Full text: Der Weltkrieg. I. Band. (1)

Vom Dreibund zum Dreiverband 
  
Verteidigung gegen eine Invasion. Deutschland hat keinen 
Zwei-Mächte-Standard geschaffen. Deutschland mag ein 
stärkeres Heer haben als Frankreich, als Rußland, als 
Italien, als Österreich; aber es steht zwischen zwei Groß- 
mächten, die zusammen eine weit größere Truppenzahl 
aufstellen können, als Deutschland sie hat. Vergessen Sie 
das nicht, wenn Sie sich wundern, warum Deutschland 
Allianzen und Ententen fürchtet und gewisse geheimnis- 
volle Machenschaften, die in der Presse durchscheinen ... 
Denken Sie sich, wir ständen hier vor einer Kombination, 
die uns der Invasion preisgäbe, denken Sie sich, Deutsch- 
land und Frankreich oder Deutschland und Rußland oder 
Deutschland und Österreich hätten Flotten, die kombi- 
niert stärker wären als die unsrige, wären wir nicht er- 
schreckt? Würden wir nicht rüsten ? — Selbstverständlich 
würden wır rüsten!“ 
Und noch am I. Januar 1914 schrieb Lloyd George im 
„Daily Chronicle‘: 
„Die deutsche Armee ıst lebenswichtig nicht nur für 
die Existenz des Deutschen Reiches, sondern auch für das 
nackte Leben und die Unabhängigkeit des deutschen Volkes 
selbst, danun einmal Deutschland umgeben ist von andern 
Nationen, deren jede ein Heer besitzt ungefähr ebenso stark 
wie das deutsche selbst. Wir vergessen, daß während wir 
für den Schutz unserer eignen Küsten auf einer sechzig- 
prozentigen Überlegenheit unserer Seestreitkräfte gegen- 
über Deutschland bestehen, Deutschland nichts, was einer 
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