Full text: Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten.Zweiter Band. 1905. (2)

170 
Formularbuch. 
Kulicke einen Schlag mit dem Bierglase auf dem 
Kopf erhalten, wovon er eine Beule, die auch sichtbar 
war, davongetragen habe. 
Sonach blieb zunächst unaufgeklärt, woher 
Kulicke die beiden Stichwunden in die Brust und in 
den Rücken erhalten hat. 
Es meldete sich bei der Erörterung dieses 
Punktes der Musiker Heinrich Novis, hier Tal- 
straße 16, III, und erklärte, er habe von dem Musik= 
podium aus ganz genau gesehen, daß Solfers, den 
er zutreffend als einen kleinen schwarzen Mann be- 
zeichnete, ein Messer in der Hand gehabt und über 
Kulickes, des großen starken Mannes Rücken hinweg 
nach Weigels Händen habe stechen wollen, aber ab- 
gerutscht und mit dem Messer auf Kulickes Rücken 
gestoßen sei. Hierzu wird bemerkt, daß der Tisch. 
an welchem Kulicke gesessen hat, 3 Meter 15 Zenti- 
meter von der Podiumkante entfernt gestanden hat 
und die Beleuchtung im Saale — elektrisches Licht 
— eine sehr gute war. 
Solfers leugnete, überhaupt mit einem Messer 
gestochen zu haben. Seine Durchsuchung förderte 
aber das beifolgende beschlagnahmte und mit 8 be- 
zeichnete Taschenmesser mit schwarzer Schaale und 
zwei Klingen zutage. Die sofort vorgenommene 
Besichtigung ergab, daß die große spitze Klinge von 
frischem Blute befleckt war, ebenso hatte Solfers 
blutige Hände. Er blieb aber bei seinem Leugnen 
und erklärte, er habe sich von seiner eigenen am 
Oberarm erhaltenen Wunde und beim Aufheben von 
Kulicke blutige Hände gemacht und sei mit ihnen in 
die Tasche gefahren. Er werde doch nicht so un- 
vorsichtig sein und einen Mann seiner eignen Partei 
in den Rücken stechen. 
Hamm gab auf Befragen hierzu an, daß er 
sich allerdings ebenfalls erinnere, Solfers hinter 
Kulickes Rücken mit den Fäusten schlagend gesehen zu 
haben; ein Messer habe er allerdings in Solfers 
Handen nicht gesehen. 
Die Heider und Mundig konnten hierzu nichts 
angeben, weil sie zu dieser Zeit auf der Brustseite 
von Kulicke gestanden haben. Den Stich in die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.