Full text: Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten.Zweiter Band. 1905. (2)

XII. Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit. 123 
In diesem Zimmer steht ein Divan, auf dem 
manchmal Frau Simon, die etwas leidend sei, aus- 
ruhe. In dem Zimmer pflege auch Simon zu früh- 
stücken; er habe da seine Rotweinflasche stehen, aus 
der er am 3. Juli, wie sie selbst gesehen, mehrere 
Gläser getrunken habe. 
Ganz plötzlich habe sie Simon um die Taille 
gefaßt und auf den Divan gesetzt. Sie habe sich 
dessen nicht versehen gehabt und es deshalb nicht 
verhindern können. Ehe sie auch noch ein Wort 
des Erstaunens oder Unwillens hervorgebracht, habe 
Simon, der ein großer starker Mann ist, sie auf 
den Divan rücklings niedergedrückt und ihr die Röcke 
— sie habe einen dünnen schwarzen Lüsterrock und 
einen leichten Unterrock angehabt — aufgedeckt. Sie 
habe zu weinen angefangen und gebeten, er solle 
sie loslassen. Da habe er ihr die eine Hand fest auf 
den Mund gepreßt, während er ihr mit der anderen 
ihre offene Hose auseinander gemacht und ihr Hemd 
weggeschoben habe. Nunmehr habe sie mit den 
Händen und Beinen um sich geschlagen, Simon habe 
sich aber mit einem Male ganz fest mit dem vollen 
Körper auf sie gelegt, sodaß sie die Beine überhaupt 
nicht mehr habe bewegen können. Sie habe gefühlt, 
wie Simon etwas Steifes an ihren Geschlechtsteil 
gebracht und in denselben hineingezwängt habe, was ihr 
sehr weh getan habe. Seine Finger könnten es nicht 
gewesen sein, da er seine starken Arme auf die ihrigen 
gelegt habe. Nunmehr habe Simon stoßende Be- 
wegungen gegen ihren Geschlechtsteil gemacht, was 
ihr solche Schmerzen verursacht habe, daß sie ein- 
mal, obwohl Simon ihr den Mund fortgesetzt zu- 
gehalten, laut aufgeschrieen habe. Da habe es heftig 
an die nach der Hausflur führende Türe geschlagen, 
worllber sie so erschrocken sei, daß sie, anstatt — wie 
sie sich jetzt sage — lauter zu schreien, zu schreien 
aufgehört habe. Dann sei es in ihrem Geschlechts- 
teile naß geworden, und Simon sei aufsgestanden. 
Er habe sie dann zu trösten versucht, ihr eine Bluse 
zu schenken versprochen, ihr Wein angeboten, was sie 
aber alles abgelehnt habe. Der dann zurückgekehrten 
Schwenke und auch später der Frau Simon habe
	        
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