Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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vermählte  sich  1777  mit  einer  zwölf  Jahre  älteren
verwittweten  Prinzessin  von  Holstein-Beck,  gebornen
Gräfin  von  Dohna,  aus  welcher  Ehe  die  Gemahlin
des  bekannten  1837  gestorbenen  Memoirenschriftstellers.
und  preußischen  Hochtorys,  Generallieutenants  von
der  Marwitz  stammte.  In  zweiter  Ehe  war  dieser
stolze  Oberjägermeister  Graf  Moltke  mit  einer  Fräulein
  von  Prittwitz,  einer  durch  ihren  merkwürdigen
sonderbaren  unwiderstehlichen  Diebssinn  im  Angedenken
ihrer  Zeitgenossen  noch  lebenden  Dame  vermählt,  die
bei  Spielparthien  als  Whistmarken  gebrauchte  Doppel-Friedrichsd'ore
  der  Damen,  mit  denen  sle  gespielt  hatte,
heimlich  sich  aneignete,  ebenso  kostbare  Shawls  u.  s.  w.
Ihr  Sohn  ist  der  1798  geborne  strelitzische  Oberstallmeister
  Graf  Carl  Moltke,  der  aber  nicht  in  Mecklenburg
  possesstonirt  ist,  seine  Herrschaften  Behle  und
Lemnitz  liegen  in  Preußen,  im  Großherzogthum  Posen,
er  hat  sich  mit  zwei  preußischen  Damen  hinter  einander
vermählt,  einer  Fräulein  von  Wulffen  und  einer
Fräulein  von  Röder.  Von  seinen  leiblichen  Schwestern
  galt  die  älteste,  die  1790  geborne  lebenslustige
Laurette  Moltke  als  die  Geliebte  des  1837  als
der  erste  preußische  Hochtory  gestorbenen  Herzogs  Carl
von  Mecklenburg-Strelitzz  als  diese  Geltung  aber
am  berliner  Hofe  mit  der  insolenten  Behauptung  vergesellschaftet
  wurde,  daß  sle  von  Folgen  begleitet  sich
gezeigt  habe,  statuirte  die  Oberhofmeisterin  Gräfin  Voß
ein  Straferempel:  die  impertinente  Hofdame,  die  sich
dergestalt  ausgelassen,  mußte  öffentlich  Ehrenerklärung
leisten.  Die  Cemtesse  Laurette  heirathete  sechsund-