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den gesegneten Rheingau. Jeder Hügel, jedes Fleckchen Erde ist hier mit Reben
bepflanzt. Die edelsten Weinsorten werden bei Rüdesheim, Erbach, Johannisberg,
Aßmannshausen u. s. w. gewonnen.
3. Wiesbaden, d .h. Wiesenbad (75 T.), liegt am südwestlichen Abhange des
Taunusgebirges in einem Thalkessel und ist von lieblichen Obstgärten und Reben-
. hügeln umgeben. Ihren Aufschwung verdankt
die Stadt besonders den warmen Quellen dort.
Ihr Wasserhateine Temperatur von40—7000.
Die bedeutendste Quelle ist der sogenannte
Kochbrunnen. Sein salziges Wasser kommt
sprudelnd aus der Erde hervor undschlägt Wel-
len, als ob es koche. Daher der Name. — Die
verschiedenen Quellen werden teils zum Trin-
ken, teils zum Baden benutzt. Besonders wird
das Wasser solchen Kranken verordnet, die
an Rheumatismus, Gicht oder Nervenschwäche
leiden. Uber 50000 Fremde finden sich all-
jjMährlich hier ein, um Heilung von ihren Leiden
„“3 oder Erholung von ihrer Arbeit zu suchen.
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4. Die Flüsse mit ihren Städten. Die
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— 4 ain und Lahn. An der Lahn liegt Mar—
mHauptjlüsse der Provinz sind Werra, Fulda,
vvburg, an der Fulda Cassel, die Hauptstadt
der Provinz. 2 Stunden von Cassel liegt das
Lunstschloß Wilhelmshöhe mit seinen berühm-
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bis 1813 Jérome, der König Westfalens;
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Niederwalddenkmal. während seiner Gefangenschaft zum Aufent-
halte. — An der Fulda liegt auch die Stadt Fulda. Vor dem Dome steht das
Bonifatius-Denkmal. Am Main liegen Hanau (dessen Schmucksachen fast alle Gold-
und Silberläden Deutschlands füllen) und Frankfurt.
5. Frankfurt a. M. (mit den Vorstädten an 230 T.) ist eine sehr alte
Stadt. Ihre Entstehung verdankt sie der Furt durch den Main. Daher auch
der Name Frankfurt d. h. Furt im Frankenlande. In dem Dome wurden ehemals
die deutschen Kaiser gekrönt. Dann wurden sie nach dem Rathause, dem Römer,
geleitet. Im ersten Stocke des Römers befindet sich der Kaisersaal, wo das Krönungs-
mahl gehalten wurde. An den Wänden hängen die überlebensgroßen Bildnisse
aller (49) deutschen Kaiser bis auf Franz II., der 1806 die deutsche Kaiserkrone
niederlegte. „Bedeckt sind alle Wände bis an den letzten Saum; kein neuer Herrscher
fände zu seinem Bildnis Raum.“ Dem Kaiser Wilhelm I. st 1896 ein Denkmal
in der Stadt gesetzt worden. Die Messen zu Frankfurt a. M. waren im Mittel-
alter hoch berühmt. Auf dem Roßmarkte erhebt sich das Denkmal Gutenbergs
und auf dem Goetheplatze das Standbild Goethes.
1. Drovinz Westfalen. (20 T. ckm — 2,7 M. E. — ½ kath.)
1. Im Norden der Provinz liegt ein Teil des Wesergebirges. Bei Minden
wird dieses von der Weser durchbrochen. Dieses Durchbruchsthor, Weser scharte oder
westfälische Pforte genannt, ist aber kein enges Felsenthor, sondern ein weites
Thal. An der linken Seite des Flusses liegt hier der Wittekindsberg, dessen Kuppe mit
einem Denkmale Kaiser Wilhelms I. geschmückt ist. Südwestlich von der Weserkette