923 Fixstern — slächsen.
setzen, festmachen: gehalt, entschädigung ; unser
beider gluck zu frieren Schiller Kab. 3, 2; einen,
scharf ins Auge sassen. — Fixstern, m. seststehender Stern,
Gegensatz zu Wandelstern, Planet: unter sonn und mond
und allen fixsternen schweben Schiller Räub. 1,2.
Flach, eben, nach der Breite ausgedehnt, ahd. lah,
mhd. vlach; im Ablaute stehend zu altnord. ü#aki Ebene,
urverwandt zu lat. plaga Gegend, griech. pläx Fläche,
Ebene; die Steigerungsgrade nur selten mit Umlaut
gebildet: sie werden flacher Goethe Met. der Pflanzen
13; in eigentlicher Bed.: flach teld Luther üb. das
1. Buch Mose 1527; einem flachen felde gleich Zesen
Ros. 2; jre flache hende 2. Kön. 9, 35; bildlich: das liegt
auf flacher hand, ist für jedermann deutlich Treitschle
1, 629; flache brust, stirn, nicht gewölbte, flache nasec,
platte; flache klinge; mit vlacheme sworte slüch er Gr.
Rud. F" 25; mit flacher klinge (schlagen, züchtigend,
nicht sechtend) Heyse 21, 314; daher flach schlagen,
hauen, Hacher hieb; nicht tief: flache schüsseln, teller;
feicht, flachecs wasser; sprunk über einen fachen strom
Luther d. Proph. Jona 1526; Gegensatz zu fteil: flache
dacher, gebirge; basalt, der sehr häufig in dieser flach
erhobenen gegend brechen musz Goethe 43, 59; berg-
männisch flache gänge, klufte; beim Maler flaches licht,
breites Licht, flache partie, breit beleuchtet oder be-
schattet; — auf Geistiges gewendet: etliche flachgelerte
schwetzer Luther 1, 21145; ein flacher kopf, flaches
urtheil Adelung; des lebens flach alltägliche gestalten
Schiller Wallenst. Tod 5, 3; bis du zulctzt gewor-
den bist so flach wie sie Geibel 2, 119; im gegensatz
zu dem geräuschvollen und flachen gehahren Freytag
Erinn. 187. — Zusammensetzungen: Flachseld, n. Blach-
seld. — Flachlops, m. flacher Kopf und Inhaber eines
solchen. — slachlöpfig, einen flachen Kopf habend.
Fläche, k. das Flachsein und etwas Flaches, mhd.
vleobe; Ebene, flaches Land: zusamen komen in der
fleche Ono Neh. 6, 2; ebene Breite eines Körpers: fläche
der hand. des tellers, eines brettes, u. s. w.; auf die
fleche (der Seiten am Gestühle) 1. Kön. 7, 36; mahlerei
.. die kunst welche körper auf flächen nachahmet
Lessing Laok. 2; vgl. auch oberfläche; bei Maurern
fläche einc auf einer Seite spitze, auf der andern breite
Haue. — slachen, flach machen (vgl. abflachen): wer
ab dem neger das geflachte haubt Platen Gas. 16.—
lachheit, s. flaches Wesen, besonders in geistigem Sinne.
Flachs, m. Bast von den Stengeln der Leinpflanze
und diese Pflanze selbst; westgerm. Wort, ahd. flahs,
mhd. vlahs, altengl. fleax, wohl kiner Wurzel mit ücchten
(l. d.): ie### flachs, flasz Dief.; flachs säcn, raufen,
darren, rösten, brechen, hecheln, spinnen; der flachs
(batte) knoten gewonnen 2. Mos. 9, 31; sie (die Haus-
frau) gehet mit wolle und flachs umb Spr. Sal. 31, 13;
rauften die bauern den flachs Goethe ital. Reise 2;
brecht den Hachs Voß 41, 138; weiches gelbes Haar wird
dem flachs verglichen (Goethe die Spinnerin). flachs
heißt auch die Spannader (Henisch), vgl. flechse. —
Zusammensetzungen: Flachsader, f. Sehne (dem Flachfe
verglichen): die flaradern an den fingern Aventin
1, 917. vgl. flechse. — slachsarkig, wie Flachs. — Flach
bau, m. Anbau des
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achses. — Flachsbreche, k. Gerät
zum Brechen des Flachses. — Flachsdarre, f. das Darren
des Flachses und die dazu dienende Vorrichtung. —
Flachsfarde, k. gelbe Farbe, wie Flachs. — slachsgelb,
gelb wie Flachs. — Flachshaar, n. Haar von Flachs-
sarbe. — Flachslopf, m. Kopf mit Flachshaaren und
Inhaber eines folchen: kleine flachsköpfe schricn ihn
(einen Vers) Freytag Erinn. 333. — Flachsröste, k.
Rösten des Flachses und Vorrichtung dazu. — Flachs-
stengel, m. Stengel der Flachspflanze Jos. 2, 6.
Flächsen, flachsen, aus Flachs, mhd. llahsin und
vchsin: eine flechsen schnur Nicht. 10, 9; flächsin garn,
tuch Stieler; einem einen füchsinen bart flechten
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(verspotten) ebd.; in neuerer Spr. viel ohne Umlaut,
flachsener zwirn; dem Flachse gleich: mit dlonden fäch-
senen haarcn Droste 214; bildlich: flächsene helden-
gedichte Uhland 105; — auch flüchsern garn linum
netum Steinbach.
Flackern, hin= und hergehen, von Licht und Glanz;
Freqnuentativ zu flacken gleicher Bed. (Frisch aus Kei-
sersberg); die Bildung ist alt und weiteren Sinnes:
ahd. flogarõn hin und her sliegen, einmal auch flagaron;
altengl. dazu tlacor fliegend, flatternd; mittelengl. fake-
ren, altnord. flökra; nächst verwandt sind altengl. flico-
rian flattern, flackern, niederl. flickern flimmern; dem
Zusammenhange mit ütiegen widerstreben die Vocal-
flackern — Flamme.
benhältnise. radiare flackren Dief.; flakkeren neben
flakken Schottel; flackerende flamme, fackel Frisch;
der kerze flackern Rückert ges. Ged. 1, 89; das flackernde
licht Wildenbruch Nov. 45; übertragen: in ihren
nachdenklichen zügen, dice vorher von . anfregung
geflackert hatten Heyse 4, 197; vgl. aufflackern.
Fladen, m. Art Backwerk, ahd. f#ado, mhd. vlade,
von seiner Form so genannt, urverwandt ist griech.
platys breit; ungesewrte fladen 3. Mos. 2, 4; bacht auf
die ostern fladen Garg. 94, vgl. osterfladen; fladen heißt
auch der breite Kuhkot. — Flader, k. Maser, hin= und
herlaufende Ader in Holz oder Stein (der Flamme ver-
glichen, vgl. das Verbum fladern, als das fener hin und
hir zittern Voc. 15. Ih. und flattern); faderholz Maser-
bolz (fladernholz Hes. 27, 5). — fladerig, masericht.
!Flange, k. Schiffsfahne; Entlehnung erst des 17. Ih.
aus niederl. vlagge (von Kilian durch flammeum, flam-
meolum erklärt): dagge reri#um nauffeum Schottel,
auch flacke: liess er . Egyptens flacke wehn Lohen-
stein Cleop. 17, 582; seit 18. Ih. nur in ersterer Schrei-
bung: flagge aufziehen, hissen; streichen fie niederlassen
Adelung; soweit die schiffahrt unsre flaggen sendet
Schiller Karl. 1, 2; unter fremder flagge segeln, auch
bildlich; Rechtssprichwort: die flagge deckt die ladung;
in neuester Spr. auch allgemeiner, — Art der Fahne:
die stadt war mit fahnen und flaggen geschmuckt. —
slaggen, die Flagse wehen lassen, zunächst von Schiffen:
flaggt schon dein schiff am strande Arndt 331; durch
der Themse flaggenden wastenwald Freiligrath Dicht.
* 129; jetzt auch allgemeiner: alle häuser hatten ge-
agat.
Flamberg, m. breites Schlachtschwert, aus dem sranz.
Fem. flamherge durch die Ritterromane des vor. .
entlehnt und verbreitet; wer den flamberg schwingen
kaun Körner 1, 140.— flämisch, aus Flamland, Flan-
dern; übertragen — verdrieHlich mürrisch, abweisend:
macht ein flämisch gesichte Weise böse Cath. 1, 3.
Seume Spaz. 1, 117.
Flamme, k. loderndes Feuer; Lehnwort zuerst der
geistlichen Spr. aus dem in der Vulgata oft begegnenden
lat. flamma, am frühesten bezeugt in der altniederfränk.
Psalmenübersetzung Ps. 72, 21, bald allgemein, uhd.
vlamme (hier auch Masc.); in cigentlicher Bed.: die
flamme bat alle beume auf dem acker angezündet Joel
1, 19; wie eine flamme loddert im stro 2, 5; ein
brennende flamme 2, 3; in ciner fewrigen flammen
2. Mos. 3, 2; die hellen flammen der sterne Weish.
Sal. 17, 5; flammen auswerfen, dämpfen Stieler; die
flamme zündet. an! Grillparzer 3, 243; ein lustig
teuer flammen schlug Uhland 332; von der Hölle:
er müz immer sin gebunden in der heaizzen fiures
llamme Hr Melk Erinn. 91; ich leide pein in dieser
llammen Luc. 16, 24; mag die hölle flammen spruhn
Grillparzer 3, 128; in Bildern und Vergleichen:
flamme der begcisterung, des hasscs, zornes; von rebter
gucte fammen sin herze wart cnzundet Silv. 1171;
meiner liche flammen HHeine 15, 111; hebre flamme
des genius Keller Werke 2, 100; (Brief) der meinen
herrn sehr in fammen setzto Schiller 4, 335; der