XI. Personenstandsveränderung. 103
z. B. dem Hausmann Marx Illgen und dessen
Ehefrau, sei diese Veränderung aufgefallen. Im
Mai 1904 sei die Alster von ihrer Schwester weg-
gezogen. Die Zeugin hat aber von der verehelichten
Graf keine Auskunft über die neue Wohnung der
Alster, sondern immer ausweichende Antworten er-
halten. Da sei die Anzeigeerstatterin der Alster
eines Abends vom Hause Zwingerstraße 48 unbemerkt
nachgegangen und habe das Mädchen in dem Hause
Louisenplatz 17 verschwinden sehen. Die Anzeige-
erstatterin hat aber in diesem Hause, welches nur
wenig bewohnt gewesen sei, nicht ermitteln können,
bei wem die Alster daselbst gewohnt habe.
Auffällig sei nun der Keller geworden, daß im
Frühjahr 1904, kurz ehe die Alster weggezogen sei,
auch die Graf einen starken Leib bekommen und ihr
wiederholt in sehr auffälliger Weise mitgeteilt habe,
daß sie schwanger sei. Das ist der Anzeigerstatterin
nur deswillen aufgefallen, als die Graf mit ihrem
Ehemann schon in zehnjähriger kinderloser Ehe lebe
und ihr selbst früher oft gesagt habe, der Arzt habe
ihr erklärt, daß sie niemals Kinder bekommen könne.
Im Frühjahr 1904 wollte nun die Graf wieder
beim Arzt gewesen sein, der ihre Schwangerschaft
konstatiert habe.
Im Sommer 1904 sei die Alster niemals
mehr zu ihrer Schwester Graf gekommen. Die
Zeugin hat sie aber Ende Juni einmal zufällig
auf der Ohlauerstraße gesehen und hierbei bemerkt, daß
die Alster hochschwanger gewesen sei. Hierbei sei
die Fabrikarbeiterin Erna Oehme, bei ihr wohnhaft,
zugegen gewesen, welche die Alster ebenfalls vom
Ansehen kenne und damals gesagt habe, das Mädchen
müsse schwanger sein.
Der Graf gegenüber hat die Anzeigeerstatterin
einigemale Bemerkungen darüber gemacht, daß doch
die Alster ebenfalls recht stark sei. Da hat die
Graf geantwortet, es sei bei ihr nichts, sie habe nur
so unregelmäßig die Regel, da sei natürlich der
Leutnant daran schuld.
Am 14. Juli d. J. morgens um 7 Uhr habe
sie bei Grafs, mit welchen sie auf einem Korridor