Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

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Staͤdte  der  Triumph  der  neuen  Parthie  voͤllig  sicher,  der
alte  Zusammenhang  mit  Mainz  oder  mit  Minden  böllig
aufgeloͤst  war,  so  fiengen  schon  Verfolgungen  der  Zwinglianer
  an  ),  für  welche  gewiß  keine  der  Entschuldigungen
vorgebracht  werden  konnte,  womit  man  den  Eifer  gegen
die  Wiedertäufer,  wie  sie  besonders  in  Niedersachsen  und
Wesiphalen  sich  zeigten,  nicht  ungültig  zu  rechtfertigen
suchte  *).  Kein  Prediger  blieb  leicht  in  irgend  einer  dieser
drei  Städte  mehrere  Jahre  lang  ?7##8),  kein  Verbesserungsauch

  Kinder,  so  ungetanft  starben,  auf  den  gemeinen  Kirchbof
sollte  begraben  dürfen.  Bl.  XCIV.  wird  dem  Superintendenten
  auferlegt,  die  Sonntagsevangelien  mir  den  übrigen  Geistlichen
  vor  der  Predigt  zu  conferiren,  ihnen  das  Schwere  zu
erklären,  ihnen  zu  zeigen,  nach  welcher  Ordnung  und  aus  welchen
  Schriften  er  selbst  dieselbe  erkläre,  damit  Eintracht  in  der
Lehre  sep.  Weil  in  katholischen  Zeiten  alle  Tage  eine  Messe
war,  so  sollte  auch  alle  Tage  eine  Predigt  seyn,  die  aber  an
Werktagen  mit  allem  dazugehörigen  nicht  über  drei  Viertelstun-=den
  dauern  sollte.  Das  in  der  Stadt  Hannover  niedergesetzte
Ehegericht  bestund  nach  Bl.  XCIX.  aus  einem  Nathmann,  dem
Spndikus  und  dem  Superintendenten.

*)  Schon  1531  mußte  ein  hiesiger  Prediger  bei  der  Albanikirche
vor  dem  Stadrmagistrat  und  den  Gilden  den  Zwinglianismus
abschwören.  Gött.  Chr.  II.  Th.  S.  402.

**)  Rehtm.  Kbist.  der  Stadt  Braunschw.  IV.  Th.  S.  114.

x**)  Welche  Veränderungen  auch  nur  in  Göttingen  in  den  ersten
fünf  Neformationsjahren  vorgiengen!  Die  zwei  ersien  reformirenden
  Prediger  waren  1520  Frieder.  von  Hüventhal  und
Jak.  Cordewage,  beide  mußten  sich  aber  füchten.  Gött.  Chr.
II.  Tb.  S.  332.  341.  f.  351.  Lehterer  fluͤchtete  sich  mit  seiner
Elisabeth  nach  Magdeburg,  und  ersterer,  ein  Dominicaner
von  Rostock,  war  fast  mehr  halb  gutmüthiger,  halb  wilder
Schwärmer  als  evangelischer  Prediger.  Er  predigte  manchmal:
„Hütet  euch  vor  denen,  die  nicht  mögen  Speck  und
Kohl  mit  euch  essen.  Es  werden  nach  mir  kommen,
die  drei=  oder  vierhundert.  Gulden  fodern,  hütet