Regelung der Jagd. — Hegezeit des Wildes. 265
Artikel 20. Alle den vorstehenden Bestimmungen entgegenstehenden Gesetze
und Verordnungen, namentlich das zur Hegung des Wildstandes seither noch
in Staatswaldungen bestandene Waldverbot (Generalreskript vom 15. Oktober
1744 und 17. März 1798), die Bestrafung der Eigentümer freijagender Hunde,
sowie das Niederschießen freilaufender Hunde und Katzen (Generalreskript vom
10. Mai und 3. Juni 1702, 1. November 1735, 20. Juni und 18. Dezember
1792), die Verordnung vom 18. Januar und 13. Juni 1817 (Regierungs-
blatt S. 29 und 305), die Verfügung vom 21. März 1819, die Artikel 394 bis
398 des Strafgesetzbuches vom 1. März 1839 und die Artikel 65, 93 Abs. 1
und Artikel 94, Ziffer 5 des Polizeistrafgesetzes vom 2. Oktober 1839, des-
gleichen das Gesetz über das Jagdwesen vom 17. August 1849, mit Ausnahme
des Artikels 1 Abs. 3 und Artikels 2 sind aufgehoben.
4. Königl. Verordnung, betreffend die Hegezeit des Wildes.
Vom 30. Juli 1886.
(R. Bl. S. 315.)
Strafbestimmung.: Artikel 39 des Polizeistrafgesetzes vom 27. Dezember 1871.
Vergl. S. 302.
§ 1. Die Hegezeit, innerhalb welcher Wild weder erlegt, noch gefangen,
noch zum Verkauf gebracht oder angekauft werden darf, wird nach den einzelnen
Tiergattungen in folgender Weise bestimmt:
A. Beim Haarwild:
1. für männliches Rot= und Damwild auf die Zeit vom 1. Februar
bis 31. Mai;
2. für weibliches Rot= und Damwild auf die Zeit vom 1. Februar
bis 30. September;
3. für Rehböcke auf die Zeit vom 1. Februar bis 31. Mai;
4. für Rehgaisen auf die Zeit vom 1. Dezember bis 14. Oktober;
5. für Wildkälber und Dankitze, d. h. für die noch im Kalenderjahr
ihrer Geburt stehenden Jungen des Rot= und Damwilds, auf das
ganze Jahr;
6. für Kitzböcke, d. h. männliches Rehwild im Jahr der Geburt bis
14. Oktober;
7. für Hasen auf die Zeit vom 1. Februar bis 30. September.