen  hinaus  überschauen
konnen.

Sie  letzten  also  ihre  Kamele  wieder  in
Trab  und  ritien  bergan,  bis  der  Weg  so  steil
wurde,  daß  die  Tiere  nicht  mehr  festen  Fuß
sassen,  konnten  und  zu  straucheln  anfingen.

Sie  stiegen  also  ab,  banden  die  Kamele  an
schwere  Steinblöcke  und  letzten  ihren,  jeßt  ziemlich
becchwerliche  Wanderung  zu  Fuß  fort.

Die  Voraussage  des  Scheiks  erwies  sich  ols
richtig.  Denn  von  der  Höhe  aus  blickten  sie
über  ein  enges  Tal  binaus  in  eine  weite,  flache
Niederung,  wo  einige  Gruppen  von  Dattelnalmen
  und  dichte  alunpfe  von  Sadal.

heute  wegen  Brandstiftung  von  der  Strafkammer
  zu  Traunstein  zu  4  Jahren  Gefängnis
  verurteilt.  3  Monate  Untersuchungshaft
wurden  ihm  angerechnet.

Trostberg,  26.  Jan.  Ein  Liebesgabenräuber
  ist  hier  abgefaßt  worden.  Der  Dieb
wurde  als  der  die  Post  zur  Bahn  fahrende
Knecht  Johann  Schmidhuber  von  Asten  ermittelt,
  der  sich  siets  fleizig  beim  Verbringen
der  Postsäcke  in  den  Postwagen  betätigte.  Dem
Gauner  ist  seit  Monaten  eine  Menge  von  Lie:
besgabenpakete  zum  Opfer  gefallen.  Die  leeren
Schachteln  warf  er  in  den  Kanal.

Wasserburg,  26.  Jan.  Trauer  ist  in  die
Familie  der  Frau  Therese  Pallauf  eingekehrt.
Ihr  Sohn,  Apotheker  Ferdinand  Pallauf  in
Riedenburg,  iit  nach  langem  Leiden  im  39.
Lebensjahre  Stiüsshen.  Die  Leiche  wird  nach
Altötting  uberführt.

Vad  Rcichenhall,  26.  Jan.  Am  1.  Februar
  1916  wird  die  Auswechslung  der  Eisenkonstruttion
  der  Saalachbrücke  zwischen  Piding
und  Bad  Reichenhall  vorgenommen.  Aus  diesem
  Grunde  wird  der  Eisenbahnbetrieb  an  die
sem  Tage  und.  menn  notig,  auch  noch  am  2.
Februar  1916  zwischen  Pibing  und  Bad  Reichenhall
  unterbrochen.  Die  Personenwagen#  verkehren
  auf  der  einen  Seite  nur  zwischen  Salz
lurg  und  Piding  und  auf  der  anderen  Seite
zmischen  Berchtesgaden  und  Bad  Reichenhall.
Der  Personen-,  Gepäck-,  Erpreßgut,  und  Post
rerkehr  zuischen  Piding  und  Bad  Reichenhall
mird  durch  Postmotorfahrzeuge  aufrecht  erhalten,
  welche  in  der  Weise  verkehren,  daß  sie
stets  den  Anschluß  an  dem  ankommenden  Personenzug
  auf  der  einen  Seite  an  den  unmittelbar
  anschließenden  Personenzug  auf  der  anderen
Seite  vermitteln.  Zur  Benühung  der  Motorbostfahrzeuge
  berechtigen  die  gelöôsten  Eisenlahnfahrkarten.
  Die  Beförderung  von  Gütern
oder  Wagenladungen  unterbleibt  für  die  Dauer
des  Brückenumbaues.  Der  Abgang  der  Postmotorfahrzeuge
  erfolgt  sofort  nach  Ankunft  der
Zuge  vor  dem  Betriebhauptgebäude  der  Station
  Bad  Reichenhall  bzw.  Piding.  Eine  Genähr
  für  die  Anschlüsse  in  Freilassing  und
Solzburg  wird  nicht  übernommen.

FKr###en-—.

Rosenheim,  26.  Januar.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:

#

 

Georg  Schäffler,  Maiergütler  in  Weng  bei
Amerang,  Landwehrmann  im  1.  Landwehr-Ini.
  Rgt.;  Peter  Ippenberger,  Sohn  von

Frau  Eva  Jnpenberger  in  Mühldorf,  Gefr.
bei  einer  Minenwerfer-Kompanie  der  3.  Inf.=Div.,
  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Gerichtsassifent
  Hermann  Bachhuber  aus  Rosenheim,
  der  als  Gefreiter  im  18.  Res.=  Juf.-Rgt.
ireht,  ist  mit  dem  Militärwerdienstkreuz  3.  Kl.
mit  der  Krone  undmit  Schwertern  ausgezeichnet
  worden.  Der  seinerzeit  als  Unteroffizier  eingerückte
  Vizefeldrebe!  der  Landwehr  Josef
Müblberger,  im  1.  Ref.-Fuß-  Arl.-Rat.,  langjähriger
  Verreter  der  Kunstmühle  Rosenheim,
wurde  vor  kurzent  mit  der  silbernen  Tapfer.
leitsmedaille  auegezeichnet;  mit  dem  Eisernen
Kreuz  2.  Klasse  und  dem  Militärverdienstkreuz
2.  Klasse  mit  Schmertern  wurde  er  bereits  im
Dezemtber  1913  ausgezeichnet.  Dem  Ritrmeister
Oelar  v.  Bippen  der  Reserve  des  1.  Schwere-Reiter
  Regiments,  wurde  das  Lubeckische  Han.
seatenkreuz  und  dem  Leutnant  Alois  Grasen

v.  Arco--Zinneberg  der  Reserve  der  Kavallerie
das  herzoglich  braunschweigische  Kriegsverdienstkreuz
  verliehen.  Der  Militär-Saniläts-Orden
2.  Klasse  wurde  dem  Stabarzt  Dr.  Hans  Wanner
  der  Reserve  (Wasserburg)  für  die  ausgegebuschen

  das  Dasein  einer  Oaie  anzelgten.

Unichwer  ließen  sich  die  regelmüßigen  Linien
frisch  ausgehobener  Graden  erkennen,  aber  der

Ort  war  vollftandig  verlasien.  Weder  Zelt
noch  Mann.  weder  Kamel  noch  Pierd  waren
an  dei  Steue  nnd#rbeben,  wo  dem  Spiegelbild

  der  ’  Morgana  zufalge  noch  unlangst
ein  so  legrs  Leben  geberricht  baben  mußte.
olmitetten  war  durch  diese  überraschende

Eure  ckung  jo  veftur  z1.  dan  er  wortlos  unvermandt

  auf  da?  verlaisene  Lazer  starrte.
A#de  Kader  aber,  dessen  sallenschorfe  Augen
geubter  waren  als  die  seinen.  die  Zeichen  der
Wusie  zu  lesen.  deutete  auf  eine  leichte  Sraubd.
wolkle,  die  weit  gegen  Norden  bim  anscheinend
unbeweglich  in  der  klaren  Luft  h

„Die  Jlaliener  sind  fort,  seing.,  sagte  er.

„Mielleicht  baben  auch  sie  eine  Oase  mit  fünf
Hugeln  geiucht.  lnd  man  konnte  immerhin
sagen.  dahß  sie  sie  hier  nefunden  haben.  Denn
der  Hügel,  aus  dem  wir  stehen.  ilt  der  fünfte
in  einem  Umkrelis  von  ungefähr  zwei  Kilomeiern,
  wenn  man  die  Quelle  als  Mittelpunkt
anninmt  Allahs  Wege  und  wunderbar“  Kann

daß  die  Jlanken  aus  Itallen  gesunden
was  der  Hak#ime  Eiiendi  vergebens  gesucht
  hat?“

Ein  schneidender  Schmerz  der  Ennauschung
ging  Durch  Holmsenens  Bruf!.  Ohne  auf  die
letzte  Frage  des  Arabers  einzugehen,  wollte  er
ihm  eden  saren,  daß  es  am  besten  sein  würde,
zu  den  Kamelen  zurückzutebren,  als  der  Scheik
mit  ungestumer  Vewegung  ihn  am  Arm  ergriff
und  von  dem  Ste.n  herunter  sog,  auf  dem  der
junge  Deulsche  hoch  aus’gerichtet  geitanden  hatte,
um  besier  Ausschau  halten  zu  können
**  —  —  —.

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