seropielen kleine Stich-
linge, und Gelbrand,
Wasserwanze, ge-
meiner Rücken-
zeigen hier ihre
Schwimmkünste.
Auch Muscheln und
Schnecken führen
hier, besonders aber
am Grunde des Tei-
ches, ihr träges Da-
sein. Aufdem Wasser-
spiegel gleitet wie ein
chlittschuhläufer
der langbeinige
Wasserläufer dahin.
49. Das Vergißmeinnicht.
1. Sage. Als der liebe Gott die Blumen erschaffen hatte, gab er einem
jeglichen Blümchen einen passenden Namen und sprach zu ihnen: „Gedenket mein
und vergesset des Namens nicht, den ich euch gegeben habe!“ Ein blaues Blüm-
chen aber tändelte und spielte mit den Schmetterlingen. Und dabei vergaß es
seinen Namen. Da erschrak es und kam zum lieben Gott und sprach: „Ach, ich
habe meinen Namen vergessen.“ Der Herr aber sprach: „Vergißmeinnicht!“ Da
schämte sich das Blümchen, zog sich ans stille Bächlein zurück und trauerte. Und
wenn jemand es pflücken will, so rust es ihm zu: „Vergißmeinnicht!“
2. Stengel. Der Stengel ist im Wasser weniger (meist gar nicht), am Ufer-
rande mehr behaart. (Warum? S. 180.) Abgeschnitten und ins Wasser oder in feuchten
Sand gestellt, saugt er leicht die Feuchtigkeit ein und erhält sich so mit Blättern
und Blüten noch längere Zeit frisch. Deshalb legt man Vergißmeinnichtkränze in
ein Gefäß mit Wasser, um sie als Zimmerschmuck längere Zeit blühend zu erhalten.
3. Blüte und Frucht. In der Blüte tritt uns mehrsach die Fünfzahl ent-
gegen. Der Kelch ist fünfzähnig. Die himmelblaue, unten röhrenförmige Blumen-
krone bildet oben ein Tellerchen mit fünflappigem Saume. Die 5 Staubblätter,
der Stempel und die Honigdrüsen werden durch fünf gelbe Schuppen verdeckt,
damit sie vor Regen und Tau und dadurch vor Fäulnis geschützt sind. Auch halten
die Schuppen nutzlose kleine Insekten ab, die zum Honig wollen. Größere Insekten
dagegen, z. B. Bienen und Schmetterlinge, können ihren Rüssel zwischen den Schuppen
zum Honig hinführen. Im Grunde des Kelches finden wir vier kleine, glatte Nüßchen,
zwischen denen sich ein fadenförmiger Griffel mit zweispaltiger Narbe erhebt. Diese
Nüßchen sind aber nicht etwa 4 Fruchtknoten — sonst müßte ja jedes der Nüßchen
einen besondern Griffel tragen — sondern es sind nur die Teile eines tief vier-
spaltigen Fruchtknotens. Zur Zeit der Reife zerfällt er in vier glänzend schwarze Teile.
4. Der Blütenstand des Vergißmeinnichts bildet eine Art Traube; denn die
Blüten sitzen an ziemlich gleich langen, unverzweigten Stielchen und diese wiederum
in verschiedener Höhe an einem gemeinschaftlichen Hauptstiele. Die untern Knospen
brechen zuerst auf, da sie sich zuerst entwickelt haben. Die obern biegen sich bis
zu ihrem Aufblühen mit der Spitze des gemeinschaftlichen Blütenstiels nach der
Erde zu, während die bereits entwickelten Blüten aufrecht stehen. Meistens ist
der gemeinschaftliche Blütenstiel, solange die Knospen noch nicht aufgeblüht sind,