Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Ausse#ker  31.1

–—  Anzee

 

W.B.  G.  gegeben  sind,  der  Aufforderung  der
Nerankagungsbehbrde  zur  Abgabe  der  Vermsgenserkäung
  mit  dem  Einwande  entziehen
könne,  daß  sie  kein  Vermögen  hobe  und  desbalb
  nicht  objektio  beitragspflichtig  sei.

Kommunules.

Sitzung  des  Magistrats-Mollegiums
Rosenheim.

 

am  Freitag  den  27.  Februar  1914,
pormittags  9  Uhr.
(Schn.)

Baugenehmigungen  erhalten:  1.  Brasiltabakfabrikant
  J.  Ettenhuber:  Einfriedung  bei  seinem
Anwesen  Innstraße  23;  2.  Baumeister  Leonh.
Hell,  Herstellung  einer  Bauhütte  und  einer  Einsriedung
  beim  Anwesen  Frühlingsstraße  33;
Z.  Gostwirt  Josef  Bichler:  Einbau  von  Wirtschaftelokalitäten
  im  Anwesen  Fürstätt  Nr.  7;
4  Gastrirt  Benedikt  Bierbichler:  Herstellung
eines  Brech-Kammerausbaues  im  Anwesen  Gilliderstraße
  Nr.  10.

Genehmigung  zur  Anbringung  eines  Nasenschudes
  erhält:  Zigarrengeschäftsinhaber  Paul
Wettlaufer  am  Hause  Ludwigsplatz  32.

Erctbankmetzger  Zeiler  erhält  Genehmigung
zur  Anleitung  von  Lehrlingen.

Dem  Felir  Noppenberger  wird  die  Konzession
zur  Ausübung  der  Gastwirtschaft  zum  „Hammerwirt“
  erteilt.

Als  Vertreter  der  Stadtgemeinde  Nosenheim
wird  auch  für  das  Geschäftsjahr  1913/14  der
bisherige  Vertreter  Herr  Rechtsrat  Kürzinger
in  den  Fremdenverkehrsrat  entsendet.  Ferner
wird  als  Vorsitzender  der  Gruppe  29  im  Münchener
  Fremdenverkehrsrat,  der  die  Staotgemeinde
  Rosenheim,  der  Distrikt  Rosenheim
und  die  Alpenvereinssektion,  der  Verschönerungsverein
  und  der  Fremdenverkehrsverein  Rosenheim
  angehdren  Herr  Bankdireftor  Ludwig  Beßtler
  gewählt.

Stäe##n  des  Kollegiums  der  Ge##tnbe.
Bevollmächtigten  in  Rosenheim
am  Mittwoch,  den  4.  März  1914,
vormittags  ½9  Uhr.
(Schluß.)
Rechnungsprüfungen.

Ueber  die  Rechnung  der  Kasse  der  Besitzveränderungsabgabe
  für  1912  berichtet  G.-B.
Ruedorffer.  Im  Anschluß  daran  tritt  G.-V.
Huber  dafür  ein,  doß  alle  Zuschüsse  durch
die  Gemeindekasse  gehen,  um  ein  übersichtlicheres
Vitd  zu  erhalten.  Ein  Beschluß  der  Kollegien
würde  dadurch  nicht  berührt,  es  handle  sich  nur
um  eine  andere  Form  der  Rechnungsstellung.
G.-B.  Schmidt  sieht  in  den  Dartegungen  des
Berichterstatters  cine  gewisse  Berech“iaung,  ebenso
  in  dem  Wunsche  des  Herrn  Huber.  Warm
s  srüher  anders  gehanohabt  worden  wäre,
wisse  er  nicht.  Es  scheine,  als  ob  man  die  Zuschüsse
  zum  Kaiserbad  nicht  in  einem  Posten  erscheinen
  lassen  wollte.  Der  Vorsitzerde  widerspricht
  dieser  Auffassung.  Es  dürfte  schon  klargesiellt
  sein,  wieviele  Iuschüsse  das  Kaiserbad
  aus  den  einzelnen  Kassen  erhalten  habe;
aus  der  Gemeindekosse  seien  es  1912  seines  Wissens
  10  000  oder  13000  Mk.  gewesen  und  aus
der  Besitzoveränderungskasse  2000  Mk.  Die  Rechnung
  wurde  schließlich  genehmigt.  Ur#ber  die
Rechnungen  der  slädtischen  Sammlungen  für
1912  berichtete  G.-B.  Dachs.  Auch  die  Zugänglichmachung
  der  Bibliothek  wurde  eröctert.
G.-B.  Ruedorffer  teilte  mit,  daß  nurzeit  die
Schränke  für  die  Bände  angefertigt  würden.
Vis  Ostern  werde  dies  geschehen  sein,  dann  könne
man  an  die  Einordnung  herantreten.  G.-B.
Schmidt  freut  sich  über  die  Mitteilung,  daß  die
Bibliothek  bis  Ende  des  Jahres  zugänglick  sei.
Aehnliche  Aeußerungen  seien  aber  auch  1912
gemacht  worden.  Er  bitte  daher,  auf  oie  baldige
  Eröffnung  Bedacht  zu  nehmen.  Mehrere
Heiren  hätten  sich  zur  Hilfe  bereit  erklärt.
Was  den  Ankauf  Vvon  Bildern  anbelange,  so
habe  Herr  Bram  auf  die  Zuziehung  von  Sachversiändigen
  hingewiesen.  G.-B.  Ruedorffer:
Hillskräfte  seien  bei  der  Katalogisierung  weilllommen;
  etwas  anderes  sei  die  Einordnung.
G.-B.  Heliel  befürwortet  die  Anregung  des
G.-B.  Schmidt.  Man  könne  der  Kommission
nicht  zumuten,  daß  sie  die  Verantwortung  allein
trage.  Er  bitte  dringend,  Runstsachverstänoige
beizuziehen.  Hierüber  ging  die  Debatte  lange
hin  und  her.  G.-B.  Ruedorffer  wies  darauf
hin,  daß  auch  die  Künstler  über  den  Wert
von  Gemälden  sich  nicht  einig  seien.  G.-B.
Heliel:  Die  Bramsche  Sammlung  sei  eine
Kunstsammlung;  Herr  Bram  habe  eine  glückliche
  Hand  dabei  gehabt.  Schließlich  #urden
die  Rechnungen  genehmigt.

Von  der  höheren  Mädchenschuke.

Der  Voranschlag  der  höheren  Mädchenschule
mit  Erziehungsinstitut  ist  vom  Magistrat  cm  5.
Januar  mit  84998.50  Mk.  in  Einnahmen  und
Auegaben  eligefeg,  Heute  hatten  die  G.-B.
darüber  Beschluß  zu  fassen.  Berichterstatter
ist  der  Vorsitzende.  Die  Voranschläge  gechen
jetzt  nicht  mehr  mit  dem  ljaht,  sie  falten
vielmehr  mit  dem  Kalenderjahr  zusammen.  Der
Wlest  n  wurde  debattelos  genehmigt.

Vom  Realschulpensktonat.

Ueber  den  Voranschlag  des  Realschulpensio-Kat#

  fü#  1814  krrichtet  ebhenfalls  der  Vor- 



itzende.  Der  Voranschlag  wurde  vom  Magltrat
  am  5.  Januar  mit  62  870  Mk.  in  Einnahmen
  und  Ausgaben  festgesetzt.  G.-B.  Stegmeier
  frägt,  ob  keine  Abschreibungen  und  Verzinsungen
  Pingesett.  seien.  Vorsitzender:  Die  kameralistische
  Buchführung  kenne  das  nicht.  Auch
gegen  diesen  Voranschlag  erhob  sich  kein  Widerpruch.

Vom  Gymnasialpensionat.

Ueber  den  Voranschlag  des  Gymnasialpensionates
  für  1914  berichtet  auch  der  Vorlsitzende.
Die  Pensionszahlung  ist  mit  32  600  Mk.  eingesett.
  Die  Gesamteinnahmen  siellen  sich  auf
48191  Mk.  Zur  Abgleichung  ist  ein  städtlscher
Zuschuß  von  noch  5600  Mk.  èrforderlich.  Die
Verwaltung  steht  mit  11  125  Mk.  in  Ausgabe.
Für  den  Zweck  hat  die  Kommission  21.000  Mk.
für  Verpflegung  eingesetzt.  Die  Verzinsung  der
Passivkapitalien  erfordert  7848.40  Mk.,  die
Schuldentilgung  5120  Mk.  Die  Gesamtausgaben
  stellen  sich  ebenfalls  auf  43  191  Mk.
Der  Voranschlag  wurde  genehmifgt.

Ein  Antrag.

Zum  Schluß  brachte  G.-B.  Hube#rim  Anschlusse
an  seine  Ausführungen  über  den  Stat  folgenden
Antrag  ein:  „An  den  Magistrat  wolle  das  dringendsie
  Ersuchen  gerichtet  werden,  den  Houshallungsplan
  der  Stadtgemeinde  rür  191  in  ailernächsier
  Zeit  vorzulegen.  jedenfalls  aber  beiannt
zu  geben,  wann  die  Vorlage  endlich  erfolgen

7:  d.“

 

Cokalnachrichlen.
Rosenheim,  5.  März.

Vom  Vollsfest  und  Stradtjubile-=um.
  Die  Vorbereitungen  zum  Volksfest  und
Stadtjubiläum  sinden  immer  mehr  Förderung.
Am  Mittwoch-Nachmittag  tagte  wieder  im
Sitzungesacle  des  Rathauses  der  Preßausschuß.
der  sich  hauptsächlich  mit  der  Reklame  zu  beschäftigen
  hatte.  Den  WVorsitz  führte  Hr.  Kommerzienrat
  Senst.  Diesmal  konnte  die  Frage  oer
Reklamemarle  ihrer  endgültigen  Lösung  zugeführt
  werden.  Die  Skizze,  zu  welcher  man  sich
in  der  letzten  Sißung  euntschlossen  hatte.  lag
jetzt  als  fertiger  Entwurf  vor,  farbig  aurgeführt
in  der  oef’nitiven  Größe.  Der  Entwurf  entsiammt
  der  Hand  des  Herrn  Gymnasialprosessors
  Oppel.  Er  zeigt  eine  Totalansicht  von
Rosenheim  mit  dem  Gebirge  im  Hintergrund.
während  auf  originelle  Art  im  Vorderarunde
dem  Charakter  des  Volksfestes  Rechnung  getragen
  ist.  Ein  kleiner  Text  weist  auf  den  Zweck
der  Marke  hin.  Mit  Freuden  konstaiieren  wir,
dahb  auch  hiefür  die  Idee  eines  heimischen  Meisiers
  berücksichtigt  werden  sonnte.  Wir  zweiseln
nicht  daran,  daß  die  Marke  nach  ihrer  endgültigen
  Anfertigung  überall  so  grosen  Anklang
  sinden  wird  wie  gestern  bei  den  Mitgliedern
  des  Prehausschusses.  Ebenso  erfreurich  ist,
daß  noch  mehr  Entwürse  zu  dieser  Marle  eingelaufen
  waren,  lap#sschließlich  ran  Nosenheimer
  Kapazitäten;  der  Ausschuß  glaukte  jedoch,
der  jetzigen  Marke  den  Vorzug  zu  geben.  welche
am  beiten  auch  dem  Stadtjubiläum  gereckht  wird.
Es  ist  beschlossen  worden,  die  Reklamemiche  in
einer  Auflage  von  100  000  Stück  sofort  in
einer  erstklassigen  Kunstanstalt  ausföhren
lassen,  sodaß  sie  in  küriester  Zeit  allen  Interessenten
  zur  Versügung  siehen  wird.  MWeiter
fand  der  Auoschuß  diesmal  eine  reiche  Fülle
von  Entwürsen  für  die  offizielle  Po##kar  vor.
Der  Aufruf  an  unsere  heimischen  Kräfte  in  also
nicht  ungehört  verhallt.  Der  Ausschun  hat  sich
einstimmig  für  einen  Entwurf  entschieden,  weicher
am  giücklichsten  die  choratteristischen  Merlmale
des  historischen  Rosenheim  festhält.  Diese#r  Entmus
  hat  Hrn.  Schluttenhofer  je.  zum  Urheber.
  In  hervorstechender  Wirkung  gigt  er
uns  einen  umsassenden  Blick  über  die  Heiliggeiststraße
  zum  Mazx-Josefs-Platz,  dessen  2echt:  Häuserfront
  vom  Turm  der  Skadtpfarrlirche  überragt
  wird,  während  in  der  Ferne  noch  die  Umrisse
  der  Gebirgskette  darüler  sich  dentlich  abheben.
  Der  Feslcharakter  ist  dabei  gilcklich  feslgehalten.
  Man  wird  anerlennen  müssen,  daß
gerade  diese  Partie,  welche  uns  den  für  Rosenheim
  typischen  Arkadenbau  vor’rüglich  k-unzeichnet,
  für  eine  Festpostlarte  zu  einem  Stadtjubiläum
  in  bester  Form  geeignet  sst.  Tie  mehrfarbige
  Ausführung  in  lichter  Mischung  und
(Guppierung  verleiht  dem  Motio  erhöhlen  Rei
Gerne  hat  der  Ausschuß  diesen  Entwur'  ausgewähr't,
  nur  in  Bezug  auf  manche  Einzelheilen
hat  er  noch  Wünsche.  Die  Karte  wird  in  einer
Auflage  von  20  000  Stäk  erscheinen,  davon
10  000  Stück  mit  aufgedruckter  Marke.  Schließlach
  konnte  auch  noch  Beschluß  über  dos  Festplalat
  gefaßt  werden.  An  der  Längskeite  des  Saales
  waren  die  dafür  eingelangten  Entwürfe  ausgestellt.
  Alle  waren  mit  großem  Fleiè  und  dem
besten  Willen  ausgeführt.  Zwei  Entwürfe  stachen
  besonders  hervor  durch  ihre  Motive  und
ihre  wirlungsvolle  Farbentechnik.  Ueberhaupt
ließ  ihre  ganze  Aufmachung  für  sich  einnehmen.
Ihr  Urheber  ist  ebenfalls  Herr  Schluttenhofer
r.,  der  eine  vortreffliche  Auffassung  mit  künstlerischer
  Wirkung  in  hohem  Maßzee  zu  verbinden
wußte.  Der  Ausschuß  entschied  sich  für  den
Entwurf,  wescher  Gellelch  und  Skadtjubiläum
vorzügkich  geeten  hat.  In  der  oberen  Hälfte
lehen  wir  in  farbenprächtiger  Darstellung  das
Bi  der  Stadt  Rosenheim  mit  ihren  hauptsächlichsten
  Merkmalen.  Dahinter  erhebt  v  mase-————t
  «.

 

grund  umrankt  ein  Kranz  duftender  Rosen  das
Stadtwappen,  während  abseits  ein  bekränzter
Maibaum  auf  das  Vollssest  hinweisl.  Die  untere
  Hälfte  ist  dem  Text  in  markunten  Lettem
teseroiert,  dem  wiederum  ein  effektvoller  Rah.
men  gegeben  ist.  Es  freut  uns,  auch  die  Plakatsrage
  so  günstig  gelöst  zu  sehen.  Wir  zwmeifeln
nicht  daran,  daß  die  Ausführung  dieses  Entwurses
  die  Ankündigung  unseres  Volkefestes  überall
günstig  beeinflussen  wird.  Auch  das  Plakat
wird  bald  einee  Kunstanstalt  übergeben  werden,
sodaß  dann  in  nächsler  Zeit  schon  die  Kunde  van
unserem  Stadtjubikäum  in  alle  Welt  hinausgetragen
  werden  lonn.  Dah  Rolenheimer  Kunssinn
  die  Motive  dazu  gegeben  hat,  ist  besonder:
zu  begrüßen.

Die  landwirtschaftliche  Genossenschaftsbewegung.
  Nach  den  Aufsrcichnunden
  des  Reichsverbandes  der  deutschen  landwirtschaftlichen
  Genossenschaften  bestanden  im
Deutschen  Reiche  am  1.  Jan.  1914:  98  Zentralgencssenschaften,
  17  374  Spar=  und  Darlehenskassen,
  2632  Bezugs=  und  Absatzgenossenschaften,
3347  Molkereigenossenschaften,  190  Milchverwertungsgenossenschaften
  und  403  sonstige  Genossenschaften,
  zusammen  27  675  landwirtschaftl.,
dem  Genossenschaftsgesetz  untersiellte  Genoisenschaften.
  In  dem  Bayerischen  Landesverbaad
landwirtschaftlicher  Genossenschaften  wurden  im
Monat  Februar  1912  elf  Genossenschaften  neu
ausgenommen,  bei  der  Gayerischen  Jentraldarlehenslasse
  acht  Genossenschaften.  Der  Mitgliederstand
  des  Bayerischen  Landesverband-“  bezisfert
  jetzt  3095  Genossenschaften,  der  ver  Vayerischen
  Zentraldarlehenskasse  2610  Genossenschaften.


Rivierareise  des  Flottennereins.
(10.  —  17.  April,  Osterzeit.)  Diese  rühmlichst  belannle
  Reise,  die  in  8  Reisetagen,  in  Lindau  beinnend
  und  endigend  die  Teilnehmer  nach  Vern,
Lausonne,  Mailand,  Genna,  Monte  Carlo,  Nizza,
  San  Remo,  Lugano  und  Luzern  bringt,  sindet
  auch  dieses  Jahr  wieder  statt.  Das  außererdentlich
  geschickt  gewählte  Programm  hält  sich
sern  von  jeder  Ueberhaftung  und  Uebermüdung
und  zeigt  für  einen  Gesamtpreis  von  225  Mk.
inklusine  Verpflegung,  Hotelaufenthalt  usw.  alle
Hauptsehenswürdigkeiten.  Nichtmitglieder
nen  gegen  einen  Jahresbeltrag  von  3
die  Mitgliedschaft  des  Vereins  erwerben
sich  dann  an  der  Fahrt  betelligen.  Auck  Damen
  sind  als  Teilnehmer  willkommen.  Alle  näleere
  Auskunft  erteilt  die  Geschäftesielle  Mün,
chen,  Theatinerstraße  23.

Von  der  Straße.  Ein  Taglöhner  und
ein  Mlasterer  von  Rosenheim  verübten  nachto
in  der  Jnnstraße  durch  überlautes  Schreien
und  Singen  groben  Unsfug.  Sie  wurden  in
Arrest  verwahrt.

Zugeflogen  ist  eine  Taule.  Näheres  lann
im  magistratischen  Geschäftszimmer  Nr.  2  erkragt
  werden.

Das  Rosenheimer  Volksthealer.
Rosenheim,  5.  Marz.

Am  kommenden  Sonntag  begeht  das  Nosenheimer
  Volkstheater  das  Fest  seines  20jäwrigen
Bestehens.  Es  hat  alle  Veranlassung,  diesen
Tag  mis  besonderer  Freude  zu  begehen.  Zunzig
Jahre  sind  eine  lange  Zeit,  namentlich  im
Bühnen=  und  Theaterleben.  Man  denke  sich
nur  den  Eristenzkampf,  der  gerade  um  die  Bretler
  gesuhrt  wird,  welche  die  Welt  bedeuten!  Er
ist  allen,  die  damit  zu  tun  haben,  recht  schwer
gemacht,  und  gar  viele  Gründungen,  welche
im  Lause  der  Zeit  Gleiches  oder  Aehnliches  bezweckten,
  sind  wieder  von  der  Bildfläch:  verschwunden.
  Das  allein  schon  gibt  uns  Veranlassundg,
  dieses  Jubeltages  besonders  m  gedenken.


Noch  im  Dezember  1893  war  es,  als  der  Gedanfe
  für  die  Gründung  des  jetzigen  Volkstheaters
  eifrig  erwogen  und  seiner  Verwirklichung
  näher  geführt  wurde.  Um  jene  Zeit  hat
der  Stadtmagistrat  Rosenheim  dem  ersten  Gebirgs#trachtenerhaltungeverein
  (Stammverein)
Rosenheim  die  Erlaubnis  zu  theatralischen  Vorsiellungen
  offiziell  erteilt.  Die  Idee  dazustaimmte
von  dem  damaligen  ersten  Vorstande  des  Vereins,
  Hrn.  Bildhauer  Alois  Bach,  der  auch
heute  noch  das  Szepter  über  seine  Truppe  führt.
Er  hat  sich  von  allen  Anfang  an  mit  allem
Feuereifer  der  Angelegenheit  angenommen.  Unter
  seiner  Regie  wurde  im  Theatersaal  zur
„Alten  Post“  an  der  Neuherstellung  des  Musentempels
  emsig  gearbeitet.  „Ein  gleich  prächtiges,
  slilgerechtes,  zweckbienliches  und  mit  allem
Komgort  ausgestattetes  Theater  dürfte  hier  noch
nicht  geschaut  worden  sein“,  hieß  es  davon  in
den  damaligen  Berichten  der  Lokalpresse.

Das  Ensemble  bestand  anfänglich  aus  30
Personen,  „die  sich  alle  Mühe  gaben,  Schliersee
  in  Aufführung  der  besiten  oberbagerischen
Vollsstücke  gleichzukommen“.  Ein  Teil  der
Reineinnahmen  war  für  wohltätige  Zwecke  der
Stadt  bestimmt.  Im  Sommer  sollte  der  Musentempel
  im  neu  hergestellten  Pernlohner-Sommerkeller
  aufgeschlagen  werden.  „Das  ganze  Unternehmen
  gilt  ebenso  der  Förderung  des  Bestrebungen
  der  patriotischen  Gebirgstcachlen-Erholtungsvereine
  wie  der  Hebung  des  Frembenverkehro
  und  lokaler  christlicher  Caritas“,
hieß  es  in  der  Ankündigung.

Man  sieht,  das  Rosenheimer  Volkstheater
hatte  lich  ein  #chäncs,  guerkennenzmertes  iel